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Wie die Trump-Regierung der privaten Raumfahrt hilft

Michael Förtsch 26.02.2018 Lesezeit 3 Min

Die Regierung unter Donald Trump hat bislang wenig positive Entscheidungen getroffen. Aber für die private Raumfahrt könnte sie zum Segen werden. Denn das National Space Council will unter anderem Starterlaubnisse für Unternehmen wie SpaceX und Blue Origin schneller erteilen als bisher.

Der markige „Make America Great Again“-Leitspruch von Donald Trump soll offenbar auch für den Weltraum gelten. Der US-Präsident will wieder Amerikaner auf den Mond schicken und auch der Mars soll in Zukunft angeflogen werden. Nicht zuletzt, weil auch China gerade Vorbereitungen trifft, um den USA hier Konkurrenz zu machen. Nun soll aber auch den privaten Raumfahrtunternehmen vieles erleichtert werden. Unter Trump und Vizepräsident Mike Pence wurde im vergangenen Jahr das einst 1993 aufgelöste National Space Council neugegründet, das die „Aktivitäten der USA im Weltraum“ lenken und entsprechende Regularien und Auflagen erlassen soll.

Das National Space Council hatte sich Ende letzter Woche zum zweiten Mal zusammengefunden und nun mehrere Vorschläge angenommen, die vor allem Unternehmen wie SpaceX, Blue Origin, Virgin Orbit und Rocket Lab betreffen. Denn während sich die Technologie weiterentwickelt hat, würden die „Regierungsstellen oftmals noch in der Vergangenheit feststecken“, sagte Pence. Zuvorderst soll das Genehmigungsprozedere für Raketenstarts durch die Federal Aviation Administration vereinheitlicht werden. Bislang müssen Unternehmen gänzlich verschiedene Anforderungen erfüllen je nachdem ob sie von einer staatlichen oder privaten Startrampe abheben. Ist ein Start abgesegnet kann er nicht von einem Startplatz auf einen anderen übertragen, sondern muss gänzlich neu beantragt werden. Das soll sich ändern.

Ebenso sollen Regeln für Bereiche erlassen werden, die bis vor wenigen Jahren noch undenkbar schienen. Unter anderem was kommerzielle Dienstleistungen und privatwirtschaftliche Aktivitäten im All oder Raumfahrtmissionen ohne staatlichen Auftrag angeht. Darunter sind beispielsweise Visionen wie das Abernten von Ressourcen auf Asteroiden, Weltraumhotels, private Raumstationen oder auch private Missionen zum Mond oder Mars. Das US-Handelsministerium soll dafür eine eigene Abteilung schaffen, die eine klare Anlaufstelle für alle US-Unternehmen darstellt, die die Kommunikation mit anderen Behörden koordiniert und einen Rahmen dafür erlässt, was geht und was nicht. Der Genehmigungsprozess von Missionen könnte dadurch von Wochen oder gar Monate auf Tage reduziert werden.

Auch die Verwaltung von Funkfrequenzen und Ausfuhr- und Exportauflagen für Raumfahrt-spezifische Güter würde vereinfacht und gelockert. Letzteres macht es beispielsweise Unternehmen wie Rocket Lab schwer, Bauteile einer in den USA gefertigten Rakete zum eigenen Raketenbahnhof in Neuseeland zu überschiffen. Das verkompliziert auch die Kooperation mit ausländischen Unternehmen. Ebenso dürfen Raumschiffe und Raketen momentan nicht einfach in anderen Ländern oder internationalen Gewässern landen – wie es beispielsweise SpaceX' Pläne für die BFR vorsehen.

Beschlossen sind all diese Punkte noch nicht. Zunächst sollen bis in einem Jahr noch Umsetzungs- und Änderungsvorschläge unterbreitet werden können – auch von unabhängigen Experten und den Unternehmen selbst. Aber die derzeitigen Vorlagen könnten den Verwaltungs- und Zeitaufwand für viele ambitionierte Projekte drastisch reduzieren – und sie kostengünstiger, sicherer und effizienter umsetzen lassen. Damit könnte der privaten Raumfahrt in den Vereinigten Staaten ein kräftiger Schub gegeben werden.