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Facebook nutzt künftig Postkarten zur Verifizierung

WIRED Staff 19.02.2018 Lesezeit 2 Min

Facebook will die Einflussnahme von ausländischen Bot-Betreiben auf dem Sozialen Netzwerk verhindern: Für das Schalten einer Anzeige, die einen politischen Kandidaten unterstützt, soll das Freischalten der Werbung nur über eine Postkarte möglich sein.

Das Postkartenverfahren soll helfen, Betrügern künftig die Einflussnahme bei zum Beispiel Wahlen zu erschweren, wie Gizmodo berichtet. Kürzlich wurden 13 Russen von Robert Mueller III, dem Leiter der Spezialkommission, angeklagt, Agententätigkeit für eine fremde Macht, Verschwörung gegen die Regierung und das Wahlsystem der USA, den Einsatz falscher Identitäten, Finanzbetrug und diverse andere Vergehen begangen zu haben. Die russischen Firmen gaben sich offiziell als Internetagenturen oder Softwarehersteller aus, betrieben stattdessen aus Russland politische Kampagnen über Facebook, Twitter und Instagram.

Mit der neuen Verifizierungsmethode soll sichergestellt werden, dass ausschließlich in Amerika ansässige Unternehmen oder Personen Anzeigen schalten können, die einen politischen Kandidaten unterstützen. Auf der Postkarte, die Facebook den Werbetreibenden zuschickt, befindet sich ein Code, mit dem die Werbeanzeige freigeschaltet werden kann. Der Code ist für gewöhnliche Werbeanzeigen nicht notwendig.

Ausländern ist die finanzielle Einflussnahme auf die Wahl in Amerika verboten, durch das Zusenden der Postkarte wird also der Standort des Anzeigenschaltenden verifiziert. Allerdings erreichten die Fake-Werbung, für die russische Betreiber insgesamt etwa 100.000 US-Dollar ausgaben, lediglich 10 Millionen Amerikaner. Insgesamt erreichten unbezahlte Falschmeldungen knapp 126 Millionen Nutzer auf Facebook und 20 Millionen auf Instagram. Politiker befürchten angesichts der anstehenden Halbzeitwahlen, bei der ein Drittel des Senats sowie das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt werden, eine neuen Einflussnahme Russlands auf das amerikanische Volk. Facebook ist sich auch bei der neuen Verifizierungsmethode bewusst, dass sie nicht „die Lösung für alles“ ist. Dafür werde die Methode allerdings schon bei den Midterm-Elections im November einsatzbereit sein.