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WhatsApp gibt eure Nummern an Facebook weiter

25.08.2016 Lesezeit 2 Min

Die Messaging-App WhatsApp gehört seit 2014 zu Facebook, bewahrte aber bisher seine Eigenständigkeit. Nun allerdings erhält das Mark Zuckerbergs Soziales Netzwerk Informationen, die bisher ausschließlich bei WhatsApp lagen: Die Telefonnummer der Nutzer.

Zum ersten Mal seit vier Jahren hat WhatsApp seine Datenschutzbestimmungen geändert und dabei dem Mutterunternehmen Zugriff auf bisher geschützte Informationen ermöglicht. Facebook weiß künftig, welche Telefonnummer ihr habt, wenn ihr auch WhatsApp-Nutzer seid. Das kündigte WhatsApp in einem Blog-Post an. Die Telefonnummer solle dabei helfen, Werbung noch besser auf einzelne Personen zuzuschneiden und diesen zugleich zu helfen, neue Freunde im Sozialen Netzwerk zu finden.

„WhatsApp wird weiterhin ein eigenständiges, von Facebook unabhängiges Angebot bleiben, doch wir haben vor, einige Informationen gemeinsam zu nutzen, um die Nutzererfahrung über beide Plattformen hinweg zu verbessern“, heißt es in dem Blogbeitrag. Es gebe keine Möglichkeit, WhatsApp und Facebook weiter zu nutzen, ohne die Telefonnummer preiszugeben. Doch es gebe die Option zu unterbinden, dass Facebook die Nummer nutze, „um Facebook Werbung und Produkterlebnisse“ zu verbessern.

Wer die neuen Datenschutzbestimmungen akzeptiere, willige damit ein, „dass wir Teile seines Kontos mit Facebook teilen: neben der Telefonnummer auch die Information, wie oft jeder WhatsApp nutzt“. Ziel sei es, WhatsApp vor allem für Businesses interessant zu machen. Werbung gibt es auf WhatsApp nicht und das sei auch nicht geplant, heißt es. Aber die Nutzer sollten künftig besser mit Unternehmen beziehungsweise deren Angeboten „in Kontakt kommen, die sie interessieren könnten“.

In den nächsten Monaten will WhatsApp demnach Features testen, die es Unternehmen ermöglichen sollen, mit einzelnen Nutzern zu kommunizieren. So könnten etwa Banken Warn-Botschaften schicken, wenn jemand eine ungewöhnliche Transaktion vornimmt, oder Fluglinien könnten die Nutzer informieren, wenn ein Flug Verspätung hat. Die Telefonnummer jedes Nutzers werde dazu anonym zusammengeführt mit einer bestehenden Kundenliste der Fluglinie.

Trotz geänderter Datenschutzbestimmungen versichert WhatsApp jedoch, dass Nachrichten, Fotos und Kontoinformationen weiterhin privat blieben, und nicht mit Facebook geteilt werden sollten. WhatsApp hatte sich bisher einen Namen gemacht als Unternehmen, das die Privatsphäre der Nutzer besonders achtet: durch End-zu-Ende.-Verschlüsselung für alle seiner 1 Milliarde Nutzer. Bei Facebook dagegen verhält es sich genau umgekehrt.

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Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK.