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Dieses DIY-Elektromotorrad fährt mit einer Autobatterie

Cindy Michel 04.10.2016 Lesezeit 3 Min

Den Rahmen eines alten Motorrads, die Autobatterie eines Elektroautos von Nissan und eine Nachtschicht in seiner Garage. Mehr braucht Matt Chandler nicht, um ein ziemlich einzigartiges E-Motorrad zu bauen – im Elektro-Retro-Style.

Das E-Motorrad Leafy Savage von Night Shift Bikes ist ein ziemlicher Hingucker: Ein Naked Bike, das an die dreckige Schönheit eines Café Racers aus den 1960ern erinnert. Damals bauten Rocker im DIY-Verfahren englische Serienmotorräder zu Rennmaschinen um. Dabei heraus kamen individuell gestaltete, tiefgeduckte Maschinen mit offenen Schalldämpfern und Stummellenkern. Ähnlich wie die Leafy Savage von Matt Chandler. Nur, dass die um einiges ruhiger und viel umweltfreundlicher läuft. Denn sie ist ein E-Motorrad.

Gebaut wird in der Nachtschicht in der Garage.

Die Autobatterie des Elektroauto Leaf von Nissan gibt dem Bike die nötige Energie.

Das Besondere am Elektro-Motorrad von Chandlers Night Shift Bikes sind die Komponenten. Während andere große Unternehmen an den neuesten Formen und Werkstoffen für E-Motorräder forschen, nimmt Chandler einfach das, was es schon gibt: Er baut seine Motorräder aus alten Materialien der Motorbranche, kombiniert sie neu und upcycled daraus Elektrobikes – und das alles in seiner eigenen Garage in vielen Nachtschichten. Denn an Night Shift Bikes, der Name jetzt auch selbsterklärend, arbeitet der Quereinsteiger erst abends, nachdem er seine Kinder ins Bett gebracht hat.

Minimalsitisch, nackig – gut! Umweltfreundlich im Retro-Look.

Der Rahmen seines aktuellen Modells stammt von einer alten 2003er Suzuki Savage, die offen gezeigte Autobatterie von einem Leaf, ein Elektroauto aus dem Hause Nissan. Die Suzuki hat Chandler komplett zerlegt, die überbleibenden Teile verkaufte er, um den Bau der Leafy Savage zu finanzieren.

Die Naked-Bike-Optik, minimalistisch und keinen Millimeter Verkleidung zu viel, lässt tief blicken: Dort wo beim Benziner der Motor sitzen würde, verbaute Chandler die Autobatterie des Nissans. Der Akku wird in Serie geschaltet, um auf insgesamt 116 Volt zu kommen.

Der Kelly-Controller ist unter dem Sitz, das Ladegerät dort, wo beim Benziner der Tank wäre.

Wo ursprünglich der Benzintank war, befindet sich jetzt eine Ladegerät von Eltek (3000 Watt), ein 250-A-rated Kelly-Controller unter dem Sitz reguliert die Elektrizität zwischen der Batterie und dem Motor.

Der Motor sitzt im Hinterrad.

Dieser ist von Enertrac und sitzt im Hinterrad. Die Spitzenleistung beziffert der Hersteller mit 40 PS. Mit einer Akkuladung soll man rund 160 Kilometer weit fahren können.

Der Vorgänger, der Rebel

Das Modell Zero Café.

Der Leafy Savage ist das dritte Modell, das Matt Chandler in seiner Garage gebaut hat. Das Zero Café und der Rebel sind nach dem gleichen Konzept gebaut und erinnern beide ebenfalls an die Café Racer.