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Diese Karte zeigt die Zukunft unserer Städte

Alexandra Simon-Lewis 05.04.2017

Die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky hat eine interaktive Karte der Welt von Morgen erstellt. Das Langzeitprojekt Earth 2050 versammelt Visionäre und Künstler, die bis zu 30 Jahre in die Zukunft blicken.

Für sein 20-jähriges Jubiläum hat Softwareunternehmen Kaspersky eine interaktive Karte entwickelt, die gleichzeitig „zurück und voraus“ blickt. Das Projekt Earth 2050 versammelt eine Reihe von Street-View-ähnlichen Bildern, die einen faszinierenden Blick auf eine Zukunft werfen, die auf Vorhersagen von Futuristen, Kaspersky-Mitarbeitern und ganz normalen Nutzern beruht.

Kasperkys Earth 2015 blickt in die Zukunft

Auf einer Weltkugel seht ihr eine Reihe von Sechsecken, die Städte repräsentieren. Gelbe Hexagone zeigen Orte mit Visualisierungen von Objekten und Ereignissen in der Zukunft, weiße Hexagone beinhalten Visionen ohne Illustrationen. Jeder kann nach einer Überprüfung durch Kaspersky selbst Ideen für eine Metropole im Jahr 2030, 2040 oder 2050 einreichen. Herausgekommen ist eine Sammlung von 360-Grad-Ansichten von Zukunftsstädten auf der ganzen Welt – so wie Zukunftsforscher und Grafikdesigner sie sich vorstellen.

Wenn man etwa das Barcelona des Jahres 2030 betritt, ist man sofort von Elektroautos und glänzender Architektur umgeben. Allerdings ist die Stadt nicht gänzlich fremd. Springt man noch einmal um zehn Jahre vorwärts, sieht man immer noch eine recht vertraute Landschaft. Im Jahr 2050 bemerkt man erstmals etwas Merkwürdiges, das über der katalanischen Skyline schwebt: Ein Alien-Raumschiff? Oder ein menschliches mit einem Design ähnlich dem Millennium Falcon?

Fremde Himmelskörper im Barcelona des Jahres 2050

Die Vision stammt von Anton Vodogreev, der prophezeit: „2050 reichen die höchsten Gebäude wahrscheinlich über 50 Kilometer hoch und werden vorrangig für die Raumfahrt genutzt, Weltraumhäfen werden weit verbreitet sein. Viele Bewohner sind Androiden, aber es wird auch neue biologische Kreaturen geben: genetisch verändert und im Labor gezüchtet.“

Während Raumfahrt noch ganz verlockend klingt, sind viele andere der Kasperky-Vorhersagen eher beunruhigend. Fährt man mit der Maus über das Sechseck auf der Antarktis im Jahr 2040 zeigt sich, dass der Kontinent seinen Status als geschütztes Gebiet verloren hat. Zukunftsforscher Ian Pearson glaubt, dass das Gebiet als letzte derartige Rohstoffquelle bis 2050 ein neues „Eldorado“ für die Gewinnung von Mineralstoffen und Frischwasser sein wird.

Dhaka im Jahr 2050 – oder wie es bei Kaspersky heißt: „Global Warming: Titanic City“ – zeigt hingegen eine Vorhersage, die die Vereinten Nationen getroffen haben: Der Meeresspiegel ist um Dutzende Zentimeter angestiegen und hat die Stadt verschluckt. Ein Taucher schwimmt durch die Straßen, deren Schilder schon lange verrostet sind. Die Karte wirft auch einige interessante ethische Fragen auf wie: Ist alles, was wir heute tun richtig?“ Sie ermöglicht einen anderen Blick auf unsere Welt im Jahr 2050, eine Art Blick hinter den Spiegel, der ebenso faszinierend wie dystopisch ist.

Dhaka ist im Jahr 2050 vom Meer verschluckt worden

Earth 2050 soll alle möglichen Formen unserer Zukunft abbilden. Kaspersky erklärt, dass „die Zukunft kein starrer Monolith ist, sondern eher ein Mosaik unserer Konzepte und Ideen – jeder hat seine eigenen Vorstellungen, weswegen es so viele Varianten gibt.“ Earth 2050 bringe „Frauen und Männer aus der Kunst- und Wissenschaftsszene, Träumer und Vordenker zusammen, um die Welt, Technologie und digitalen Bedrohungen von 2050 vorherzusagen.“

Die Karte ist als Langzeitprojekt gedacht, deswegen fehlen noch viele Orte. Die Macher hoffen, dass mit größerer öffentlicher Beteiligung mehr Vorhersagen hinzukommen. Auch wer selbst kein Zukunftsforscher ist, kann sich am Projekt beteiligen, Vorhersagen kommentieren und über ihre Wahrscheinlichkeit abstimmen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK.
Das Original lest ihr hier.

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