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Ein abgestürzter Google-Loon-Ballon wurde für ein UFO gehalten

WIRED Staff 15.03.2017

In Kolumbien ist am Sonntag einer der Internet-Ballons von Googles Project Loon abgestürzt. Die Wrackteile der High-Tech-Gondel wurden von einheimischen Bauern gefunden und zunächst für Überreste eines außerirdischen Raumschiffs gehalten. Es ist nicht der erste Absturz eines der Stratosphärenballons, die künftig Internet in abgelegene Regionen bringen sollen.

Der Ballon-Crash ereignete sich nahe dem Städtchen San Luis in der zentralkolumbianischen Provinz Tolima, berichtet unter anderem Futurezone. Die Bauern, die ihn fanden, berichteten einer Lokalzeitung von ihrer Entdeckung, die sich so verbreiten konnte. Von Google oder dem Mutterkonzern Alphabet selbst gibt es bislang noch keine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall.

Project Loon soll das Internet auch in entlegene Gebiete bringen: Die Ballons verfügen über keinen Antrieb, können aber ihre Flughöhe an Winde anpassen und sollen im Regelfall etwa 18 Kilometer über dem Boden schweben. Von dort können die Gondeln kabelloses Internet mit 4G-LTE verteilen. Für Google dient dies vor allem dazu, in Schwellen- und Entwicklungsländern neue Regionen ans Netz zu bringen und so neue Kunden zu erreichen.

Der Vorfall in Kolumbien ist nicht der erste Absturz eines Loon-Ballons, seit das Projekt im Jahr 2013 aus der Planungs- in die aktive Testphase übergegangen ist: Es gab bereits Abstürze oder ungeplante Landungen in den USA, Neuseeland, Südafrika, Sri Lanka, Paraguay, Formosa, Uruguay und Panama. Die relativ geringen Kosten und das geringe Gewicht der Ballons machen dies allerdings weniger kritisch, als wenn zum Beispiel eine von Facebooks Aquila-Drohnen abstürzen würde.

Project Loon hatte bei Google intern ursprünglich mit Project Titan konkurriert, das eine ähnliche Funktionalität mit Drohnen statt Ballons bringen sollte. Dieses wurde inzwischen eingestellt und die Mitarbeiter in das Ballonprojekt integriert. Ob letztlich autonome Flugzeuge von Facebook oder ultraleichte Ballons von Google Internet in entlegene Gebiete bringen werden, muss die Zukunft zeigen.

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