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10 Fakten, die euch helfen, Elon Musk zu verstehen

Michael Förtsch 14.10.2016

Der Milliardär Elon Musk versucht, mit Technologie die Welt zu verändern – und vielleicht sogar die Menschheit zu retten. Die einen halten den SpaceX- und Tesla-Gründer für genial, die anderen glauben, er sei ein Spinner. WIRED hat Zitate und Fakten zusammengetragen, die zeigen, wie Musk tickt.

Er baut Elektroautos, schickt recycelbare Raketen ins All, will den Mars besiedeln, Überschallzüge rund um die Welt schicken und glaubt, dass irgendwann Hirn und Computer zu einer Einheit verschmelzen. Elon Musk gilt als einer der umtriebigsten und mutigsten Unternehmer unserer Zeit. Reich wurde der gebürtige Südafrikaner einst mit dem Startup Zip2, das es Verlegern ermöglichte, Karten und Adressen im Netz zu veröffentlichen. Dessen Verkauf an den Computerhersteller Compaq machte Musk zum Multimillionär. Daraufhin gründete er X.com, aus dem später PayPal werden sollte. Das verkaufte er 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an eBay. Musks Vermögen soll mittlerweile rund 11,5 Milliarden Dollar betragen. Und die investiert er in immer neue Ideen.

Seine Pläne erscheinen dabei nicht immer rational oder machbar, sondern oft exzentrisch und überambitioniert. Der Milliardär möchte nicht nur die nächste mittelmäßige Geschäftsidee finden, sondern gleich ganze Lebensbereiche verändern, den Alltag von Milliarden Menschen umkrempeln und die Zukunft gestalten. Damit erscheint Musk vielen als brillanter Visionär, aber ebenso vielen auch als Großmaul, Blender oder Verrückter mit zu viel Geld. Dabei lassen sich seine Motive und Ideen durchaus nachvollziehen, wenn man auf seine Vergangenheit, Interessen und Rückschläge schaut. Denn anders als einst Steve Jobs, die Google-Gründer oder Bill Gates spricht Elon Musk gern und ungezwungen über sich, seine Ansichten und seinen Blick auf die Welt.

Musk glaubt, dass wir in einer Simulation leben
„Es gibt eine Chance von eins zu einer Milliarde, dass wir in der Basisrealität leben“, sagte Elon Musk auf der Code Conference von Recode. Damit outete er sich als Anhänger der sogenannten Simulationshypothese von Nick Bostrom. Die besagt, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Menschheit lediglich als Teil einer Computersimulation existiert – also einer Art Scheinwelt wie in The Matrix. Musk will „sehr viel“ darüber nachgedacht haben und nimmt diese Idee äußerst ernst. Angeblich ist er einer von zwei Silicon-Valley-Milliardären, die Forscher damit beauftragt haben, die Hypothese zu prüfen und eine Möglichkeit zu finden, uns aus der Matrix zu befreien.

Musk findet, Steve Jobs war ein Arsch
„Bei dem einen Mal, als ich Steve Jobs traf, war er schon ein ziemlicher Arsch“, sagt Elon Musk über den 2011 verstorbenen Apple-Gründer. Auf einer Party war er ihm durch Google-Gründer Larry Page vorgestellt worden. Mit seinem negativen Eindruck ist Musk nicht allein. Tatsächlich wurde Steve Jobs sowohl von Mitarbeitern als auch Bekannten als inspirierendes Genie gefeiert, aber auch als einschüchternder Tyrann und grässlicher Egomane gefürchtet. Musk sei genauso fordernd, wenn es um seine Projekte geht, heißt es. Aber ebenso soll er ein echter Scherzbold sein, der ständig Witze reißt – vor allem über sich selbst.

