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Der US-Senat hat ein Gesetz zum Bergbau im All verabschiedet

WIRED STAFF 12.11.2015

Jüngst hat der US-Senat ein Gesetz verabschiedet, das Privatunternehmen unter anderem erlaubt, Bergbau im All zu betreiben. Wird das Gesetz auch im Repräsentantenhaus und schließlich von US-Präsident Barack Obama genehmigt, könnte dies einen wichtigen Schritt in Richtung einer privaten Weltraumindustrie darstellen. Doch ganz ohne Kritik bleibt der US-Vorstoß nicht.

Der vom US-Senat verabschiedete Space Act of 2015 beinhaltet darüber hinaus auch einen Abschnitt, der Privatunternehmen im Bereich der Raumfahrt zukünftig die Arbeit ohne allzu strenge Aufsicht der US-Regierung ermöglichen soll. Weitaus wichtiger für die Entwicklung einer privatwirtschaftlichen Weltraumindustrie dürfte allerdings der Teil des neuen Gesetzes sein, der Unternehmen die Rechte an den Ressourcen zusichert, die sie eines Tages auf Asteroiden erwirtschaften könnten.

Demnach soll neben dem Abbau auch der Besitz, der Transport, die Verwendung und der Verkauf von im Weltall gewonnen Ressourcen, wie zum Beispiel Platin oder Wasser, legal sein. Dabei werden Lebewesen in dem verabschiedeten Gesetz ausdrücklich vom Begriff der Ressourcen ausgeschlossen. Trotzdem stößt das Gesetz, das jetzt nur noch vom Repräsentantenhaus und US-Präsident Barack Obama genehmigt werden muss, in der Wirtschaft auf große Zustimmung.

„In der Zukunft werden wir auf diesen zentralen Moment in der Geschichte als einen großen Schritt zurückblicken, der dazu beigetragen hat, die Menschheit zu einer multiplanetaren Spezies zu machen,“ ließ etwa der Co-Vorsitzende des Unternehmens Planetary Resources, Eric Anderson, in einer Pressemitteilung verlauten. „Diese Gesetzgebung etabliert die gleichen unterstützenden Rahmenbedingungen, die zum Entstehen der großen Wirtschaften der Geschichte beigetragen haben. Und sie wird die nachhaltige Entwicklung des Weltraums fördern.“

Ganz ohne Kritik bleibt das neue Gesetz, das den Bergbau im All regelt, indes nicht. So kritisiert zum Beispiel Michael Listner, Gründer des Consulting-Unternehmens Space Law and Policy Solutions, dass die US-Regierung keine Ressourcen versprechen könnte, die in Gebieten erwirtschaftet wurden, die nicht zu den USA gehören: „Das wäre so, als würden Sie mich nach einem Stück Kuchen fragen und ich würde Sie zum Haus meines Nachbarn schicken, damit Sie sich dort ein Stück seines Kuchens nehmen, um anschließend zurückzukommen und mir zu danken.“ Interessant dürfte also sein, wie andere Staaten auf den Vorstoß der US-Regierung reagieren werden. 

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