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Für Unentschlossene: Welcher Amazon Echo ist der richtige?

Matt Burgess / WIRED UK 12.12.2017

Amazon hat vier Echo-Lautsprecher herausgebracht. Welcher davon für euch der richtige ist, zeigen wir im WIRED-Guide.

Amazons smarter Lautsprecher Echo ist in den USA schon vor drei Jahren auf den Markt gekommen. Mit zunehmender Konkurrenz durch Google, Microsoft und Apple hat das Unternehmen neue Funktionen hinzugefügt und das Aussehen des Echo angepasst, so dass er mit den Wettbewerbern mithalten kann.

In den letzten sechs Monaten kamen immer mehr Varianten des Lautsprechersystems hinzu. Inzwischen sind vier Geräte verfügbar. Da wäre der klassische Echo, der erweiterte Echo Plus, der Echo Show mit Display und das kleinste und älteste Mitglied der Familie: der Echo Dot. Später dazu kommen sollen noch der Echo Spot und Echo Look. Wir haben alle vier derzeit verfügbaren Geräte für getestet.

Kurz vorab: Wir haben nicht die Künstliche Intelligenz (KI) von Alexa getestet, sondern uns nur auf die Hardware konzentrieren. Egal auf welchem Gerät ihr Alexa benutzt, die KI bleibt immer gleich – auch bei Drittanbietern. Sie hat überall dieselben Schwächen und Stärken, unabhängig davon, in welchem Gehäuse sie steckt.

Amazon Echo

Die neueste Echo-Version von 2017 soll das Originalgerät ersetzen, das Ende 2016 auf den Markt kam. Es ist etwas kleiner und hat ein Design-Update bekommen. Keines der Echo-Produkte sah je besonders hübsch aus, der neue Echo ist jedoch bei weitem der ästhetischste. Er ist mit 15 Zentimetern etwa so groß wie ein Bierglas. Das 99,99-Euro-Gerät ist das einzige, das eine Stoffummantelung hat. Damit ähnelt es den Google-Home-Produkten, die am besten darin sind, unauffällig in einer Zimmerecke zu verschwinden. Neben Stoff gibt es ihn auch in Holz- oder Metall-Optik.

Zusätzlich hat Amazon auch die Spracherkennung auf weite Entfernungen verbessert. Der Unterschied ist tatsächlich bemerkbar. Vorbei sind die Zeiten, in denen man fünf Mal nach Alexa rufen musste, damit es einem seine Aufmerksam schenkt. Die Spracherkennung ist nun so empfindlich, dass man mit normaler Lautstärke aus einem angrenzenden Raum rufen kann.

Die Qualität der Lautsprecher ist so, wie man es von einem mittelgroßen Gerät erwarten darf: durchschnittlich. Sie sind besser als die des ersten Amazon Echo. Audiophile werden mit ihm allerdings nicht glücklich werden. Im Gegensatz zum ersten Echo hat die neue Version aber einen 3,5-Millimeter-Klinken-Eingang, um externe Lautsprecher anzuschließen.

Alles in allem ist der Echo für Menschen, die sich einen Bluetooth-Lautsprecher zulegen wollen, der gut genug ist, um einen mittelgroßen Raum zu beschallen.

Urteil: Der rundum beste Echo

Amazon Echo Plus

Während der Echo ein neues Design bekam, hat Amazon dem etwas größeren Echo Plus keinen solchen Luxus spendiert. Der 23,5 Zentimeter hohe Zylinder unterscheidet sich äußerlich nicht vom ursprünglichen Echo von 2014.

Mit 149,99 Euro ist er in der oberen Preisklasse der Amazon-Produkte angesiedelt und wird nur noch vom Echo Show übertroffen, der 219,99 Euro kostet. Für den höheren Preis gibt es einen etwas besseren Lautsprecher – sonst nichts. Tatsächlich ist die Klangqualität besser als die des kleineren Geräts, was aber keine große Überraschung ist. Die Spracherkennung ist ähnlich gut wie bei der neuen Version des regulären Echo.

Das Alleinstellungsmerkmal ist ein anderes: Im Gegensatz zum Standard-Echo ist der Plus ein Hub für alle vernetzten Smart-Home-Geräte. Dafür nutzt er den Zigbee-Standard, mit dem Smart-Home-Geräte untereinander kommunizieren können. Somit können unterstützte Produkte auch ohne Smarthubs mit dem Echo Plus verbunden werden.

