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Waymo will mit Lyft autonome Taxis testen und Uber bedrängen

Elisabeth Oberndorfer 15.05.2017

Googles Spin-Off Waymo für autonome Fahrtechnologie und der Ridesharing-Dienst Lyft machen künftig gemeinsame Sache. Es geht um selbstfahrende Taxis. Lyfts größter Konkurrent Uber gerät so weiter unter Druck – nachdem Waymo Uber bereits wegen Patentrechtsverletzungen verklagt hatte.

Waymo, das aus Google ausgegliederte Projekt für automatisiertes Fahren, hat einen neuen Partner, das Ridesharing-Startup Lyft. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Pilotprojekte mit selbstfahrenden Autos durchführen und die Produktentwicklung dafür vorantreiben. Waymo und Lyft bestätigen die Kooperation gegenüber der New York Times. „Die Vision von Lyft, die Art der Fortbewegung in Städten zu verbessern, hilft Waymos Technologie, mehr Menschen an mehr Orten zu erreichen“, kommentiert Waymo die Zusammenarbeit. 

Waymo testet seine selbstfahrenden Pkws seit Jahren auf den Straßen des Silicon Valleys, im April startete die Google-Tochter die ersten öffentlichen Tests in Phoenix, Arizona. Zum Einsatz kommen für die Testfahrten 500 Minivans von Fiat Chrysler. Lyft hingegen hat seit Anfang 2016 eine strategische Partnerschaft mit dem Autokonzern und Investor General Motors, um autonomes Fahren und vernetzte Pkws massentauglich zu machen. GM kaufte wenige Monate später das Startup Cruise Automation für eine Milliarde US-Dollar

Wie der Ridesharing-Dienst Uber hat Lyft seinen Hauptsitz in San Francisco, hat sich im Gegensatz zum Mitbewerber bislang jedoch nicht über die Grenzen der USA getraut. Die beiden Taxi-Herausforderer gelten als Rivalen: Uber spionierte Fahrer, die für beide Dienste arbeiten, mit einem Überwachungsprogramm aus, Lyft hingegen profitiert von der Krise seines großen Konkurrenten. 2014 wollte Uber-CEO Travis Kalanick Lyft übernehmen. Der Deal platzte und Kalanick warnte Investoren vor weiteren Investments in den Mitbewerber

Brisanz hat die Partnerschaft zwischen Lyft und Waymo auch wegen des Zeitpunkts. Waymo verklagt Uber, weil der ehemalige Google-Mitarbeiter Anthony Levandowski technische Dokumentationen beim Wechsel zu Uber gestohlen haben soll. Die autonome Fahrtechnologie, an der Uber arbeitet, soll auf den Grundlagen von Googles Entwicklung basieren. Ende April trat Levandowski von seiner Rolle als Entwicklungschef bei Uber vorübergehend zurück. Das Startup blitzte außerdem mit dem Antrag, den Rechtsstreit in einem Schiedsverfahren zu klären ab, Waymo zieht mit seiner Klage öffentlich vor Gericht

Uber hat sich zur Partnerschaft zwischen Waymo und Lyft nicht geäußert, die beiden verraten außerdem keine weiteren Details zur Zusammenarbeit.  

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