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UN-Luftfahrtbehörde will Drohnen und deren Halter weltweit registrieren

WIRED Staff 11.09.2017

Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) will eine weltweite Drohnendatenbank erschaffen. Damit würden nationale Datenbanken unnötig. Außerdem könnte es globale Standards bei der Markierung und beim Betrieb von unbemannten Fluggeräten geben.

Eine globale Datenbank soll künftig die Existenz, aber auch die Position und Flugroute sämtlicher Drohnen der Welt erfassen, geht es nach der UN-Sonderorganisation ICAO. Ähnlich wie bei zivilen Flugzeugen könnte es damit Sicherheitsvorkehrungen geben, die eine Kollision in der Luft verhindern. Die Daten sollen laut ICAO-Direktor Stephen Creamer in Echtzeit online zur Verfügung gestellt werden und als weltweiter Standard gelten. Dadurch müssten Nutzer einer Drohne diese nur an einem Ort registrieren, könnten sie allerdings weltweit nutzen.

Noch im September will die ICAO laut Reuters ein Symposium abhalten, auf dem Themen wie Registrierung, Tracking, aber auch die Absperrung von Flugverbotszonen angesprochen werden. Dabei stehen neben Vertretern der UN-Luftfahrtbehörde auch Vertreter von Firmen wie Google, Rockwell Collins und Amazon auf der Rednerliste. Mittelfristig will die Behörde internationale Regeln festlegen, nach denen sich die Hersteller und Besitzer der Fluggeräte dann richten können und sollen.

Das Drohnenregister soll unterschiedliche nationale Behörden ersetzen und so weltweit einheitliche Regeln schaffen. Drohnenhersteller sorgen sich bereits darum, was passieren wird, wenn etwa die EU, die USA und China jeweils eigene Regelwerke aufstellen und es somit unterschiedliche Modelle für die einzelnen Märkte geben müsste. Widerstand gegen eine zentrale Registrierung unbemannter Fluggeräte dürfte es allerdings ebenfalls geben: Zuletzt war der Versuch der Federal Aviation Administration in den USA, ein US-Drohnenregister aufzubauen, am rechtlichen Widerstand von Hobbyistengruppen gescheitert.