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Warum ein britisches Startup jedem Ort auf der Welt einen neuen Namen gibt

Benedikt Plass-Fleßenkämper 01.06.2016

Die Erde als Dreiwort-Koordinatensystem: Das britische Startup what3words hat einen innovativen Standortdienst entwickelt, der als Alternative zu GPS auch Orte auf die Landkarte bringt, an denen es weder Straßennamen noch Hausnummern gibt. Ein Päckchen auf eine einsame Insel schicken? Könnte in Zukunft klappen.

Laut dem Londoner Startup what3words leben auf der Welt etwa vier Milliarden Menschen an Orten, an denen es keine Straßennamen oder Hausnummern gibt. Auf dem traditionellen Postweg können abgelegene, schlecht oder gar nicht kartierte Gebiete, zum Beispiel in Entwicklungsländern, oft nicht erreicht werden.

Aber auch sonst sei das klassische Adresssystem „im Alltag einfach nicht ausreichend“, sagt Chris Sheldrick, Mitgründer und CEO von what3words. Es gebe zwar viele komplexe geografische Systeme, die einen präzisen Ort angeben, es sei jedoch unrealistisch, „dass die Leute Längen- und Breitengrade nutzen“.

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Mit dem Standortdienst what3words, der als Web-Version und Gratis-App für iOS und Android zur Verfügung steht, soll nun die ganze Welt mit einer besonderen Methode auf die Landkarte gebracht werden: Der Algorithmus des Programms teilt die Erde in Quadrate mit einer Größe von drei Mal drei Metern ein und weist ihnen eine Adresse zu, die aus drei Worten besteht. Insgesamt ergeben sich so 57 Trilliarden Adressen.

Die iOS-Version von what3words

what3words soll jedoch nicht nur in abgelegenen Regionen der Welt von Nutzen sein, sondern überall als nützliches Alltagstool fungieren: „Es gibt viele Beispiele dafür, dass gängige Standortsysteme nicht funktionieren. Wenn man zum Beispiel auf einem Festival ist und jemanden treffen möchte, mitten im Park oder am Strand. what3words bringt einen überall hin“, sagt Sheldrick.

Der größte Vorteil des Dreiwortsystems von what3words gegenüber GPS-Koordinaten sei, dass es nicht zu Verwechslungen aufgrund von Zahlendrehern kommen könne. „Im schlimmsten Fall wird die bestellte Pizza an die falsche Adresse geliefert“, erklärt der Unternehmer.

„Mit dem Dreiwortsystem lautet unsere Adresse hier in London ‚index, home, raft‘. Wenn ich jedoch ‚index, home, rafts‘ eingebe, lande ich im Westen Australiens“, erklärt Sheldrick. „Ziemlich unwahrscheinlich, dass der Pizzaservice versucht, mich dort zu beliefern.“

Hier könnt ihr die Dreiwort-Weltkarte von what3words erkunden. 

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