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Das Huawei Mate 10 Pro setzt auf Künstliche Intelligenz

Maurizio Pesce 17.10.2017

Mit dem Mate 10 Pro will Huawei dem Pixel 2 und iPhone X Konkurrenz machen. Ein eigener Prozessor mit Künstlicher Intelligenz soll die Bedienung des Huawei Mate 10 Pro entscheidend verändern. Wie gut funktioniert das?

Der nächste große Smartphone-Trend: Künstliche Intelligenz (KI), die Funktionen wie smarte Fotografie, maschinelle Übersetzung und eine Vorhersage von Nutzerverhalten ermöglicht.

Während alle auf das Pixel 2 und das iPhone X warten, betritt Huawei mit seinem Mate 10 Pro den KI-Ring. Es ist das erste Smartphone des Herstellers, das KI-Software einsetzt. Im Inneren des Mate 10 Pro arbeitet der Kirin-970-Prozessor, den Huawei selbst entwickelt hat. Darin enthalten ist die sogenannte Neural Procession Unit. Das ist der Teil, der die Machine-Learning-Funktionen ermöglicht.

Woran man die Funktionsweise des smarten Chips am deutlichsten merkt, ist die Translate-App, die Übersetzungen in und aus Fremdsprachen offline ermöglicht. Hält man die Kamera vor einen Text, erscheint eine Übersetzung innerhalb von Millisekunden. Selbst bei langen und sperrigen Absätzen arbeitet sie schnell. Beeindruckend? Auf jeden Fall. Fehlerfrei? Naja, noch nicht ganz. Aber die KI ist lernwillig.

Künstliche Intelligenz steckt auch in der Kamera-App des Mate 10 Pro. Huawei hat bei der Kamera-Hardware schon in der Vergangenheit mit dem Kamerahersteller Leica zusammengearbeitet. Für das Mate 10 Pro ist eine Leica-Kamera mit doppelten Linsen verbaut, die wirklich exzellent sind. Zusammen mit der KI ist es viel einfacher, komplizierte Schnappschüsse einzufangen.

Zum Beispiel wechselt die Kamera automatisch in den richtigen Modus, je nachdem, welches Motiv die Linse im Bild erkennt. Eine Blume, eine Mahlzeit, eine Person und ein Landschaftspanorama lösen unterschiedliche Einstellungen aus. Die Kamera ändert außerdem automatisch Parameter wie Belichtungszeit, Kontrast und Sättigung, um das bestmögliche Foto aufzunehmen. Huawei verspricht, dass die Kamera im Auto-Modus alle nötigen Einstellungen von selbst vornimmt.

Bei den Benachrichtigungen beweist das Mate 10 Pro, dass KI wirklich einen Einfluss darauf haben kann, wie Menschen ihr Smartphone nutzen. Wann immer eine Notification erscheint, erkennt das System, ob man mit einer App interagieren muss oder nicht. Wenn die App einen Split-Screen-Modus unterstützt, kann das System sie auch nur auf einer Hälfte des Bildschirms anzeigen.

Mit der Zeit versteht das Gerät die Gewohnheiten des Nutzers und wird die Apps entsprechend seines Geschmacks steuern können. Wenn der Nutzer den Split-Screen-Modus nie benutzt, wird das Smartphone aufhören, ihn vorzuschlagen.

Das Mate 10 Pro ist rahmenlos und Huawei hat diese Chance genutzt, um ein größeres Display in ein kleineres Gehäuse als das des Vorgängermodells Mate 9 einzubauen. Herausgekommen ist ein 6-Zoll-OLED-Bildschirm mit einem Seitenverhältnis von 18:9. Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Rückseite unter der Kamera. So wie beim Mate 9 sind die beiden Linsen untereinander angeordnet und haben einen 12-Megapixel-RGB-Sensor und einen 20-Megapixel-Monochrom-Sensor, beide mit einer verbesserten f/1.6-Blende und einer schnelleren Reaktionszeit.

Es gibt auch eine kleinere Version – einfach Mate 10 genannt – mit einem 5,9-Zoll-LCD-Display mit Fingerabdrucksensor darunter. Dieses Modell besitzt sogar noch einen 3,5-Millimeter-Kopfhörereingang, der beim Pro fehlt. Weitere Unterschiede: Das Mate 10 wird mit einem internen Speicher von 64 GB, 4 GB RAM und einem microSD-Slot ausgeliefert. Das Pro kommt wiederum mit 128 GB Speicher, 6 GB RAM und keinem Erweiterungs-Slot. Beide Geräte haben einen Akku mit 4000 mAh. Laut Huawei soll dieser über zwei Tage halten, die SuperCharge-Funktion soll den Akku innerhalb von 90 Minuten wieder aufgeladen haben, die Hälfte davon innerhalb von 30 Minuten.

Beide Smartphones laufen auf Android 8 Oreo und Huaweis Benutzeroberfläche Emui 8. Die neue Version führt ein schwebendes Dock ein, das dort platziert ist wo sich sonst Googles Benachrichtigungsbalken befindet. Indem man mit dem Finger in eine beliebige Richtung auf dem Homescreen – und nicht nur am oberen Rand – swipt, öffnet sich das Dock mit den Benachrichtigungen und einem Multitasking-Modus. Mit der Easy-Projection-Funktion, einem USB-C-zu-HDMI-Adapter, wird damit jeder Monitor zum Desktop.

Das Smartphone wird am 22. November in drei verschiedenen Farben erscheinen: Midnight Blue, Titanium Grey und Mocha Brown. Zum Verkaufsstart wird es 799 Euro kosten. Das kleinere Mate 10 erscheint vorerst nur auf dem asiatischen Markt, es sei denn, man entscheidet sich für das Mate 10 in der edlen Porsche-Version. Die kostet aber auch stolze 1.395 Euro.

Dieser Artikel erschien zuerst auf WIRED.com.