/Gadgets

Der Google Assistant kommt auf mehr Android-Smartphones

Victoria Woollaston 27.02.2017

Der Google Assistant wird bald auf allen Smartphones mit Android Nougat und Marshmallow verfügbar sein – auch auf Deutsch. So richtet ihr ihn ein.

Nachdem der Google Assistant schon auf Smartwatches von LG mit Android Wear 2.0. verfügbar ist, wird das LG G6 eines der ersten Smartphones sein, das den Sprachassistenten von Google bekommt. Das gab das Unternehmen auf dem Mobile World Congress in Barcelona bekannt. Andere Android-Telefone mit Nougat und Marshmallow sollen bald folgen.

Englischsprachige Nutzer in den USA kommen schon in dieser Woche in den Genuss des Google Assistant, bevor er in Australien, Kanada, Großbritannien und bald auch auf Deutsch verfügbar sein wird. Für alle Geräte, auf denen Android Nougat oder Marshmallow läuft, wird die Software im Play Store verfügbar sein. Googles Pixel und Pixel XL besitzen den Assistenten als erste Smartphones schon ab Werk.

Der Assistant ist im Grunde wie Siri, aber viel intelligenter, weil er ein sogenanntes Smart-Reply-Feature besitzt, das kontextabhängige Antwortmöglichkeiten vorschlägt. Außerdem lernt er den Nutzer kennen und liefert mit der Zeit individuellere Vorschläge für Antworten im Messenger und auf andere Anfragen.

Google Assistant einrichten
Beim ersten Einrichten fordert der Assistent den Nutzer oder die Nutzerin auf, seine oder ihre Stimme für den „Okay, Google“-Befehl zu registrieren. Alternativ kann man das Training in den Einstellungen auch jederzeit neu beginnen. Auf dem Pixel und Pixel XL lässt sich der Assistent mit einem langen Druck auf den Home Button aktivieren – oder eben durch den Befehl „Okay, Google“. Die Sprachsteuerung lässt sich auch schon auf vielen Smartwatches von LG einrichten, sofern Android Wear 2.0. auf ihnen läuft. Weitere Smartwatch-Modelle werden in den kommenden Monaten folgen.

Wenn man den Assistenten öffnet, beginnt er mit „Wie kann ich dir helfen?“ und zeigt eine Reihe von Vorschlägen an. Der Google Assistant nutzt dafür einen klassischen Chat-Bildschirm, der zu Konversationen einladen soll. Zu den Beispielfragen von Google gehören: „Wie haben die Olympischen Spiele begonnen?“ und „Was ist deine Superkraft?“ Antworten und Folgefragen erscheinen als Vorschläge in kleinen Blasen unter der ursprünglichen Antwort. Man kann einen der Vorschläge wählen oder mit „Okay, Google“ seine eigene Folgefrage formulieren.

Personalisierte Antworten
Der Assistent ist genau auf den Nutzer zugeschnitten. Er greift auf andere Apps zu und verfolgt den Standort, um personalisierte Hilfestellung zu geben. So kann man zum Beispiel sagen: „Erzähle mir von meinem Tag“, „Zeige mir Fotos von London“ oder „Was ist mein nächster Flug?“. Letzterer Befehl funktioniert allerdings nur, wenn es eine Flugbuchung im Gmail-Konto gibt.

Um diese Personalisierung zu ermöglichen, braucht Google natürlich umfangreiche Berechtigungen beim Zugriff auf Apps und Konten. Datenschützer haben das kritisiert. Die Berechtigungen können in den Einstellungen aber jederzeit geändert und entzogen werden.

Wenn die Ortung aktiv ist, kann die KI standortbasierte Antworten auf Fragen geben. Beispiele dafür sind Fragen wie „Wie wird das Wetter heute?“ oder „Zeige mir Sushi Restaurants in Soho.“ Wenn der Assistent ein Restaurant gefunden hat, kann man ihm eine Folgefrage stellen wie: „Ist Yoobi noch geöffnet?“, gefolgt von: „Wie lange brauche ich zu Fuß von hier bis dahin?“ Daraus erkennt Google Assistant den Kontext und wird wissen, dass „dahin“ in diesem Fall „Yoobi“ bedeutet. Man könnte den Assistenten danach noch bitten, die Speisekarte zu übersetzen oder nach Informationen zu den Gerichten befragen.

Neben der Funktion, Restaurants zu empfehlen und Termine zu planen, fungiert der Google Assistant als digitaler Sekretär. Hier arbeitet er wie Siri und Cortana. Man kann sich daran erinnern lassen, Milch zu kaufen, einen Wecker stellen, eine Nachricht schreiben oder eine App öffnen lassen. Im Allo-Messenger gibt es ein integriertes Emoji- und Wissensquiz und einige Easter Eggs wie sie Google auch in seiner Suchmaschine versteckt hat. Versucht zum Beispiel mal zu fragen, welche Geräusche Tiere machen. Außerdem werden Videos der Google-Tochter YouTube integriert. Die Implementierung der Tischreservierungs-App Open Table ist bisher leider nur ein Feature in den USA.

Google Assistant für ganz Ungeduldige
Ohne Pixel ist es aktuell noch schwierig Google Assistant zu bekommen – allerdings nicht unmöglich. Es gibt eine Übergangslösung für Geräte mit Android 7 oder höher und einer Google-App mit der Version 6.5.35.2.1. Die Methode bedarf aber einiges an technischem Knowhow und könnte das Gerät im schlimmsten Fall sogar beschädigen oder zumindest den Garantieanspruch aushebeln. Laut dem User brianelv vom Entwicklerforum XDA gibt es zwei Wege, an Google Assistant zu gelangen: Entweder man modifiziert die Konfigurationsdatei oder spielt die Software manuell auf das gerootete Gerät auf. Beide Techniken wurden auf dem Nexus 6P, 5X, Nexus 6, Nexus 5, Nexus 4, Pixel C, Moto G 2013 and 2015, OnePlus One, Lenovo VIBE K5 Plus und YU Yureka Plus getestet. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt es hier (auf eigene Gefahr!).

Was kommt als nächstes?
Der Google Assistant wird sicher regelmäßig aktualisiert werden. Ein Blick in die Beta-App offenbart, was wahrscheinlich als nächstes ansteht. Laut den Usern von XDA Developers wird bald auch Zahlungsverkehr mit dem Assistenten möglich sein. Allerdings lässt sich das mit den wenigen Hinweisen aus der Beta nicht abschließend bestätigen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK.
Das Original lest ihr hier.

Jetzt WIRED Member werden und mit uns in die Zukunft starten!

Mit im Paket: 4 Magazin-Ausgaben im Jahr und der Member-Zugang zu exklusiven Inhalten auf WIRED.de sowie weitere Vorteile nur für Member.

Member werden