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Das unglaubliche Geschäftsnetzwerk des Donald Trump

Timo Brücken 30.01.2017

Bevor Donald Trump Präsident der USA wurde, baute er sich ein riesiges Firmennetzwerk auf. Deswegen fragen viele nun: Mit wem ist der neue mächtigste Mann der Welt geschäftlich verbunden und wo liegen die Interessenskonflikte? Ein deutscher Designer hat diese „Trump Connections“ nun in einer interaktiven Infografik visualisiert.

„Die Größe von Donald Trumps Firmennetzwerk ist erschreckend“, sagt Kim Albrecht. „Um zu verstehen, wie die nächsten vier Jahre in den USA verlaufen werden, müssen wir uns über die komplexen Verstrickungen der neuen Regierung klar werden.“ Deswegen hat der Informationsdesigner die geschäftlichen Verbindungen des neuen Präsidenten der USA, seines Kabinetts und seiner engsten Vertrauten in einer interaktiven Datenvisualisierung sichtbar gemacht.

Kim Albrecht

Trump Connections ist eine durchsuchbare Datenbank mit 1500 Personen und Organisationen, die direkt oder indirekt mit dem Präsidenten in Verbindung stehen. Über einen Suchmaske und das Klicken einzelner Namen dringt man immer tiefer ins Netzwerk vor. Die Daten stammen aus der BuzzFeed-Recherche TrumpWorld, bei der auch die Leser aufgerufen waren, Informationen beizusteuern.

„Das Problem an diesen Daten ist ihre Komplexität“, sagt Albrecht. „Als Tabelle sind sie nur schwer zu erschließen und als gesamtes Netzwerk zu unübersichtlich.“ Deswegen habe er sich für eine Darstellung entschieden, die das Netzwerk immer nur aus der Sicht einer Person oder Organisation sichtbar macht. „Die Interaktivität erlaubt es dann, in diesem Netzwerk zu navigieren. So wird die Komplexität der Daten vermenschlicht und begreifbar.“

Undurchdringlich? Das geschäftliche Netzwerk des neuen US-Präsidenten

Albrecht hat in Potsdam Design studiert, im dortigen Interaction Design Lab gearbeitet und ist seit 2015 Data Visualization Research Specialist im Center for Complex Network Research in Boston. „Hinter allen meinen Arbeiten steht ein Grundgedanke: die Sichtbarmachung komplexer Zusammenhänge“, sagt er.

Aber was nützt das überhaupt noch, wenn wir doch angeblich im „postfaktischen Zeitalter“ leben? „Ich hoffe, dass es nicht so ist und dass Menschen an Fakten interessiert sind“, erwidert Albrecht. „Das Interesse an der Visualisierung ist überwältigend. Ich scheine also auf dem richtigen Weg zu sein.“ An den Trump Connections will er jedenfalls dranbleiben und das Netzwerk in den kommenden Jahren erweitern.

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