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WIRED empfiehlt: Die besten Serien für die Feiertage

WIRED Editorial 22.12.2017 Lesezeit 5 Min

An den dunklen Abenden zwischen den Jahren bleibt wieder mehr Zeit für einen Serien-Marathon. Die WIRED-Redaktion empfiehlt ihre Favoriten.

The Orville – Staffel 1

Die neue Star-Trek-Serie Discovery war gut. Aber so wie klassisches Star Trek fühlte sie sich für mich nicht an: Zu viele moralische Grauzonen, zu viel Action. Wem das auch so ging, sollte sich The Orville ansehen. Ja, auch ich habe die Star-Trek-Homage von Comedian Seth McFarlane zuerst als albern abgetan. Wurde dann aber überrascht: Wer über die dummen Witze hinwegsieht, bekommt Star Trek, so gut wie es seit Deep Space Nine nicht mehr war. The Orville überrascht zwischen all seinem Sexualhumor mit philosophischen Fragen: Darf eine außerirdische Rasse ihre weiblichen Babys zu Männern umoperieren, weil Frauen gesellschaftlich stigmatisiert sind? Und hat man eine moralische Verpflichtung, sich selbst zu töten, wenn das eigene Leben von einem Zeitreisenden gerettet wird? The Orville hätte ohne die Comedy wohl zur besten Star-Trek-Serie aller Zeiten werden können.
Dominik Schönleben, Redakteur

The Sinner – Staffel 1

Als ich gesehen habe, dass auf Netflix eine Serie mit Jessica Biel erscheint, war ich zunächst skeptisch, da man sie eher mit 08/15-Liebeskomödien in Verbindung bringt. Da jedoch die Serie auf dem deutschen Bestseller Die Sünderin von Petra Hammesfahr basiert, wurde ich neugierig – zum Glück. In der achtteiligen Psychothriller-Serie wird die junge Mutter Cora Bender bei einem entspannten Familienausflug zur Mörderin. Es folgt ein aussichtsloser Prozess, die Fakten sprechen gegen sie. Erklären kann sich den Mord niemand – erst recht nicht Cora Bender. Statt der klassischen Krimiserien-Frage „Wer war’s?“ geht es in dieser Serie um das Warum. Und bei der Suche nach dieser Antwort ist jede Minute nervenaufreibend. Das Schauspiel der desorientierten Jessica Biel geht unter die Haut.
Domenika Ahlrichs, Stellvertretende Chefredakteurin

Prison Break – Stafel 5

Mit einer Fortsetzung von Prison Break habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Die Serie endete nach vier Staffeln 2010 mit dem Film The Final Break. Anfang dieses Jahres wurde beim US-Sender FOX nun die fünfte Staffel veröffentlicht. Nach all der Zeit war ich sofort wieder mitten drin im Geschehen um die Hauptprotagonisten Michael Scofield, Lincoln Burrows und Sara Tancredi. Die Serie fühlte sich an, als würde man alte Bekannte nach langer Zeit wiedertreffen. Die Geschichte um Gefängnisausbrüche, Liebe und die tiefe Verbundenheit zu Geschwistern hat nichts von ihrem Reiz verloren. Darum ist Prison Break Staffel 5 meine Serie des Jahres 2018. Und vor wenigen Tagen hat Hauptdarsteller Dominic Purcell per Instagram mitgeteilt, dass eine 6. Staffel in Arbeit ist.
Steve Haak, Redakteur

The Expanse – Staffel 2

Wenige Science-Fiction-Serien verbringen so viel Zeit mit dem Erschaffen einer plausiblen Welt wie The Expanse. Die Menschheit hat schon vor langer Zeit den Mars besiedelt und baut die wichtigsten Rohstoffe aus dem Asteroiden-Gürtel am Rande unseres Sonnensystems ab. Die Erde wird von den Vereinten Nationen regiert. Zwischen diesen drei Welten spannt The Expanse einen Polit-Thriller. Die Lage ist angespannt und es könnte jeden Moment zum Krieg kommen. An manchen Stellen wirkt The Expanse ein bisschen verkopft. Aber genau das war es, was die Serie für mich so interessant gemacht hat: Die fehlende Action. In The Expanse wird viel über Dialoge erzählt. Eine erfrischende Abwechslung zwischen all den sonst üblichen Weltraumschlachten und Laserschießereien.
Dominik Schönleben, Redakteur

Hannibal – Staffel 3

Schon in Casino Royale zeigt Mads Mikkelsen als Bösewicht Le Chiffre sein grandioses Können. Seine boshafte Ruhe macht ihn unwahrscheinlich elegant und charmant zugleich – man kann nicht anders, als ihn zu mögen. Dieses Talent setzt er auch in der Mystery-Serie Hannibal ein, die die Vorgeschichte des Romans Roter Drache von Thomas Harris erzählt. Als Psychiater und ehemaliger Chirurg trifft Dr. Hannibal Lecter (Mads Mikkelsen) auf den FBI-Profiler Will Graham (Hugh Dancy), um ihn bei seinen Ermittlungen in diversen Serienmorden zu unterstützen. Das perfide dabei: Dr. Lecter selbst führt ein Doppelleben als kannibalischer Serienmörder. Drei gänzlich sehenswerte Staffeln, die zeigen, wie Genie und Wahnsinn miteinander einhergehen. Und obwohl ich weiß, welche Art Lebensmittel Dr. Lecter zubereitet, schafft Mads Mikkelsen es doch, bei jedem Bissen meinen Appetit anzuregen.
Claudia Auerbach, Werkstudentin

Rick and Morty – Staffel 3

Nach zwei Staffeln hatte ich das Gefühl, als sei bei Rick and Morty alles auserzählt: Die animierte Comedy-Serie hatte jedes Science-Fiction-Klischee grotesk parodiert. Und das mit einer rasanten Geschwindigkeit. Eine Idee, die in einer anderen Serie eine ganze Folge gewesen wäre, ist in Rick and Morty oft nur ein Wegwerf-Gag. Die dritte Staffel schaffte es trotzdem, dem noch einen drauf zu setzen. Sie gab vielen Charakteren zum ersten Mal Tiefgang – nutzte die unendlichen Parallel-Universen, die Rick und Morty gemeinsam bereisen, als Bausteine für ein zusammenhängendes Meta-Multiversum. Das ließ die Serie über einzelne Gags hinausgehen und machte sie für mich zu der Show, über die ich dieses Jahr am lautesten gelacht habe.
Dominik Schönleben, Redakteur