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Richard Branson will 2018 mit Virgin Galactic ins All fliegen

WIRED Staff 06.07.2017

Das private Weltraumunternehmen Virgin Galactic will noch in diesem Jahr erneut mit motorisierten Testflügen beginnen. Gründer und Milliardär Richard Branson will im kommenden Jahr nicht nur selber zum ersten Mal ins All fliegen, sondern später auch zahlende Kunden zu Amateurastronauten machen.

Seit dem Absturz des SpaceShipTwo im Oktober 2014 hatte Virgin Galactic alle seine Tests ausgesetzt. Nachdem Richard Bransons Firma Ende 2016 eine neue Fluglizenz erhalten hatte, soll es nun weitergehen. In Hongkong erklärte Branson laut Bloomberg, der volle kommerzielle Betrieb könnte bis zum Jahresende 2018 ins Laufen kommen — und dass die Nachfrage so groß sei, dass seine Firma niemals genügend Raumschiffe bauen könne, um diese abzudecken.

Ursprünglich war der Start kommerzieller Raumflüge von Bransons Unternehmen für Ende 2014 oder Anfang 2015 geplant gewesen — und wäre damit allen potenziellen Konkurrenten wie etwa Amazon-CEO Jeff Bezos Blue Origin zuvorgekommen. Der Absturz des SpaceShipTwo, bei dem einer der Piloten ums Leben kam und sich sein Kollege mit dem Fallschirm retten konnte, hatte dies verhindert. Nun sollen letzte Testflüge fortgesetzt werden, jeder höher als der Letzte, bis die offizielle Grenze zum All in 100 Kilometern Höhe erreicht und durchbrochen wird.

Mit ihrer Herangehensweise, einen raketenbetriebenen Gleiter von einem Flugzeug aus zu starten, hatte Bransons Firma dereinst einen Vorsprung vor der Konkurrenz herausgearbeitet und den Ansari XPrize gewonnen. Im Gegensatz zu wiederverwertbaren Raketen ist die Technologie noch einmal günstiger: 250.000 Dollar kostet ein Flugticket für einen Ausflug über die Atmosphäre. In eine Umlaufbahn kommt das System allerdings nicht — dafür wäre eine deutlich höhere laterale Geschwindigkeit notwendig, die nur mit größeren Raketen erreicht wird.

Auch kleinere Nutzlasten in den Orbit zu bringen, soll mit einer umgebauten Boeing 747 als Startplattform möglich sein — daran arbeitet der Ableger Virgin Orbital derzeit. Laut Branson bietet das System im Gegensatz zu Raketen von SpaceX und Co. eine große Flexibilität: Innerhalb von 24 Stunden kann so ein Satellit bei Bedarf in einen niedrigen Erdorbit gebracht werden. Außerdem entwickelt Bransons Unternehmen Teile des Überschallflugzeugs Boom. Virgins Weltraum-Abteilung hat also in den kommenden Monaten und Jahren viel vor.

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