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Der Bitcoin-Kurs hat eine Epidemie von Krypto-Trojanern ausgelöst

WIRED Staff 22.03.2018

Symantec hat einen Bericht herausgebracht, der die Lage der weltweiten Software-Sicherheit im Jahr 2017 darstellt. Auffällig: Das Cryptojacking, also der Missbrauch fremder Rechner zum Schürfen von Kryptowährungen, ist im letzten Jahr um 34.000 Prozent gestiegen.

Der ISTR-23-Bericht von Symantec zeigt einige Trends, die sich in Sachen Malware drastisch entwickelt haben: Im letzten Quartal 2017 wuchs die Anzahl abgewehrter Cryptojacking-Attacken um 8500 Prozent. Das sind 16 Prozent aller Angriffe auf Computer. Im Dezember waren es sogar 24 Prozent, was vermutlich dem massiven Wertanstieg von Bitcoin in diesem Monat geschuldet ist. Der hohe Kurs machte diese Angriffe für Hacker besonders lukrativ.

Cryptojacking hat Ransomware als vorherrschende Einnahmequelle vieler Hacker abgelöst: Laut The Verge ist die Einstiegshürde dank einfach zu verwendender Software nicht sonderlich hoch und das Risiko gering. Selbst vollständig gepatchte Systeme sind beim Besuch der falschen Webseite verwundbar und von Zeit zu Zeit schaffen es sogar Apps mit Schadcode in Apples App Store. Die Opfer merken den Angriff nur dadurch, dass ihre Geräte deutlich langsamer werden oder durch Überhitzung der Hardware, die dadurch sogar kaputt gehen kann.

Fremde Computer zum Schürfen von Kryptowährungen zu nutzen, lohnt sich vor allem dann, wenn der Kurs hoch ist. Denn selbst dann benötigen die Täter eine Menge infizierter Systeme, um Profit zu machen: Wie Motherboard kürzlich berichtete, verdiente einer der größten Nutzer des browser-basierten Kryptomining-Anbieters Coinhive gerade einmal 7,69 Dollar in drei Monaten – und der Hacker hinter der Kryptomining-Übernahme von mehreren Behördenwebseiten im Februar erbeutete lediglich 24 Dollar. Es ist also fraglich, ob diese Form des Angriffs auch 2018 so beliebt bleiben wird. Vor allem, da die Preise für Kryptowährungen eher auf einem Abwärtstrend sind.