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So will Waymo Unfälle mit flexiblen Karosserien abfedern

Michael Förtsch 15.08.2017 Lesezeit 2 Min

Das Google-Tochterunternehmen Waymo will für Unfälle mit seinen Selbstfahrautos vorsorgen. Diese könnten eine flexible Karosserie bekommen, die beim Aufprall nachgibt. Auch einen Klebelack hatte Google schon patentiert, der Unfallopfer festhält.  

Geht es nach Verkehrsforschern und den Entwicklern von autonomen Fahrzeugen, wird der Straßenverkehr ohne den Mensch am Steuer deutlich sicherer. Unfälle könnten dadurch in beträchtlicher Anzahl reduziert werden. Aber voll und ganz kann den lenkenden Computern natürlich nicht vertraut werden. Vor allem in Städten, wo es oft zu unvorhersehbaren Situationen kommen kann. Am meisten gefährdet sind dabei Fußgänger. Das aus dem einstigen Google-Car-Projekt hervorgegangene Unternehmen Waymo will für solche Situationen eine einfache Lösung gefunden haben: Die Fahrzeuge sollen sich „weich“ machen.

Ein von Waymo eingereichtes Patent beschreibt eine neuartige Karosseriekonstruktion. Bei der sind einzelne Teile eines Wagens nicht als durchgehende Werkstücke an einen Rahmen geschraubt, sondern aus beweglichen Modulen zusammengesetzt, die von Spanngliedern wie Federn, Druckstangen oder Drähten in Position gehalten werden.

Registrieren die Sensoren des Wagens einen unvermeidbaren Aufprall mit einem Fußgänger, Fahrrad- oder Motorradfahrer, wird die Spannung gelöst, um „die Steifigkeit der Oberflächen zu reduzieren.“ Motorhaube und Stoßfänger würden beim Aufschlag eines Körpers stark nachgeben und das Verletzungsrisiko reduzieren. Im Falle eines Unfalls mit einem LKW könnten die flexiblen Glieder aber auch angespannt werden, um das Fahrzeug zusätzlich zu verhärten.

Bereits zuvor hatte Google ein anderes Konzept erdacht. Vor einem Jahr ließ sich der Konzern eine Technik patentieren, die Unfallopfer davor bewahren soll, bei einer Kollision auf die harte Fahrbahn geschleudert zu werden. Vor allem dabei ziehen sich viele Betroffene schwere Verletzungen zu. Der skurrile Plan sah vor, die Motorhaube mit einer speziellen Klebeoberfläche zu versehen, die die Fußgänger oder Radfahrer festhält, sobald sie auftreffen. Jedoch ist Google nicht das einzige Unternehmen, das derartige Ideen verfolgt.

Die Design-Kooperative Terraform hatte vor zehn Jahren ein Konzept für ein Soft Car vorgestellt. Statt aus Blech und Stahl sollte es aus mit Schaumstoff oder Luftkammern gepolsterten Gummi- und Kunststoffmaterialien gefertigt werden. Weniger futuristisch und bereits im Einsatz ist ein System von Volvo, das unter der Motorhaube der Fahrzeuge einen Airbag verstaut. Bei einem Unfall mit einem Volvo V40 soll damit immerhin der Kopf eines Passanten oder Radfahrers davor geschützt werden, auf die Scheibe des Fahrzeugs zu schlagen.