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Blade Runner soll zur Trilogie werden

Michael Förtsch 08.01.2018 Lesezeit 3 Min

Ende vergangenen Jahres hat der Science-Fiction-Kultklassiker Blade Runner nach 35 Jahren eine Fortsetzung bekommen. Ridley Scott hat nun auch Pläne für einen dritten Film in der dystopischen Cyberpunk-Welt. Aber nicht nur das: Auch eine Black-Mirror-Episode würde der Regisseur gerne drehen.

Während der Produktion von Blade Runner lief einst viel schief. Die Hauptdarsteller in der recht freien Interpretation von Philip K. Dicks Träumen Androiden von elektrischen Schafen? waren zerstritten, Regisseur Ridley Scott überzog das Budget und die Aufteilung der Rechte unter den Finanziers war undurchsichtig geregelt. Dazu floppte die futuristische Noir-Geschichte dann auch initial an den Kinokassen. Doch heute gilt Blade Runner als einer der einflussreichsten Science-Fiction-Filme überhaupt. Vor allem dank der seinerzeit einzigartigen Szenerie und der Aufarbeitung des Verhältnisses von Mensch und Maschine. Daher hat der Kultklassiker nach einigen gescheiterten Anläufen im Jahr 2017 mit Blade Runner 2049 doch noch einen Nachfolger bekommen.

Bei Blade Runner 2049 führte der Arrival-Macher Denis Villeneuve Regie, der derzeit eine Neuverfilmung von Dune startet, während Ridley Scott produzierte. Von den Kritikern wurde der Film hochgelobt. Beim Kinopublikum tat sich das gemächliche Epos aber schwer, wenn auch nicht ganz so sehr, wie das Original. Aber offenbar ist Blade Runner 2049 erfolgreich genug, um einen dritten Teil zu rechtfertigen. Zumindest sieht das Ridley Scott so. Der führt in einem Interview mit Digital Spy nun an, dass er gerne eine weiteren Film im Blade-Runner-Kosmos realisieren würde. Er habe eine Idee, die er weiterentwickeln und ausbauen wolle.

„Ich denke, da gibt es noch eine Geschichte“, sagt Ridley Scott. „Einer muss also sicher noch gemacht werden.“ Ob er diesmal nun wieder selbst Regie führen oder dies erneut einem anderen überlassen wolle, lässt er offen. Jedoch glaubt Scott, dass Denis Villeneuves Blade Runner 2049 mit 163 Minuten Laufzeit „verdammt noch mal zu lang“ sei. Tatsächlich ist auch Hampton Fancher, der Drehbuchautor des Originals wie auch von Blade Runner 2049 einem weiteren Film nicht abgeneigt. Er selbst würde den alternden Rick Deckard gerne in ein anderes Land der zerstörten Erde schicken. Selbst Darsteller Harrison Ford hat schon zugesagt, dass, wenn er die Geschichte möge, auch er bei Blade Runner 3 dabei wäre.

Aber nicht nur für einen weiteren Blade Runner hat Scott eine Idee. Der Regisseur der zuletzt fast ausschließlich an Kinoblockbustern mit Millionen-Budget arbeitete, feilt derzeit an zwei TV-Serien-Projekten, die allerdings noch geheim wären. Ebenso wäre der Regisseur offen, eine Episode für die viel beachtet Anthologie-Serie Black Mirror zu drehen. „Natürlich würde ich gerne“, sagt er – allerdings ohne weitere Details zu nennen.

Die vierte Staffel der Serie, die die Gefahren von Technologie und Medien aufarbeitet, ist erst am Jahresbeginn auf Netflix gestartet. Bislang haben bei Black Mirror schon bekannte Gast-Regisseure wie Joe Wright, Dan Trachtenberg, James Watkins und Jodie Foster mitgewirkt.