/Gadgets

Die britische Navy will autonome U-Boote, die wie Fische aussehen

28.08.2017

Wie werden die Kriegsmaschinen der Zukunft aussehen? Keine leicht zu beantwortende Frage – wenn es um mehr als 50 Jahre geht sogar fast unmöglich. Aber die britische Royal Navy hat es trotzdem versucht.

Unter dem Titel Nautilus 100 zeigt die Navy Bilder von Mikro-Drohnen, die in mehr als 50 Jahren die Meere patrouillieren sollen. Anlass dafür war der 100. Geburtstag der Nautilus, des ersten atombetriebenen Unterseeboots der Welt.

„Der Kriegsschauplatz Unterwasser ist eine echte Herausforderung und das wird er noch für eine lange Zeit bleiben“, sagt Peter Pipkin, der Robotics Officer der Royal Navy. Für ihn ist klar: Die Unterseefahrzeuge der Zukunft werden autonom sein.

Auch wenn die vorgestellten Konzepte niemals Realität werden, sind sie dennoch beeindruckend anzusehen. Die Drohnen bewegen sich wie Tiere durch das Wasser. Und im Zentrum steht ein großes U-Boot, von dem verschiedene kleinere Fahrzeuge gestartet werden können.

„Unterwasser zu arbeiten ist extrem schwierig, bereits die Kommunikation ist schwer“, sagt Pipkin. „Durch eine ganze Flotte oder einen Schwarm von unbemannten Unterwasserfahrzeugen kann die Kommunikationsreichweite erhöht werden. Durch sich selbst formende Netzwerke.“

Das Mutterschiff ist die Nautilus 100. Sie besitzt eine 3D-gedruckte Hülle aus Acrylverbindungen und kann bis zu 1000 Meter tief tauchen. Im Inneren gibt es Raum für bis zu 20 Personen, die das U-Boot über ein Gehirninterface steuern. Das Mutterschiff würde quasi als Kontrollzentrum für die kleineren Drohnen operieren.

Die Nautilus 100 würde von zwei Triebwerken bewegt werden: einem für hohe und einem für niedrige Geschwindigkeiten. Letzteres würde dem U-Boot erlauben, unbemerkt zu bleiben. Der Antrieb saugt Wasser durch die Front ein und stößt es nach hinten wieder aus.

Die autonomen Drohnen der Nautilus 100 werden Unmanned Underwater Vehicles (UUV) genannt. Sie können über Waffenschächte an der Oberseite des Mutterschiffs zu Wasser gelassen werden.

Ein solches UUV könnte beispielsweise ein Aal sein, der dann ohne menschliche Hilfe hunderte von Meilen weit reist. Ab und zu würde er dann kleine Sensoren abwerfen, die sich zu einem Mesh-Netzwerk verbinden. „Diese Multifunktionssensoren horchen nach kleinsten Schallwellen oder elektromagnetischen Störungen“, schreibt die Royal Navy.

Für ein U-Boot ist es wichtig, verborgen zu bleiben. Die 3D-gedruckten Mikro-Drohnen sollen sich deshalb nach einiger Zeit auflösen. Wie genau das funktionieren soll, bleibt derzeit reine Fiktion.

Die zentrale Waffe der Nautilus wäre ein Schwarm aus Flugfisch-Drohnen. Die würden klassische Torpedos und Raketen ersetzen und sich nicht nur optisch an echten Fischen orientieren. „Mit ihren Flügeln würden sie dicht über dem Wasser fliegen und beim Tauchen an der Oberfläche bleiben“, schreibt die Royal Navy.

Die Bewaffnung der autonomen Fische könnte jederzeit ausgetauscht werden. Durch die Lüfte fliegen sie mit kleinen Mikroturbinen. Und um zu verhindern, dass diese sich beim Abtauchen mit Wasser füllen, schließt die Drohne einfach ihre Schotten.

 

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED.uk
Das Original lest ihr hier.