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Können Ganzkörper-Gadgets VR noch realer machen?

WIRED Editorial 05.01.2017

Entwickler auf der CES stellen Schuhe und Anzüge für die Virtual Reality vor. Sie wollen uns damit noch mehr in die künstliche Umgebung hineinziehen. 

Das vergangene Jahr war ein wegweisendes im Bereich der Virtual Reality: Die Headsets Oculus Rift, HTC Vive und Play Station VR kamen auf den Markt. Sie sollen uns über Spiele und Filme in eine dreidimensionale virtuelle Welt hineinziehen. Aber nicht nur unsere Augen sollen getäuscht werden, die Brillen kommen auch mit überraschend gut funktionierenden Touch-Controllern und Bewegungssensoren, um das Erlebnis noch echter zu machen. Die Branche spricht dann oft von Immersion: Die beschreibt die zunehmende Identifikation eines Users mit seinem virtuellen Selbst. Die Grenze zwischen der tatsächlichen Welt und der virtuellen Realität soll verschwimmen. 

Während sich Medien fragen, ob sich VR 2017 überhaupt im Mainstream durchsetzen kann, wetteifern die Entwickler bereits um die immersivste Erfahrung. Auf der CES (Consumer Electronic Show) in Las Vegas stellten sie dazu einiges vor.

So kann man mit dem Hypersuit des Pariser Software-Startups Theory selbst durch virtuelle Welten und den Weltraum fliegen. Der Spieler liegt dazu mit ausgebreiteten Armen auf einem Exoskelett und steuert mit Armbewegungen. Wenn er beispielsweise den rechten Arm bewegt, bewegt sich auch sein Game-Charakter nach rechts. Die Entwickler haben den Hypersuit so konzipiert, „dass er jede menschliche Bewegung genau simulieren kann“, wie sie erklären.

Auf der CES können die Besucher so zu Base-Jumpern werden oder als Raumfahrer und Superheld herumdüsen. Damit das Ganze dann noch echter wirkt, haben die Gründer von Theory zusätzlich einen Ventilator vor den Simulator gestellt. Bislang ist der Hypersuit nur ein Prototyp und noch nicht zum Verkauf vorgesehen. Die Macher können sich aber vorstellen, dass das Gadget bald beim Training von Militär-Piloten zum Einsatz kommt und bezeichnen ihre Entwicklung als „sichersten Weg, um das Extreme zu erkunden“.


Auch die japanische Firma Cerevo hat auf der CES ein unorthodoxes VR-Gadget vorgestellt. Mit den Virtual-Reality-Sandalen Taclim sollen Spieler die virtuelle Welt mithilfe ihrer Füße wahrnehmen. Zusätzlich zu den Schuhen tragen sie auch Handschuhe, die als Controller funktionieren sollen. Jeder Schuh besitzt drei Sensoren, die Vibrations-Feedback an den Fuß senden. Zwei Sensoren befinden sich nahe der Sohle, ein weiterer nahe den Zehen. Die Handschuhe besitzen einen fühlbaren Sensoren.

Sowohl die Handschuhe als auch die Schuhe haben Bluetooth 4.1. Ein eingebauter Sensor soll die Beschleunigung messen, ein Gyrosensor Richtungsänderungen. „Taclim generiert das Gefühl, virtuelle Wüsten, Gras oder Wasser zu betreten“, heißt es auf der Unternehmens-Website. Mithilfe der Schuhe kann ein Träger auch Objekte umstoßen oder Fußball spielen.

Taclim ist für Googles VR-Angebot ausgelegt. Die ersten Modelle sollen Ende diesen Jahres zu einem Preis von ca. 945 bis 1400 Euro verschickt werden. Cerevo hofft, dass die Schuhe in Kürze auch mit Oculus, Steam VR und PlayStation VR kompatibel sind. Für Unity wurde eine eigene Software entwickelt.

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