Der Echo Plus ist Amazons Premium-Produkt in einer ständig wachsenden Auswahl von KI-Lautsprechern. Vor allem wird er aber nur Leute ansprechen, die auch Smart-Home-Produkte wie vernetzte Lampen, Türklingeln und mehr kaufen wollen.

Urteil: Für Smart-Home-Fans

Amazon Echo Show

Der Echo Show ist der teuerste Vertreter der Produktfamlie. Dafür hat er aber auch das größte Potenzial. Leider hat ihn der 7-Zoll-Bildschirm zu einer unglaublich hässlichen Box gemacht – für den Preis hätten wir schon etwas Stylischeres erwartet.

Der Bildschirm hat nicht gerade die beste Auflösung, aber er ist auch nicht zum Anschauen von Serien gedacht. Der Show ist kein Tablet. Aber er ist ein logischer Schritt in der Weiterentwicklung dieser Geräte, die Google angeblich kopieren will.

In der alltäglichen Benutzung kommt man nicht daran vorbei, immer wieder auf die Zeit oder Nachrichtenschlagzeilen zu starren. Nachrichten-Updates, die zuerst auf dem Echo eingeführt wurden, gibt es jetzt im Videoformat, beispielsweise eine Zusammenfassung der Tagesschau. Wenn der Show Musik abspielt, kann er auch den Songtext abbilden. Das ist zwar ganz nett, aber nicht wirklich notwendig.

Eine große Sache fehlt dem Show und das ist die YouTube-Unterstützung. Wenn man zum Beispiel in der Küche ist und nach einer Anleitung für Pizzateig sucht, könnte der Show ein entsprechendes YouTube-Videos heraussuchen. Der andauernde Streit zwischen Google und Amazon bedeutet jedoch, dass diese Funktion wohl nicht so schnell oder sogar nie kommen wird.

Der Show erlaubt Videoanrufe zu anderen Echo Shows, was die Funktion wohl nur auf wenige Menschen beschränken wird. Daher ist es auch wichtig, den Show dort zu platzieren, wo er gut zu sehen ist. Er ist schließlich nicht kabellos. Außerdem muss man ziemlich nah an die Kamera herantreten. Eine Skype-App oder andere Videochat-Dienste würden dem Gerät gut tun. Geplant ist in der Hinsicht derzeit nichts.

Der Echo Show ist eine sinnvolle Weiterentwicklung von Amazon. Aber sollte man ihn kaufen? Wenn wir ehrlich sind, ist er seiner Zeit etwas voraus. Es braucht mehr Apps – oder Skills, um mit den Worten von Amazon zu sprechen – damit der Bildschirm wirklich Sinn ergibt. Womöglich werden Wettbewerber ihren eigenen KI-Assistenten mit Bildschirm entwicklen. Amazon hat derzeit noch einen kleinen Vorsprung.

Urteil: Nur für Early Adopters

Amazon Echo Dot

Der Echo Dot ist das kleinste und damit auch günstigste Gerät unter Amazons Heimassistenten. Mit 59,99 Euro (aktuell bei 34,99 Euro) ist es wohl das geeignetste Gerät für Einsteiger.

Da sich Alexa von Gerät zu Gerät nicht unterscheidet, braucht man auch keine Angst zu haben, dass etwas fehlt. Das einzige, das unter der Größe leidet, ist der Sound. Musik klingt in etwa so wie aus einem besseren Laptop. Eine Zeit lang kann man darüber schon Musik hören, für die musikalische Untermalung der nächsten Dinner-Party taugt der Dot allerdings nicht. Dieses Problem löst jedoch sein 3,5mm-Klinkenanschluss. Hier kann einfach ein bereits existierender Lautsprecher angesteckt werden.

Der Dot ist gut genug für das einfache Frage-Antwort-Spiel. Das ganze System ist nicht größer als ein Hockey-Puck und wie der hübschere Google Home Mini klein genug, um nicht aufzufallen.

Wer nach einem Heimassistenten von Amazon sucht, nicht viel Geld ausgeben möchte und schon gute Lautsprecher zu Hause hat, sollte zum Dot greifen.

Urteil: Der Echo für Jedermann

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK.