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5 Serien für alle, denen die Wartezeit auf Game of Thrones zu lang ist

Dominik Schönleben 11.04.2018 Lesezeit 5 Min

Die 8. Staffel von Game of Thrones lässt auf sich warten. Mit knapp einem Jahr Verspätung startet das Serienfinale voraussichtlich erst im April 2019. Eine ziemlich lange Durststrecke. Für alle die nicht mehr so lange warten können, haben wir Serien-Alternativen zusammengestellt, die es zumindest in bestimmten Bereichen locker mit dem Fantasy-Epos von George R.R. Martin aufnehmen können.

Ganze 55 Tage soll es gedauert haben, die finale Schlacht der achten und letzten Staffel von Game of Thrones zu drehen. Das zumindest schrieb Assistant Director Jonathan Quinlan in einem Instagram-Post, den er mittlerweile wieder gelöscht hat. Zum Vergleich: Die Schlacht der Bastarde, das große Aufeinandertreffen von Jon Schnee (Jon Snow) und Ramsay Boltan brauchte nur 25 Tage. Das große Finale soll wohl um einiges beeindruckender werden, als bisherige Schlachten.

Trotz dieser ersten Details wird es noch lange dauern, bis es bei Game of Thrones weitergeht. Einen ersten Hinweis für das Veröffentlichungsdatum der neuen Staffel gibt der Instagram-Post von Quinlan nämlich auch. In einem abfotografierten Dankesschreiben von den Produzenten heißt es: „Wenn Millionen von Menschen auf der ganzen Welt diese Episode in einem Jahr sehen, dann werden sie wissen, wie hart wir gearbeitet haben“. Es liegt also nahe, dass das Staffelfinale der Serie im April 2019 ausgestrahlt wird.

Um die Wartezeit bis dahin zu überbrücken, haben wir für euch die besten Alternativen zu Game of Thrones zusammengestellt.

The Expanse

Wenn es eine Serie gibt, die trotz des Genrewechsels Game of Thrones am nächsten kommt, dann ist es The Expanse. In der Science-Fiction-Serie wird eine Zukunft der Menschheit im All beschrieben, die ähnlich von Intrigen durchsetzt ist. Drei große Fraktionen haben sich im 23. Jahrhundert entwickelt: Die Erde hat sich unter der UN zusammengeschlossen, während die Kolonisten des Mars ihre Unabhängigkeit erklärt haben. Als dritter Mitspieler ist da noch die Arbeiterkolonie im weit entfernten Asteroidengürtel, auf dessen Ressourcen Erde und Mars angewiesen sind.

Als bei einem Vorfall auf einem Raumschiff die Besatzung ums Leben kommt, eskaliert der Konflikt. Es gibt Kriegstreiber, andere, die den Frieden suchen oder nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind. Ähnlich wie in Game of Thrones gibt es keine Charaktere, die schnell in gut oder böse eingeteilt werden können. Alles hat seinen Preis und seine Schattenseiten.

Britannia

Britannia ist zwar ein Historien-Drama. Aber das macht nichts. Denn bei Game of Thrones waren nie die Fantasy-Elemente ausschlaggebend für den großen Erfolg. Das wird vor allem klar, wenn man in die erste Staffel zurückblickt: Als die Begeisterung für die Serie begann, spielten Drachen, Magie und Eiszombies überhaupt keine Rolle. Es ging nur um die Streitigkeiten der Herrscherfamilien.

Eine der derzeit spannendsten Serien, die in einem ähnlichen historischen Setting spielt wie Game of Thrones, ist Britannia: Es geht um eine römische Legion, die 43 nach Christus versucht, die Insel Britannien zu erobern. Um gegen diese Übermacht zu bestehen, müssen sich die im Streit liegenden Klans der Kelten zusammentun. Und natürlich darf trotz des Bezugs auf die Geschichte ein bisschen Magie nicht fehlen. Denn die Druiden sahen den Angriff der Römer in einer uralten Prophezeiung voraus.

