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Ja, ihr könnt euch euer eigenes iPhone bauen

Michael Förtsch 13.04.2017

Ein ehemaliger Google-Entwickler hat sich selbst ein iPhone 6s gebaut. Die Einzelteile kaufte er auf den Märkten der chinesischen Tech-Metropole Shenzhen. Ein aufwändiges, aber lohnenswertes Projekt.

Vor 30 Jahren gab es auf dem heutigen Stadtgebiet von Shenzhen lediglich einige Dörfer und Reisfelder. Heute ist die Sonderwirtschaftszone eine der am schnellsten wachsenden Metropolen der Welt. Aber vor allem ist sie das technologische Mekka Chinas und beheimatet im Huaqiangbei-Bezirk eine unüberschaubare Zahl von Elektronikmärkten, in denen man so ziemlich alles kaufen kann. Das faszinierte den Bastler und Ex-Google-Entwickler Scotty Allen, der zeitweise in China lebte. Er kam daher auf die Idee, sich selbst ein iPhone 6s zu bauen – aus Komponenten, die er auf den Märkten von Shenzen kaufen konnte.

„Es ist nicht einmal so schwer“, erklärt Allen in einem 25 Minuten langen YouTube-Video und auf seinem Blog, wo er sein fünfmonatiges Hobbyprojekt dokumentiert hat. Letztlich brauche es für ein funktionelles iPhone nicht allzu viele Komponenten: eine Hauptplatine, mit der auch das Betriebssystem kommt, einen Touchscreen, einen Akku und eine Schale für das Telefon. All das konnte Allen in Massen an den Ständen von Huaqiangbei finden, die sich in langen Reihen durch Hallen, Gänge und teils bis auf die Straßen ziehen. Das größte Problem sei die Sprachbarriere gewesen, sagt Allen. Zum Teil habe er nur mit Hilfe von einheimischen Freunden in Erfahrung bringen können, ob es sich um Nachbauten oder funktionierende Original-Ersatzteile handelte.

Insgesamt gab der Bastler für die Komponenten 300 Dollar aus. Für die Batterie habe er sogar nur fünf Dollar bezahlt. Die tatsächlichen Kosten für das gesamte Projekt liegen aber weit höher. „Insgesamt habe ich über 1000 Dollar ausgegeben“, erzählt Allen. „Etwa für Extrateile, Kram, der kaputtging, und Werkzeug, das ich nicht brauchte.“ Ebenso musste er viel Zeit investieren und Experten um Hilfe bitten, die beispielsweise den LCD-Bildschirm mit der Hintergrundbeleuchtung und den Touchscreen montierten. Am Ende habe jedoch ein iPhone 6s mit 16 GByte Speicher gestanden, das optisch und qualitativ nicht vom Original zu unterscheiden sei. Aber vor allem habe er „jede Menge coole Sachen gelernt“, sagt Allen. Nicht nur über den Aufbau eines Smartphone, sondern auch über die chinesische Tech- und Bastlerszene.

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