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Der Google Home Mini ist ein würdiger Konkurrent zum Echo Dot

Matt Burgess / WIRED UK 02.11.2017 Lesezeit 4 Min

Genau wie Amazon hat jetzt auch Google eine Miniversion seines Lautsprecher-Assistenten veröffentlicht. Der Google Home Mini ist eine hübschere Variante des Echo Dot – allerdings ohne die Möglichkeit, die Klangqualität zu verbessern.

Google war das erste Unternehmen, das Amazons Bluetooth-Lautsprecher mit Sprachassistenten kopiert hat. Der Google Home kam im November 2016 auf den Markt. Das neue Produkt aus der Familie nimmt sich nun ein weiteres Erfolgsprodukt von Amazon zum Vorbild und verkleinert sein Gerät.

Der Google Home Mini wurde zusammen mit dem Pixelbook, dem Home Max und Pixel 2 im Oktober 2017 vorgestellt. Es ist mehr als eindeutig, dass der Mini entwickelt wurde, um mit dem Echo Dot in Konkurrenz zu treten. Das macht auch derselbe Preis von 59,99 Euro unmissverständlich klar.

Der Mini sticht vor allem beim Design hervor. Er sieht in etwa so aus wie ein großer Pilzkopf und passt problemlos auf die Handinnenfläche. Er fügt sich also fast unsichtbar in Zimmerecken oder Nischen ein. Damit ist es jene Art von Gerät, welches man in einem Hotelzimmer womöglich gar nicht erst bemerken würde.

Wer den Sprachassistenten lieber prominent platziert, kann zwischen drei Farben wählen: Dunkelgrau (oder Karbon, wie es Google bezeichnet), Silber (Kreide) und Orange (Koralle). Das Material auf der Oberseite ist weich und lässt das Licht der LEDs durchscheinen. Allerdings staubt es vermutlich auch schnell ein. Auf der Oberseite gibt es zudem Knöpfe, mit denen sich die Lautstärke regeln lässt.

Die Einrichtung des Mini ist kinderleicht und geht schnell. Man muss es nur an den Strom anschließen, die Google-Home-App herunterladen (verfügbar für iOS und Android) und dann den Anweisungen folgen, um das Home Mini mit dem WLAN zu verbinden.

Download-Zeit und Suche nach dem WLAN-Passwort abgezogen, kommt man auf weniger als zehn Minuten, dann ist das Gerät startklar. Und wenn man mehrere Exemplare kauft, so wie es Google gerne hätte, sind diese ebenfalls innerhalb weniger Minuten eingerichtet.

Einmal im Netz hat der Mini die gleichen Fähigkeiten wie der Google Assistant. Man kann ihm Fragen stellen, Wecker und Timer einstellen sowie mit Spotify und anderen Streaming-Diensten verbinden, die man dann mit der Sprache steuern kann.

Im Inneren des Mini befinden sich Mikrofone, die die Stimme der Nutzer von den meisten Orten in einem mittelgroßen Raum erkennen können. Wenn der Mini bereit ist zum Zuhören, leuchten die vier LEDs unter der Stoffhülle auf.

Wie erwartet, sind die Lautsprecher nicht geeignet, um Musik zu hören. Sie sind klein, aber annehmbar, wenn einem perfekte Audioqualität egal ist oder man ein kleines Zimmer hat. Im Vergleich mit Notebook-Lautsprechern klingt der Mini etwas besser. Im Gegensatz zum Echo Dot fehlt ihm aber eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse, um bessere Lautsprecher anzuschließen. Bluetooth hat der Mini ebenfalls nicht, so dass es nicht möglich ist, die Audio-Qualität zu verbessern.

Wer um seine Privatsphäre besorgt ist, wird mit dem Home Mini vermutlich nicht glücklich werden. Das Gerät gab besonderen Anlass zur Sorge, als eine frühe Version bei Tests alles aufzeichnete, was gesprochen wurden. Unabhängig davon, ob der Lautsprecher mit „Ok Google“ aktiviert wurde oder nicht.

Google behauptet, das Problem gelöst zu haben. Für Skeptiker könnte der Vorfall aber trotzdem ein Warnsignal bleiben. Um den Mini ganz davon abzuhalten, Gespräche aufzuzeichnen, kann man einen keinen Schalter an der Unterseite des Geräts betätigen. Dieser ist natürlich längst nicht so prominent platziert, wie der Knopf auf der Oberseite und wenige werden ihn wohl nutzen. Wenn er dann und wann aber doch stumm geschaltet ist, leuchten vier orangefarbene LEDs auf.

Generell ist der Google Home Mini ein gut designtes Gerät. Es kann diskret in einer Zimmerecke stehen, ohne alle Blicke auf sich zu ziehen, und ist ein guter Gefährte für den großen Home. Wem Klangqualität nicht so wichtig ist und wer nicht vorhat, externe Lautsprecher anzuschließen, bekommt die gleiche Qualität zum halben Preis des großen Bruders.