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Alles, was wir bisher über Alien: Covenant wissen

Michael Förtsch 02.03.2017

Mit Alien: Covenant will Ridley Scott die Kluft zwischen Prometheus und der Alien-Saga schließen. Im neuen Trailer gewährt er einen ersten Blick auf die Monster aus dem All. Es gibt aber noch mehr zu entdecken. WIRED hat den Trailer analysiert.

Ridley Scott brachte mit Prometheus 2012 ein spirituelles Prequel für seine Alien-Saga ins Kino. Es sollte die Frage nach dem mysteriösen Piloten des abgestürzten Raumschiffs beantworten, den die Crew des Raumschiffs Nostromo im ursprünglichen Alien-Film von 1979 entdeckte. Scott erklärte den Zuschauern, dieser Pilot gehöre zu einer hochentwickelten Spezies von humanoiden Wesen. Diese haben nicht nur die Xenomorph (Aliens) erschaffen, sondern auch die Menschheit selbst. Viel übrig haben die Astronautengötter für ihre Schöpfung allerdings nicht.

Nachdem Prometheus, wie Ridley Scott sagte, lediglich „einige Fragmente der Alien-DNA“ enthielt, soll der zunächst als Prometheus 2 und später als Alien: Paradise Lost angekündigte Nachfolger einen direkten Bogen zur Science-Ficiton-Horror-Saga schlagen. Tatsächlich zeigt der neueste Trailer zu Alien: Covenant (finaler Name) nicht nur viel Xenomorph-Action. Er gibt auch so einige Hinweise auf den Verlauf der Handlung und setzt direkte Verweise auf den Ursprung der Reihe. Die können Fans optimistisch wie auch skeptisch stimmen – interessante Fragen werfen sie jedenfalls auf.


Achtung! Es folgen Spoiler!

Die Handlung von Alien: Covenant setzt im Jahr 2104 an, zehn Jahre nach Prometheus und 18 Jahre vor Alien. Die Crew des Kolonialschiffs Covenant soll einen erdähnlichen Planeten am Rande der Galaxis erkunden, den sie zunächst als „unentdecktes Paradies“ handeln. Ihr Schiff ist, wie Ellen Ripleys USCSS Nostromo aus dem Original, Eigentum des britisch-japanischen Mischkonzerns Weyland-Yutani Corporation.

Nach dem Verschwinden der USCSS Prometheus ist die Weyland Corporation mit dem Kybernetikentwickler Yutani Corporation fusioniert. Dem japanischen Unternehmen war es 2004 gelungen, die Waffe eines extraterrestrischen Yautja-Kriegers – eines Predators – zu erwerben, der in Alien versus Predator: Requiem in Gunnison, Colorado gelandet war (Es wird unter Fans darüber gestritten, ob es eine Verbindung zwischen den Alien-Teilen und den Alien versus Predator-Teilen stehen).

Die Crew der Covenant wird von Terraforming-Expertin Daniels (Katherine Waterston) und Captain Branson (James Franco) angeführt und besteht komplett aus Liebes- und Ehepaaren, die sich freiwillig für die Mission gemeldet haben. Wie Daniels in ihrer Rede sagt, haben sie „alle viel geopfert, um hier zu sein“. Dieser Moment gehört zum Last Supper genannten Prolog, der nicht zufällig an eine der zentralen Szenen aus dem originalen Alien erinnert.

Die Crew ist Teil der ersten „großen Kolonialmission“ und soll im All einen der frühen Außenposten der Menschheit errichten. Unterstützt wird die Besatzung von Walter (Michael Fassbender), einem hochentwickelten Androiden der David-Serie. Der ist optisch mit seinem Vorgänger aus Prometheus identisch, der ebenfalls in Alien: Covenant auftaucht – und eine zentrale Rolle einnehmen wird.

Mit einem Shuttle landet ein Teil der Crew auf dem Planeten, während die Covenant im Orbit bleibt. Dort stößt das Team inmitten einer sonst recht kargen Gegend auf Zeichen menschlicher Zivilisation inf Form eines riesigen Getreidefelds. Sonst scheint das fremde Gestirn allerdings beunruhigend still und geradezu unbelebt.

Der Grund für die Leblosigkeit des Planeten? Vermeintlichen Leaks zufolge soll das gesamte Ökosystem von der organischen Substanz A0-3959X.91 – 15 vergiftet worden sein. Das schwarze Öl, das schon für das Grauen in Prometheus verantwortlich war, ist von den Konstrukteuren wohl als Biowaffe konzipiert worden. Bei infizierten Organismen führt es zu aggressiven Mutationensprozessen.

In den weiten Wäldern findet der Expeditionstrupp schließlich ein abgestürztes Raumschiff. Es handelt sich wohl um die Juggernaut, mit dem Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und David am Ende von Prometheus zur vermeintlichen Heimat der weißen Götter (die Rasse des Piloten) aufgebrochen waren. Tatsächlich entdeckt Daniels im Laufe des Films die Erkennungsmarke der Wissenschaftlerin. Was ist mit ihr passiert? Unklar, jedoch soll sie im Film auftauchen.

