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BeatsX: Waren Apples kabellose In-Ear-Kopfhörer das Warten wert?

Jeremy White 15.02.2017

Die kabellosen BeatsX-Ohrhörer sollen mit brillantem Sound und langer Akkulaufzeit auftrumpfen. WIRED hat angetestet, ob das neueste Musik-Gadget von Apple hält, was es verspricht.

Lange hat es gedauert, bis Apple die BeatsX-In-Ear-Kopfhörer endlich auf den Markt gebracht hat – ganze fünf Monate seit der Ankündigung im September. Werden sie den aufgestauten Erwartungen also gerecht?

Die 150-Euro-Ohrhörer umgehen die Verlustangst, die Apples AirPods auslösen, mit einem eleganten Flex-Form-Bügel, der sich um den Nacken legt. Die Ohreinsätze lassen sich einfach austauchen. Wingtips sorgen beispielsweise beim Joggen für zusätzliche Stabilität.

Das Transportcase der BeatsX

Die BeatsX kommen in vier Farben: weiß, grau, blau und schwarz. Im Karton liegt zudem ein gekürztes Lightning-Kabel, etwa so lang wie eine Banane, sowie eine kleine Gummihülle zum Verstauen der Kopfhörer, wenn sie mal nicht um den Hals hängen. Diese ist wirklich praktisch, weil die Reibung mit dem Gummi verhindert, dass die BeatsX einfach herausfallen. Mit einem kurzen Handgriff kommen sie trotzdem ganz einfach zum Vorschein – ganz ohne Fummelei mit Knöpfen, Klappen oder Reißverschlüssen.

Die Batterielaufzeit ist der größte Pluspunkt der Kopfhörer. Ganze acht Stunden hält die Batterie und kann in nur fünf Minuten wieder für zwei Stunden aufgeladen werden. Verglichen mit den H5 von B&O Play, die nur fünf Stunden durchhalten halten, ist das beachtlich.

Die Bluetooth-Verbindung, die eine Reichweite von etwa 100 Metern ermöglichen soll, ist schnell hergestellt. Das iPhone zeigt eine freundliche Willkommens-Nachricht und schon kann es losgehen. Im Test hielt die Verbindung dank Apples W1-Chip und Class 1 Bluetooth sehr zuverlässig – auch aus Dutzenden Metern Abstand.

Auch drei Wände, zwei Kühlschränke und zwei Aufzüge zwischen iPhone und BeatsX konnten das Signal nicht trüben. Die Musik wurde weiter zuverlässig gestreamt. Erst als wir noch ein weiteres Stockwerk nach unten gingen, verlor sich die Verbindung langsam – aber auch dann nie komplett.

Nun zum wichtigsten Punkt: dem Klang. Dieser ist überraschend klar und ausgewogen. Wir fanden Beats-Kopfhörer eigentlich schon immer etwas zu basslastig. Die BeatsX  haben dieses Problem nicht. Joe Cockers Feelin’ Alright lieferte einen tiefen Bass mit einer guten Trennung der Töne, sodass die Mitten und Tiefen klar zu hören waren. Das Cembalo und die Streicher auf Divine Comedys To The Rescue kamen sehr fein durch. Auch Rufus Wainwrights Go Or Go Ahead – ein Song mit so hohem Tonumfang und solcher Vielfalt, dass er die Fehler jedes Soundsystems zum Vorschein bringt – klang wirklich großartig.

Doch es ist nicht alles erste Sahne. Die Wingtips wieder vom Ohr zu bekommen, eine ziemliche Fummelei – „tight fit“ beschreibt es nicht einmal annähernd. Und auch wenn die die Kopfhörer sicher magnetisch zusammenklicken, solange sie um den Hals baumeln, lassen sie ein Merkmal schmerzlich vermissen: die automatische Pause-Funktion. Die Ohrhörer des B&O Play H5 sind ebenfalls magnetisch und pausieren die Musik, sobald sie zusammenschnappen – genial. Warum die BeatsX dieses Feature nicht bekommen haben, erschließt sich uns nicht.

Und in der Tat bekamen wir die Batterie der BeatsX viel schneller leer, als wir zunächst dachten. Einfach weil wir fast immer vergaßen, die Musik nach der Benutzung zu stoppen. Das Telefonieren mit den BeatsX funktioniert hingegen wie es soll, so auch die Lautstärkeregler.

Alles in Allem mögen wir die BeatsX sehr. Sie klingen großartig, sehen gut aus, haben einen hohen Tragekomfort und eine lange Akkulaufzeit. Wenn Apple die automatische Pause-Funktion eingebaut hätte, wären sie so gut wie perfekt. Außerdem hoffen wir, dass Beats für die Zukunft über eine Noise-Cancelling-Version nachdenkt.

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK.
Das Original lest ihr hier.

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