Musk hält mehr von Persönlichkeit als von Talent
„Mein größter Fehler war, dass ich zu viel auf das Talent eines Menschen gab aber zu wenig auf seine Persönlichkeit“, gestand Elon Musk bei einer Diskussion auf dem SXSW-Festival 2013. „Ich machte diesen Fehler mehrere Male.“ Für Musk ist das Arbeiten an großen Projekten eine Sache des Teamworks – deswegen gibt es bei Tesla und SpaceX mittlerweile eine Keine-Arschlöcher-Regel. „Ich denke, es spielt wirklich eine Rolle, ob jemand ein gutes Herz hat; das tut es wirklich“, so Musk. „Ich machte den Fehler und glaubte, es gehe nur ums Hirn.“ Wer kein guter Mensch sei, der sei bei ihm also falsch – aber könne gut woanders Platz finden. „Wenn du's bei Tesla nicht schaffst, arbeitest du bei Apple“, sagt Musk.

Musk hat Angst vor Urlaub
Was Urlaub angeht, ist Elon Musk sehr skeptisch. Nicht, dass er Urlaube generell nicht mögen oder sie anderen nicht zugestehen würde. Allerdings ist er der Meinung: „Urlaub bringt dich um.“ Diese „Lehre“, wie er sagt, zog er aus einem Ausflug nach Brasilien und in seine südafrikanische Heimat im Jahre 2000. Dabei zog sich nämlich eine schwere Malaria-Infektionen zu. Sechs Monate brauchte er nach der Behandlung, um sich wieder vollständig zu erholen. „Mann, das war echt keine spaßige Erfahrung, aber es hilft dir wirklich, deine Ziele zu definieren“, sagte Musk. Tatsächlich hat er wenig später SpaceX und Tesla Motors gegründet. Aber auch ohne Nahtoderfahrung sei die Vorstellung, gelangweilt am Stand zu liegen, für ihn „das schlimmste überhaupt“.

Musk glaubt nicht an Alien-Götter
Laut Verschwörungstheoretikern wie Erich von Däniken oder Giorgio A. Tsoukalos haben außerirdische Astronauten-Götter einst die Menschen besucht und die Pyramiden erbaut. Elon Musk hält das für Unfug. „Steine aufeinanderstapeln ist kein Zeichen für fortgeschrittene Zivilisationen“, schrieb er auf Twitter. „Die alten Ägypter waren fantastisch. Falls Aliens die Pyramiden gebaut hätten, hätten sie einen Computer oder so etwas zurückgelassen.“ Damit ging er auch auf den Scherz ein, er selbst sei ein Alien beziehungsweise extraterrestrisches Echsenwesen. „Die Gerüchte, dass ich ein Raumschiff baue, um zu meinem Heimatplaneten Mars zurück zu gelangen, sind total unwahr“, so Musk.

Musk lebte früher von einem Dollar am Tag
„In Amerika ist es sehr einfach, dich selbst am Leben zu erhalten“, erklärt Elon Musk die Machbarkeit eines Experimentes, das er in seiner College-Zeit durchführte. „Ich versuchte, von nur einem Dollar am Tag zu leben, was ich auch schaffte.“ Er aß Hotdogs, Nudeln mit Butter und Orangen. Was der heutige Milliardär als Erkenntnis daraus zog? „Ich erkannte, dass ich mit meinem Rechner in einem günstigen Apartment ganz okay leben könnte, ohne hungern zu müssen“, sagt er. Mehr brauchte er angeblich nicht. Entsprechend sei das Risiko für ihn vertretbar gewesen, Geld und Zeit in riskante Projekte zu investieren. Die US-Journalistin Kathleen Elkins hatte das Experiment dieses Jahr nachgestellt und kam zum gleichen Ergebnis.

