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Dieses Startup spioniert potenzielle Mieter aus

Joely Ketterer 13.09.2016 Lesezeit 2 Min

Die Mietpreise in Großstädten steigen weltweit, immer mehr Menschen sind auf Wohnungssuche. Das kanadische Startup Naborly will es Vermietern jetzt ermöglichen, Bewerber komplett zu durchleuchten, bevor ein Vertrag zustande kommt – anhand von bis zu 500 verschiedenen Datenvariablen.

Naborly prüft nicht nur Bonität, Identität und Strafregister – das Unternehmen verwendet auch Informationen aus dem persönlichen Facebook-Profil sowie möglichen Medienberichten aus der Vergangenheit und überprüft die Beschäftigungshistorie. Dazu werden die lokale und nationale wirtschaftliche Stabilität untersucht und darüber hinaus, wie es der Branche geht, in der man arbeitet.

Durch diese Analysen soll das System nicht nur empirische Angaben machen, sondern auch Voraussagen treffen können: zum Beispiel, ob es wahrscheinlich ist, dass die Miete zu spät überwiesen wird, oder es zu zwischenmenschlichen Konflikten mit Mitbewohnern kommen könnte.

Vermieter müssen mit dem Service eine entsprechende Bewerbung kreieren: Sobald vom Kandidaten ausgefüllt, untersuchen ein Algorithmus und ein Team menschlicher Analytiker von Naborly die Daten und erstellen eine Wertung. Dieses Urteil soll dem Vermieter bei der Feststellung helfen, wie „riskant“ es wäre, den potenziellen Bewohner einziehen zu lassen. Schwindeleien sollen mithilfe des Teams und der Künstlichen Intelligenz SHERLY.ai sofort auffliegen.

Inspiriert wurde das Startup durch 22.000 Dollar unbezahlte Miete und Sachschaden, die einer der drei Gründer übernehmen musste. In den USA und Kanada wurden seit Einsatzbeginn von Naborly im Januar diesen Jahres 500.000 Verträge mit Hilfe des Unternehmens abgewickelt. Noch hat es die Idee nicht nach Europa geschafft.

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