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Dieser Ring macht eure Hand zum Smartphone

Michael Förtsch 07.08.2017

Ein Startup aus Hong Kong will verändern, wie wir telefonieren. Statt einem Smartphone sollen wir schon bald nur noch unsere Hand ans Ohr halten. Ein cleverer Ring soll sich dafür mit dem Telefon koppeln und die Sprache durch unsere Knochen leiten.

Zugegeben, das schaut sonderbar aus. Das Team hinter dem Startup Origami Labs hat einen smarten Ring entwickelt, der die Hand zum Telefonhörer machen soll. Steckt der Orii am Finger, genüge es, sich den Ringfinger ans Ohr zu halten. Schon würde man den Gesprächspartner selbst in lauten Umgebungen glasklar verstehen.

Möglich machen sollen dies das Prinzip der Knochenleitung. Dabei wird der Klang vom Ring als Vibration direkt über die Fingerknochen übertragen und beim Anlegen ans Ohr vom Schädelknochen empfangen. Die gleiche Technik hat auch schon Googles Datenbrille Glass genutzt. Vor allem kommt sie aber im medizinischen und militärischen Bereich zum Einsatz.

Der smarte Ring fällt mit Abmessungen von drei mal zwei Zentimetern in Länge und Breite und knapp über einem Zentimeter Höhe nicht gerade schlank aus. Die verbaute Technik soll das allerdings rechtfertigen. Denn im spritzwasserdichten Gehäuse sind ein kleiner Akku für 1,5 Stunden Gesprächs- und 40 Stunden Standby-Zeit verbaut. Ebenso Bluetooth 4.0 LE, mit dem der Ring mit dem Telefon gekoppelt wird. Zudem soll sich im Orii ein sensibles Mikrofon verstecken, das nicht nur zum Telefonieren taugt, sondern den Ring auch zum perfekten Tool für sehbeeinträchtigte Menschen macht, die bei der Benutzung von Touchscreens benachteiligt sind.

Orii soll von Beginn an mit Assistenzsystemen wie Siri und Googles Assistant kompatibel sein und das Smartphone auf diese Weise steuern lassen, ohne dass es in der Hand gehalten werden muss. Kalendereinträge, Anrufe, WhatsApp-Konversationen oder Notizen könnten einfach mit der Hand am Ohr getätigt werden – und ohne, dass jemand mitlauschen kann. Denn den Vibrationston aus dem Orii kann nur der Nutzer selbst hören. Ebenso werden auch eingehende Anrufe oder Benachrichtigungen über ein leichtes Vibrieren am Finger angekündigt. Inspiration hierfür soll der sehbehinderte Vater von Origami-Lab-Gründer Kevin Johan Wong gewesen.

Die Entwicklung des Orii begann bereits im Juli 2015. Wobei das Team hierbei einst eine Manschette erarbeitete, die direkt um das Handgelenk geschlungen wurde. Ein kleiner Arm leitete den Vibrationsklang in die Handfläche. Anfang vergangenen Jahres gelang es, die Technik auf Ringgröße zusammenzuschrumpfen. Derzeit fragt Origami Labs auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter nach einer Anschubfinanzierung. 30.000 US-Dollar wollte das Team einsammeln, hat aber bereits über 217.000 US-Dollar bekommen. Unterstützer können Orii dabei schon für 119 US-Dollar vorbestellen. Die ersten fertigen Ringe sollen im Februar 2018 ausgeliefert werden.

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