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5 Kampagnen, bei denen man das Internet besser nicht um Hilfe gebeten hätte

Anna Schughart 21.03.2016

Wenn man die Menschen im Internet um ihre Meinung bittet, kann das ganz schön schiefgehen. Das musste gerade der britische Natural Environment Research Council erfahren: Sein neues Forschungsschiff könnte bald „Boaty McBoatface“ heißen, der Crowd sei Dank. Fünf Beispiele, bei denen man das Netz besser nicht um Hilfe gebeten hätte.

Die Idee ist ja eigentlich ganz gut. Unternehmen und öffentliche Organisationen bestimmen nicht in dunklen Hinterzimmern, sondern fragen Kunden und Bürger direkt nach ihrer Meinung, Bitten um Mithilfe oder wollen ihr Produkt persönlicher machen. Was meistens als Imagekampagne gedacht ist, kann aber ziemlich schnell nach hinten losgehen. Fünf Beispiele:

#1 Die Schiffstaufe
Eigentlich sucht der britische Natural Environment Research Council (NERC) nur einen inspirierenden Namen. Oder zumindest etwas, das zu einem 256 Millionen Euro teuren Polarforschungsschiff passt. Eine bedeutende historische Figur würde vielleicht passen, oder auch ein britisches Wahrzeichen. Stattdessen heißt das Boot bald vielleicht: „Boaty McBoatface“. Die Idee von James Hand ist aktuell der beliebteste Vorschlag, die Abstimmung des NERC läuft noch bis zum 16. April. Doch selbst wenn „Boaty McBoatface“ bis dahin vorne liegt: Der NERC trifft die finale Entscheidung.

#2 Konzert am Ende der Welt
Ziel der Marketingkampagne: Ein Pitbull-Konzert in dem Walmart mit den meisten Facebook-Likes. Ergebnis: Der Rapper muss in Alaska auftreten, am Ende der Welt. Klar, die Trolle hatten übernommen und Pitbull nach Kodiak geschickt. Der nahm es sportlich und besuchte 2012 den entlegenen Walmart.

#3 Burger-Battle
2015 ließ McDonalds seine Kunden ihre eigenen Burger kreieren. Die vier besten wurden dann deutschlandweit verkauft. Den beliebtesten Burger im Bundesland Bremen entwarf ein Werder-Bremen-Fan. Seine Kreation: „Der HSV-Hamburger. Hat nix drauf.“ Zum Glück für McDonalds: Der Burger ohne alles (nur mit Bulette) schaffte es nicht über das Viertelfinale hinaus. Da ging es nämlich um den Geschmack.

#4 Der Bud-Spencer-Tunnel
Die Gemeinde Gmünd suchte im Sommer 2011 einen Namen für ihren neuen Tunnel. In der Internetabstimmung lag der Name „Bud-Spencer-Tunnel“ vorne. Der Gemeinderat entschied sich gegen den Frontrunner, fand aber einen guten Kompromiss: Seitdem ist das städtische Freibad nach Bud Spencer benannt – er hatte 1951 in diesem Schwimmbad ein 100-Meter-Wettschwimmen gewonnen. Und der Tunnel heißt heute Gmünder Einhorn-Tunnel – nach dem Wappentier der Stadt.

#5 Schoko-Zensur
Nicht immer sind die sogenannten Trolle daran schuld, wenn eine Kampagne plötzlich Wirbel macht. Mit „Sag's mit Nutella“ will Nutella seine berühmte Nuss-Nougat-Creme personalisieren. Aber nicht mit schnöden, vorgedruckten Phrasen. Stattdessen dürfen die Kunden selbst entscheiden, welche Botschaften ihre Nutellagläser beim Frühstück verkünden. Doof nur für Nutella, wenn plötzlich „Hitler“ auf dem Glas steht. Also verbot Nutella seinen Kunden einige Begriffe. Zum richtigen Aufreger wurde die Sache als bekannt wurde, welche 750 Wörter Nutella verbietet: „Lesbe“, „Palmöl“ oder „fett“ – alles unerwünscht. 

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