/Business

Yahoo verweigert Marissa Mayer den Jahresbonus

WIRED Staff 02.03.2017

Ihr Umgang mit den Datendiebstählen hat für die Yahoo-Chefin finanzielle Konsequenzen: Mayer muss auf ihren Bonus für das Jahr 2016 und auf ihre Aktienzusagen für das aktuelle Jahr verzichten. Sie sagte, das Geld solle stattdessen den Mitarbeitern gezahlt werden. Deutlich schlimmer abgestraft wird hingegen der Chefanwalt Ronald Bell — das sorgt für Kritik.

„Der Fokus bei der Schuldfrage im Zusammenhang mit dem massiven Einbruch fällt auf Ron Bell und nicht dorthin, wo er hingehört — auf die Spitze“, schreibt das Online-Magazin Recode. Durch die Streichung ihres Jahresbonus und der Aktienzusagen verliert Mayer Medienberichten zufolge rund 14 Millionen US-Dollar. Eingedenk der Tatsache, dass ihr im Zuge der Übernahme bei grundloser Kündigung eine Vergütung von etwa 54,9 Millionen Dollar zusteht, scheint diese Abstrafung verschmerzbar.

In einem Tumblr-Post schreibt Marissa May, als CEO müsse sie gerade stehen für das, was 2014 geschehen sei. Sie habe deshalb „zugestimmt, auf den Bonus und die Aktienzusagen zu verzichten“. Wenn es nach ihr ginge, sollte das Geld stattdessen an „die hartarbeitenden Mitarbeiter“ ausgezahlt werden, „die so viel zu Yahoos Erfolg im Jahr 2016 beigetragen“ hätten.

Yahoo hat nach eigenen Angaben durch den groß angelegten Diebstahl von Kundendaten bislang rund 350 Millionen Dollar verloren. Die Hauptverantwortung für den Skandal und vor allem für den umstrittenen Umgang mit selbigem muss aber offenbar nicht die Führungsriege tragen. Stattdessen räumt nun der Rechtsberater Ronald Bell ohne eine Abfindung seinen Posten. Ihm wird vorgeworfen, den Hackerangriff auf Yahoo nicht rechtzeitig kommuniziert zu haben. In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es unter anderem: „Der Ausschuss stellte fest, dass das zuständige juristische Team genügend Informationen hatte, um eine umfassende weitere Untersuchung im Jahr 2014 zu rechtfertigen; und sie haben diese nicht ausreichend verfolgt.“

Im vergangenen Monat berichtete WIRED, dass der Preis für Yahoos Kerngeschäft nach dem Skandal noch einmal fallen könnte. Verizon und Yahoo bestätigten nach den Neuverhandlungen einen Nachlass von 350 Millionen Dollar. Somit zahlt der US-Telekommunikationskonzern Verizon nur noch rund 4,48 Milliarden Dollar. 

Jetzt WIRED Member werden und mit uns in die Zukunft starten!

Mit im Paket: 4 Magazin-Ausgaben im Jahr und der Member-Zugang zu exklusiven Inhalten auf WIRED.de sowie weitere Vorteile nur für Member.

Member werden