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Wenn Architekten sich Science-Fiction-Welten ausdenken

James Temperton 13.06.2017

In der Blank Space Competition waren Designer dazu aufgerufen, sich Landschaften für eine alternative Realität auszudenken. WIRED zeigt die Gewinner-Entwürfe.

Wohnblocks säumen eine schmale Hauptstraße, Bäume durchbrechen die Betonwüste. Eine Stadt wie viele andere – wären da nicht die zwei Türme, die eine gigantische silberne Kugel in der Schwebe halten. „Ich bin sehr rational und pragmatisch, aber wenn ich zeichne, versuche ich so irrational und unpragmatisch wie möglich zu sein“, sagt Mykhailo Ponomarenko (29), Gewinner der Blank Space Competition 2017, die vor der gleichnamigen New Yorker Online-Plattform für Architekten ausgerichtet wird. In diesem Jahr waren die Teilnehmer dazu aufgerufen, Geschichten und Illustrationen zum Thema „Fairy Tales“ (Märchen) zu kreieren. In Ponomarenkos Designs und denen der anderen Teilnehmer verschmelzen künstlerische Freiheit und architektonische Grundsätze zu Welten, die zugleich fantastisch und vertraut sind.

In der Ukraine geboren, arbeitet Ponomarenko mittlerweile als Landschafts-Designer beim Architektenbüro EDSA in Fort Lauderdale, Florida. Seine Einflüsse reichen von den Gemälden Simon Stålenhags über die Bücher von Kurt Vonnegut bis zur Architektur des Dänen Bjarke Ingels.

Last Day, die Geschichte hinter seinen ausgedachten Landschaften, kommt geradewegs aus der Science-Fiction: in Russland wurde eine „große Schwerkraft-Anomalie“ entdeckt, die Anti-Gravitations-Maschinen möglich macht, mit deren Hilfe sich riesige Strukturen in den Himmel bauen lassen.

„Ich liebe Science-Fiction, aber ich habe das Gefühl, dass das meiste heute negativ ist“, sagt Ponomarenko. „Die Filme handeln meist von Krieg, Zerstörung, Katastrophen, Tyrannei, Invasionen, Apokalypse und Vernichtung. Ich gebe zu, das ist oft spannend, aber ich verstehe nicht, warum die Zukunft so gruselig sein sollte. Ich habe absichtlich versucht, etwas optimistischeres zu erschaffen.“

In seinem Artwork will Ponomarenko fiktive Architektur zeigen, die hilft, statt die Natur zu zerstören. „Wir Menschen sind ambitionierte, geschickte und hartnäckige Kreaturen, die zu sehr schönen Dingen in der Lage sind. Aber gleichzeitig verändern wir die Umwelt und die Landschaft des gesamten Planeten.“

Ponomarenko hofft, dass seine Bilder – und die der anderen Teilnehmer – Menschen dazu ermuntern, anders über die Beziehung zwischen Architektur und Natur nachzudenken. „Wir müssen die Art und Weise ändern, wie mir mit der Natur und miteinander interagieren. Die meisten von uns haben ein zu begrenztes Weltbild.“

Platz 2: City Walkers von Terrence Hector

Platz 3: Up Above von Merle D'Aubigné & Jean Maleyrat

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK.
Das Original lest ihr hier.

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