Musk ist von vielen Firmenzentralen gelangweilt
„Jeder lässt Präsentationen in seinen Empfangshallen laufen. Ich denke dagegen darüber nach, eine Achterbahn einzubauen – eine echte funktionierende Achterbahn in der Fabrik (von Tesla, Anm. d. Red.) in Fremont“, so wird Musk in der Biographie Wie Elon Musk die Welt verändert zitiert. „Du steigst ein und sie würde dich durch die Fabrik fahren aber auch hoch und runter.“ Tatsächlich ödeten ihn nämlich die Austauschbarkeit und das biedere, steife Selbstbild vieler Technologiefirmen an. Aber vor allem: „Wer sonst hat eine Achterbahn?“, begründet der Milliardär seine Vorstellung. „Das wäre sicher furchtbar teuer aber ich mag die Idee.“

Musk hat Angst vor dem dritten Weltkrieg
Auch wenn Elon Musk nicht vom Mars stammt, hat er doch ganz pragmatische Gründe, den Roten Planeten zu kolonisieren: Nur so lasse sich das Überleben der Spezies Mensch sicherstellen. Als eine der größten Gefahren für sie sieht er einen dritten Weltkrieg. Auch Anfang des 20. Jahrhunderts habe die Menschheit an eine Zeit des Friedens geglaubt, doch dann gleich zwei Weltkriege hintereinander erlebt. „Deswegen glaube ich, wir sollten akzeptieren, dass es eine sichere Chance auf einen dritten Weltkrieg gibt“, sagt Musk. „Falls der stattfindet, wäre er wohl schlimmer als alles, was wir zuvor erlebt haben.“ Jedoch hat Musk auch einen ganz persönlich den Traum, der ihn zum Roten Planeten zieht. „Ich würde gern auf dem Mars sterben“, sagte der Milliardär schon 2013. „Aber nicht unbedingt beim Aufschlag.“

Musk ist nie zu Hause – aber gern bei Larry Page
„Ich weiß nicht, wo ich heute Nacht bleiben soll. Kann ich vorbeikommen?“, soll Elon Musk den Google-Gründer Larry Page gefragt haben – und das durchaus öfter. Denn der Tesla-Gründer ist viel unterwegs und verhält sich offenbar, als habe er kein Zuhause. Dass er ausgerechnet Larry Page um einen Schlafplatz bittet, hat seinen Grund. Denn beide sollen „beste Kumpels“ sein, die gerne auch mal bei einem Bier auf dem Sofa philosophieren oder bei einem Videospiel abhängen. Dabei fürchtet Musk allerdings, dass Googles KI- und Robo-Projekte zur Versklavung der Menschheit durch die Computer führen werden. Page hingegen hält große Stücke auf Musks Pläne und glaubt, dass dieser die Welt verbessern werde. Er würde ihm, sollte er zuerst sterben, daher wohl sein Vermögen überlassen.

Musk fürchtet, zu scheitern – findet es aber auch notwendig
„Ich habe die Mentalität eines Samurai. Ich würde eher Seppuku begehen als zu scheitern“, soll Musk zu einem Investor gesagt haben. Das bestreitet Musk allerdings. Denn er habe zwar Angst vor dem Scheitern, ist aber ebenso der Meinung, dass es manchmal nötig sei. „Wenn du nicht scheiterst, bist du nicht innovativ genug“, behauptet er. Tatsächlich hatte der Milliardär in seiner Vergangenheit einige Rückschläge. Sowohl 2008 als auch 2013 stand Telsa an der Schwelle zur Pleite – ebenso wie Musk selbst, der einen Großteil seines Vermögen investiert hatte. Beinahe wäre Tesla daher 2013 an Google verkauft worden. Ebenso schien SpaceX 2008 zu floppen, nachdem drei Testflüge der Falcon-1-Rakete in Folge schief gingen. Hätte ein vierter und erfolgreicher Start SpaceX nicht einen Vertrag mit der NASA eingebracht, wäre es „das totale Game Over“ gewesen. Zu guter Letzt hatte Elon Musk einst auf eine Anstellung bei Netscape gehofft. Jedoch hat er auf seine Bewerbung nie eine Antwort bekommen.

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