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Wie war 2014 im Netz und was können wir uns für 2015 vornehmen?

Caspar Clemens Mierau 31.12.2014

Wie war 2014 im Netz und was wird uns 2015 erwarten? Ein kurzer Rück- und Ausblick.

2014 war zunächst:

Yo! Immerhin begeisterte uns ein Ein-Bit-Messenger, der sogar eine Million Dollar Risikokapital einsammelte. Kurzzeitig sah es so aus, als könnte Ello eine Alternative zu Facebook werden. Mit Googles Inbox ist E-Mail wieder ein bisschen erträglicher geworden. Apple emanzipiert sich mit dem iPhone 6 Plus von Steve Jobs. Und die Krautreporter erfinden zwar den Journalismus nicht neu, aber sammeln genug Geld fürs erste Jahr ein.

Doch 2014 war auch:

German Angst

Irgendjemand hat immer vor irgendetwas Angst. German Angst. Die Verleger vor Google, die Datenschützer vor Facebook, alle vor Uber. Ja, eigentlich haben alle Angst vor dem digitalen Wandel. In den Feuilletons wird online mobil gemacht gegen das Internet. Das führt zu teils absurden Gesetzen. So wird in Deutschland in einem Hin und Her um das Leistungsschutzrecht gekämpft. Nachdem Google Verlagsangebote weitgehend entfernt und diese die Konsequenzen spüren, gibt auch Springer vorerst ein Beharren auf dem Leistungsschutzrecht auf. In Spanien stellt Google seinen News-Dienst kurzerhand ganz ein, was Verleger nach ihrem Pyrrhus-Sieg mit bis zu 15% Trafficeinbußen bezahlen. Der Fahrdienst Uber wird zunehmend verboten. Das Recht auf Vergessen wird erst jubelnd begrüßt, dann kritisch beäugt.

Und 2014 war auch:

Übers Netz lassen sich eben auch Stammtischparolen besser bündeln.

Aggressiv. Mit dem Gamergate erreichte eine Welle des Hasses die breite Öffentlichkeit. Und das passte hierzulande leider nur zu gut zu den sich mittlerweile effektiv übers Netz organisierenden Montags-, HoGeSa- und Pegida-Demonstrationen. Übers Netz lassen sich eben auch Stammtischparolen besser bündeln.

Und was gilt für 2015?

Keine Panik!

Vor allem eins: Keine Panik! Es wird wieder Leaks geben, die Geheimdiensten attestieren, sicher geglaubte Technologien seit langem zu umgehen. Doch wir werden unser offiziell unsicheres Smartphone trotz Empfehlung nicht wegwerfen. Statt dessen gilt es, weiterhin offen neuen Technologien zu begegnen. Was macht Sinn? Was macht Spaß? Was hält nicht, was es verspricht?
Im Frühjahr 2015 werden wohl viele Menschen mit Apple Watches umherlaufen. Affig? Nutzlos? Hilfreich? Finden wir es heraus! Selbstlenkende Autos? Bequemlichkeit statt Fahrspaß? Automatische Kochmaschinen? Durchschnittlich gut? Und vielleicht kommt ja Ello im zweiten Anlauf noch einmal überzeugender daher. Wir sind da ganz offen. Gemeckert wird später.