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Was ein Laptop-Verbot für EU-USA-Flüge bedeuten würde

Michael Förtsch 11.05.2017

Die US-Regierung will das Laptop-Verbot auf Flügen in die Vereinigten Staaten angeblich auch auf Reisende aus der EU ausweiten. Damit würden Trips in die USA noch umständlicher. Wir sagen euch, was das bedeuten würde.

Schon seit März gilt der sogenannte Laptop Ban für Reisende aus bislang acht Ländern im Nahen Osten und Nordafrika. Das bedeutet, dass bestimmte elektronische Geräte von Fluggästen auf dem Weg in dies USA nicht mehr im Handgepäck in die Kabine gebracht oder am Sitzplatz genutzt werden dürfen. Begründet wurde der Schritt mit der Gefahr eines Terroranschlags: In Laptops und anderen Geräten ließen sich leicht Sprengsätze unterbringen. Von den betroffenen Ländern, Fluglinien und Flughäfen gab es herbe Kritik. Nun könnte die auch E-Ban genannte Sicherheitsrichtlinie aber auch für europäische Reisende kommen.

Zumindest wollen das verschiedene Medien aus Kreisen der Europäischen Kommission erfahren haben. Ob alle oder nur bestimmte Fluglinien, Flughäfen und Fluggesellschaften betroffen wären, ist bislang unklar. Das US-Heimatschutzministerium selbst will noch „keine abschließende Entscheidung“ getroffen haben aber bestätigt, dass eine solche Prozedur erwogen werde.

Welche Geräte wären betroffen?
Das bisherige Laptop-Verbot betrifft Geräte, die „größer als ein Mobiltelefon/Smartphone“ sind. Diese dürfen nicht mehr mit an den Sitzplatz genommen und in der Kabine verstaut werden. Eine einheitliche Regelung oder klare Definition darüber, wie groß ein Smartphone ist, existiert jedoch nicht. Verboten sind jedenfalls mit Bestimmtheit Laptops, DSLR- und SLR-Kameras, E-Book-Reader wie der Kindle, Tablets wie das iPad und auch Spielkonsolen wie die Nintendo Switch. Ebenso wurden beim bisherigen Laptop-Verbot aber auch schon Fälle registriert, bei denen Passagiere mit Smartphones in der Größe eines Samsung Note, iPhone 7 Plus oder einem Nintendo 3DS XL bei der Sicherheitskontrolle aufgehalten wurden. Diese Geräte müssen dann im normalen Reisegepäck mit aufgegeben werden.

Was würde das Verbot bedeuten?
Für viele Reisende würden Trips in die USA noch umständlicher als bisher. Da Check-ins und Sicherheitskontrollen mehr Zeit in Anspruch nehmen würden, müssten Fluggäste früher am Flughafen erscheinen. Während eines mehrstündigen Fluges dann Filme auf dem Tablet zu schauen oder auf dem Laptop zu spielen, ginge nicht mehr. Geschäftsreisende, die während ihres Fluges arbeiten wollen oder müssen, könnten dies nicht mehr tun. Ebenso würde der E-Ban Behörden-, Bankmitarbeiter und Diplomaten treffen, die in vielen Fällen verpflichtet sind, ihre Laptops aus Sicherheitsgründen stets bei sich zu tragen und nicht unbeaufsichtigt zu lassen.

Das Laptop-Verbot würde monatlich rund über 400.000 Menschen betreffen, die von deutschen Flughäfen aus in die USA reisen. Auch müssten Flughäfen und Fluggesellschaften neue Prozeduren etablieren und Mitarbeiter schulen. Zumindest große Airlines wie British Airways und die Lufthansa wollen für die eventuelle Ausdehnung des Laptop-Verbots aber schon Pläne vorbereitet haben. Ob für die EU jedoch genau die gleichen Richtlinien wie für die bislang betroffenen Verbindungen gelten könnten, ist noch nicht abzusehen.

Ein finaler Beschluss soll angeblich bis Ende der Woche verkündet werden. Noch am heutigen Donnerstag soll sich das Flugsicherheitskommittee der Europäischen Union mit den potentiellen Plänen befassen. Ähnlich dem ursprünglichen Laptop-Verbot könnte die neue Sicherheitsvorschrift des US-Heimatschutzministeriums schon wenige Tagen nach Beschluss in Kraft treten.

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