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Der Bürgermeister von LA will einen Tunnel von Elon Musk

WIRED Editorial 19.06.2017

Die Technologie ist nicht das Problem, seit einiger Zeit hat Elon Musk die Tunnelbohrmaschine „Nannie“ aus Deutschland. Aber die Behörden machen Musks Plan, L.A. zu untertunneln, kompliziert. Das könnte sich jetzt ändern: Der Bürgermeister der Stadt unterstützt den Unternehmer.

Bisher hat Elon Musk mit seinem Vorhaben, mit einem unterirdischen Straßennetz oberirdische Staus zu verhindern, vor allem Skeptik geerntet. Zumal er seine ersten Tunnel ausgerechnet in Los Angeles plant, einer der erdbebengefährdeten Städte der Welt. Zu ambitioniert, zu unrealistisch, zu typisch Musk, der erst einmal viel verspricht, durchaus auch viel hinbekommt aber letztlich doch immer auch an Grenzen stößt – so die gängigen Einwände.

Nun hat Elon Musk jedoch offensichtlich einen Unterstützer gefunden, der für das Projekt entscheidend sein könnte: Der Bürgermeister von LA, Eric Garcetti, interessiere sich für ein Tunnel-Netzwerk unter seiner Stadt, das Express-Strecken von A nach B ermöglichen würde. Autos, Fahrräder und Fußgänger könnten dort ihr Ziel weit schneller erreichen als oberirdisch. In einem Interview auf ABC7 sagte der Bürgermeister laut Techcrunch, er befürworte Tunnelbauinitiativen, vor allem die von Elon Musk.

Der nutzte die namentliche Erwähnung im Interview gleich, um per Twitter von einer „vielversprechenden Unterhaltung“ mit Garcetti zu berichten. Seinen Tweet schließt er mit dem Hinweis darauf, dass Genehmigungen, ein Tunnelnetz unter L.A. zu graben, „schwieriger zu bekommen“ seien als die notwendige Technologie. Den Bürgermeister auf seiner Seite zu haben, ist deshalb ein nicht zu unterschätzender Schritt in die gewünschte Richtung.

Langfristig will Musk ein riesiges Untergrundnetzwerk aus Tunneln errichten, die in bis zu 30 Schichten über- und untereinander verlaufen. „Wir haben Wolkenkratzer mit all ihren Stockwerken“, zitiert Bloomberg den umtriebigen Unternehmer. „Aber unser Straßensystem ist flach und zweidimensional.“ Er wolle den Verkehr in die dritte Dimension holen.

So sollen Straßen entlastet und ein Teil des Verkehrs einfach unter die Erde verlagert werden. Ein essentieller Aspekt der Strategie soll abseits des bloßen Tunnelgrabens auch die Entwicklung eigener Bohrtechnologie sein. Genau wie SpaceX eigene Raketen konzipiert, um Transporte in den Weltraum erschwinglicher zu machen, soll Musks Projekt die Technik der Bohrmaschinen verbessern und verbilligen, um damit „die Bohrgeschwindigkeit dramatisch anzuziehen“.

Die dazu passende Tunnelbohrmaschine hat Musk längst: Sie stammt vom deutschen Hersteller Herrenknecht und kann sich nach offiziellen Angaben mit ihren mehrere Meter durchmessenden Rollen durch Gestein fressen. Bisher bohrt Musk unter einem Parkplatz gegenüber dem SpaceX-Hauptquartier in L.A..

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