Westworld

Die Science-Fiction-Serie Westworld sammelte ähnlich schnell wie Game of Thrones begeisterte Fans, die jedes Detail, jede kleine Dialogzeile zerlegten und daraus auf das Finale schlossen. Der einzige Unterschied: Es gab keinen Roman, der viele Plotwendungen schon vorwegnehmen konnte. Die Fans waren dabei so gut, dass die Macher der Serie jetzt zum Release der zweiten Staffel in einem Reddit AMA darüber scherzten, ein Video zu veröffentlichen, das alle Wendungen im Vorfeld bekannt gibt. Damit sich keine Falschinformationen oder allzu abwegige Theorien verbreiten, die dann durch die Social-Media-Timelines der Menschen rauschen und sie vermeintlich spoilern. Natürlich nur ein Spaß. Aber Als Game-of-Thrones-Fan sollte man es zu schätzen wissen, wenn sich die Macher einer Serie so viele Gedanken über Spoiler-Kultur machen, dass sie auf solch eine verrückte Idee kommen.

Aber worum geht es in Westworld? Kurz gesagt: Um einen Vergnügungspark, der von Künstlichen Intelligenzen bevölkert wird. Und dessen Roboterbewohner nach und nach realisieren, dass sie wohl nur in einer Simulation leben. Dabei stellt sich die Serie eine der grundlegendsten Fragen der KI-Entwicklung: Kann eine Maschine ein Bewusstsein entwickeln? Die Zweite Staffel startet am 22. April 2018. Es bleibt also noch genug Zeit, um aufzuholen.

The Blacklist

Auf den ersten Blick wirkt Blacklist wie ein weiteres amerikanisches FBI-Drama. Der Superkriminelle Raymond Reddington stellt sich dem Geheimdienst und bietet seine Blacklist an. Eine Liste mit Verbrechern, die so listenreich sind, dass selbst das FBI ihre Namen nicht kennt. Aus diesem Setup entspinnt sich eine Verschwörung, in der immer wieder Reddingtons Motive hinterfragt werden – natürlich hilft er dem FBI nicht ohne Eigennutzen.

Wer seine Freude daran hatte, wild zu spekulieren, wie es in Game of Thrones wohl weitergehen wird, der wird auch begeistert von The Blacklist sein. Stets unklar ist, wer auf wessen Seite spielt – und welche Rolle die einzelnen Personen in der großen Verschwörung einnehmen. Oder was sie wirklich planen. Selbst die Hauptcharaktere entpuppen sich schnell als Menschen, die Teil des doppelten Spiels sind. Blacklist lässt viel Raum für Interpretation und eigene Theorien. Nur um dann am Ende doch wieder zu überraschen – ein bisschen so wie eben auch Game of Thrones.

Altered Carbon

Wen vor allem die gewalttätige und sexuell aufgeladene Stimmung von Game of Thrones fasziniert, der wird ähnliches in Altered Carbon finden. Die Science-Ficiton-Serie beschreibt eine Zukunft, in der die Körper von Menschen nur noch Hüllen sind, die sie wie die Haut einer Schlange abstreifen können. Über einen Chip an der Kopfrückseite werden alle Erinnerungen gespeichert und können dann in einen neuen künstlichen Körper übertragen werden. Dementsprechend gewalttätig und rücksichtslos gehen die Menschen mit ihren Hüllen um – für die Reichen sind sie kaum mehr als ein Kleidungsstück. Und Altered Carbon setzt seine Tode – die selten endgültig sind – entsprechend blutig um.

Im Zentrum der Handlung steht der Ex-Elitesoldat Takeshi Kovacs, der von einem Unternehmen aus der Gefängnishaft freigekauft und in einen neuen Körper gesteckt wird. Weil ihm sein eigener Körper nicht gehört, muss er sich seine Freiheit erst verdienen und dafür den Mord eines Supermilliardärs aufklären – der ihn wiederum selbst engagiert hat. Nach und nach gerät Kovacs dabei immer Tiefer in eine Verschwörung.