Wer ist die mysteriöse Figur im Umhang? Ist das vielleicht Elizabeth Shaw oder ein Konstrukteur? Nein, wohl eher der Android David. Fans spekulieren, er könnte den Planeten mit dem Öl vergiftet haben. Denn, wie aus Prometheus bekannt, ist der Androide ein ruchloser Intrigant und dazu bereit, mit dem Mutagen an Menschen zu experimentieren.

Inmitten der unberührten Natur liegt auch das Gelände einer imposanten Zitadelle der Konstrukteure. Die riesigen Statuen, titanischen Gesichter und der auffällige Kuppelbau sind jedenfalls unverkennbar. Jedoch ist das Areal von hunderten Leichen übersät. Was genau passiert ist, lässt sich aus dem Trailer noch nicht ablesen.

Bei ihrem recht unvorsichtigen Ausflug setzten die Kolonisten Sporen infizierter Pilzgewächse frei. Angeblich würden sich einige Crew-Mitglieder, behaupten Fans, auf diese Weise mit einer der neuen Alien-Arten infizieren. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich: Die Idee könnte Ridley Scott aus einem unverfilmten Script von William Gibson für Alien 3 stibitzt haben.

Das Alien, das aus der Sporen-Infektion erwächst, nennt sich Neomorph. Es ist milchweiß, fast schon transparent und bricht, anders als seine Verwandten, nicht durch die Brust, sondern durch den Rücken des Wirts. Dazu soll es deutlich animalischer als alle bisherigen Xenomorph sein. Schon in der ersten Drehbuchfassung von Prometheus war mit dem Beluga-Alien ein weißes Xenomorph geplant. In den neuen Trailern tauchen jetzt sowohl das Alien, als auch dessen Geburt aus dem Rücken eines Crew-Mitglieds auf.

Der leitende Wissenschaftler Christopher Oram (Billy Crudup) entdeckt in einer der Hallen des Juggernaut auch die typischen Alien-Eier. Wurden die in Prometheus übersehen oder hat David etwas damit zu schaffen? Zumindest wird Oram von einem Facehugger angegriffen und mit einem Embryo infiziert. Was darauf folgt, lässt sich erahnen. Beinahe zumindest.

Die Crew muss sich mindestens zwei Aliens stellen. Da wird auch schon mal verängstigt durch enge Raumschiffskorridore gestürmt. Mehr Alien geht nicht.  Dazu wird das Shuttle wird in einer gigantischen Explosion zerstört. Daher ist es wahrscheinlich, dass das Schiff aus dem Orbit im neuen Film zur Hilfe eilen wird. Doch einen der Killer werden die Überlebenden offenbar nicht los.

Mit Waffengewalt versuchen die Kolonisten sich gegen die Kreaturen zu wehren. Daniels erinnert dabei mit Tanktop und Kurzhaarschnitt sicher nicht von ungefähr an Alien-Heldin Ripley. Sie könnte, so Mutmaßungen, die Mutter von Ellen sein. Möglich aber unwahrscheinlich. Ridley Scott selbst hatte in einem Interview mit Hey U Guys bestätigt, dass es eine „Verbindung zu Ripley“ in Alien: Covenant geben werde.

Auffällig: Keines der extraterrestrischen Wesen im Trailer ist ein „echtes Alien“. Selbst dieses Weltraummonster ist höchstens ein naher Verwandter des Sternenbiests aus dem Original – nämlich einer Drone der Xenomorph-Spezies XX121. Der Schädel des Covenant-Monsters ist ungleichmäßiger, die Beine fast schon insektoid und die Arme lassen organische Muskelstränge erkennen. Insgesamt fehlt die biomechanische Optik, die das Design von HR Giger ausmachte. Fans haben dieses Wesen daher Protomorph, Proto-Xeno oder auch Beefy-Alien getauft.

Ob überhaupt ein Ur-Alien in Alien: Covenant vorkommt? Möglicherweise. Ein angeblicher Teilnehmer einer Testvorführung des Films hat behauptet, dass David die biomechanische Alien-Abart erschafft, in dem er seine „Androiden-DNA“ durch das schwarze Öl mit den Zellen des Proto-Xeno kreuzt. Durchaus denkbar.

Mit Sicherheit lässt sich nach dem Trailer sagen, dass Alien: Covenant das Alien wohl zu recht im Titel trägt. Ridley Scott appelliert stark an den Horror und Psychoterror des Originals und inszeniert viele Momente, die Alien-Fans in Prometheus vermisst haben. Ebenso zitiert er Szenen und Stilelemente, die er selbst vor fast 40 Jahren geschaffen hat. Bleibt zu hoffen, dass Alien: Covenant auch genug bietet, um ebenso für sich selbst stehen zu können.

Der Kinostart von Alien: Covenant ist für Deutschland auf den 18. Mai festgesetzt – ein Tag vor der Premiere in den USA. 

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