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Grüne Architektur: Dieses Haus wächst mit seinen Bewohnern

Beate Scheider 28.04.2015

Urban Gardening, nächste Stufe: In Turin steht ein Gebäude, das mit seinen Bewohnern wächst.

Evolution: Früher war das Viertel, in dem 25 Verde steht, die Heimat der ersten Fiat-Fabrik Italiens.

Dieses Haus sei eine Provokation, sagt Luciano Pia. Denn mit seinem Projekt „25 Verde“ hat der Turiner Architekt, der schon an den Universitäten von Quebec, Mailand und Perth Kurse über nachhaltiges Bauen gehalten hat, alles über den Haufen geworfen, was herkömmliches Bauen ausmacht. Pia baut nicht ordinär, er baut radikal ökologisch.

In einem ehemaligen Industriegebiet in Turin sollte der 54-Jährige ein Wohngebäude errichten. Kein Park in der Umgebung, kein Grün, nichts. Dieser Trostlosigkeit setzte Pia einen Wald entgegen. Er ließ 200 Bäume pflanzen, große und kleine, und setzte die 63 unregelmäßig geformten Wohneinheiten zwischen die Wipfel. Zusammengehalten werden sie von einer Konstruktion aus Stahl. Alle anderen Materialien sind naturbelassen, damit sie mit der Zeit altern können. „Das Haus wächst und entwickelt sich wei­ter. Genau wie wir. Auch wir sind Teil der Natur“, sagt er.

Das Wachstum hört mit dem Dach nicht auf. Darauf ist ein Acker mit einem Meter Tiefe angelegt, auf dem die Bewohner Landwirtschaft betreiben können. „Ich wollte eine Wohnkultur begründen, die sich von all dem unterscheidet, in dem wir sonst zu leben gezwungen sind.“ Auftrag erfüllt.

Fotos von: Beppe Giardino, Ateliers Jean Nouvel/PTW Architects/Roland Halbe, Rory Daniel and Far East Organization, Paolo Roselli

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