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Wie die Streaming-Industrie die Grammys für sich nutzt

Elisabeth Oberndorfer 13.02.2017

Die Streaming-Anbieter instrumentalisieren ein Großereignis der Musikbranche und finden erstmals offizielle Anerkennung bei der Preisverleihung.

Die Musikindustrie hat sich mittlerweile damit abgefunden, dass der Verkauf von CDs nicht mehr das Hauptgeschäft ist. Die Grammy-Verleihung am Sonntagabend war ein Indiz dafür, wie sehr die Streaming-Dienste die Branche mittlerweile beeinflussen.

Beyoncé gewann mit ihrem Werk „Lemonade“, das zum Launch exklusiv nur auf Tidal verfügbar war, dem Streaming-Portal ihres Mannes, zwei Grammys. Außerdem wurde erstmals ein Album ausgezeichnet, das nur via Streaming veröffentlicht wurde. Chance The Rapper erhielt für „Coloring Book“ den Preis für das beste Rap-Album. Das Mixtape veröffentlichte der Künstler im Mai exklusiv auf Apple Music, später auf anderen Plattformen.

Apple nutzte die Preisverleihung, um unterschwellig seinen Musikdienst zu bewerben. Moderator James Corden brachte eine Live-Version seines Formates „Carpool Karaoke“. Und während er in Los Angeles auf der Bühne stand, veröffentlichte sein Team auf dem offiziellen YouTube-Kanal den Teaser für die „Carpool Karaoke“-Serie, die exklusiv bei Apple Music zu sehen sein wird. Ab wann die Show auf dem Streaming-Dienst zu sehen ist, ist noch unbekannt.

Dass TV-Ausstrahlungen Download- und Streaming-Zahlen kurzfristig steigen lässt, bewies Lady Gaga mit ihrem Super-Bowl-Auftritt. Spotify meldete nach der Performance einen Anstieg von 674 Prozent bei den Aufrufen ihrer Diskographie. Deshalb ist es wahrscheinlich auch kein Zufall, dass Warner sein Prince-Archiv ausgerechnet am Grammy-Sonntag auf allen Streaming-Diensten veröffentlichte. Davor waren die Prince-Alben des Labels nur bei Tidal verfügbar. Bei den Grammys erinnerte Bruno Mars mit einem Tribut an den verstorbenen Musiker, was sich wohl auf die Streaming-Zahlen auswirken wird.

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