Die Blogfamilia soll die erste wirklich elternfreundliche Blogger-Konferenz werden

Liske Jaax 14.04.2015 Lesezeit 3 Min

Tech-Konferenzen sind selten familienfreundlich, oft fehlen Angebote zur Kinderbetreuung. Die Bloggerinnen Anne-Luise Kitzerow und Susanne Mierau haben deshalb speziell für Eltern die Blogger-Konferenz Blogfamilia ins Leben gerufen.

Der Aufwand sei zu groß, ja nahezu unmöglich, sollen die Veranstalter der re:publica zu Anne-Luise Kitzerow gesagt haben, als sie nach einer Kinderbetreuung auf der Tech-Konferenz fragte. Dass es doch geht, will Kitzerow jetzt mit einer eigenen Blogger-Konferenz für Eltern beweisen. Zusammen mit Elternbloggerin Susanne Mierau (Blog: geborgen-gewachsen.de) organisiert die Autorin des Blogs grossekoepfe.de die Blogfamilia in Berlin, die am 7. Mai zeitgleich zur re:publica stattfinden soll. Blogfamilia soll eine familienfreundliche Ergänzung zu dem internationalen Digital-Treffen sein. Dieses werde nämlich immer mehr zur kinderfeindlichen Business-Veranstaltung, findet Kitzerow.

Schon Caspar Clemens Mierau, Autor des Blogs „Leitmedium“ und Ehemann von Blogfamilia-Mitorganisatorin Susanne Mierau, hatte am Beispiel der transmediale in Berlin bemängelt, wie wenig Rücksicht die Organisatoren von Tech-Konferenzen auf Kinder nehmen.

Mit Kind ist man oft die Person, die die ganze Veranstaltung stört.

„Wenn man ein Kind dabei hat, muss man es wegen fehlender Betreuung meistens mit in die Vorträge nehmen — und ist dann oft die Person, die die gesamte Veranstaltung stört“, sagt Kitzerow. „Eltern werden auf den meisten Veranstaltungen übers Bloggen ausgegrenzt. Aber viele leben davon.“ Mit der Blogfamilia wollen die Veranstalterinnen zeigen, dass Kinderbetreuung nicht aufwendig sein muss. „Man kann in kurzer Zeit etwas für Kinder auf die Beine stellen. Die Organisation unserer Kinderbetreuung stand komplett innerhalb von zwei Wochen“, sagt Kitzerow.

In einem Eltern-Café nahe dem Veranstaltungsort der re:publica sollen sich Betreuer um die Kinder kümmern, während die Eltern im Raum daneben diskutieren und sich vernetzen. Die nur von den Bloggerinnen organisierte Konferenz beginnt erst am Nachmittag, damit genug Zeit bleibt, die Kinder aus der Schule oder dem Kindergarten abzuholen. In Kurzvorträgen können die Eltern dann zum Beispiel von Thomas Guntermann lernen, wie man mit Bloggen Geld verdienen kann, oder von Webdesignerin Daniela Dodge erfahren, wie Blogger an professionelle Fotos für ihre Posts kommen. Medienforscherin Nele Heise berät die Eltern-Blogger außerdem in der Frage, wie viel Persönliches sie von sich und ihren Kindern preisgeben sollten.

Die Veranstalterinnen haben auch an alleinerziehende Eltern gedacht, deren Budget oft knapp ist. Dank Sponsoren können die Veranstalterinnen die Teilnahme an der Blogfamilia kostenlos anbieten und bei Bedarf einen Fahrtkostenzuschuss geben. Die Konferenz soll trotzdem weitgehend werbefrei bleiben.

„Eltern werden ein immer größerer Teil der Blogger-Szene. Wir können natürlich mit der Blogfamilia keinen Ersatz zur re:publica bieten, aber einen Ort, um sich untereinander zu vernetzen“, sagt Kitzerow. Für nächstes Jahr könnten Mierau und sie sich auch eine Zusammenarbeit mit der re:publica vorstellen. Die Nachfrage scheint es jedenfalls zu geben: Schon am ersten Tag konnten etwa die Hälfte der verfügbaren Plätze vergeben werden. Eine Anmeldung ist nötig.