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Uber setzt jetzt auch auf Fahrräder

WIRED Staff 10.04.2018

Der Taxiservice Uber hat das Startup Jump Bikes gekauft. Der Anbieter von mietbaren E-Bikes erweitert damit Ubers Portfolio. Es ist die erste Akquise des skandalgeplagten Konzerns, seit Dara Khosrowshahi als CEO übernommen hat.

Der E-Bike-Service Jump Bikes ist nun Teil von Uber. Damit bekommen Kunden zumindest in einigen Städten nun die Möglichkeit statt eines Taxis ein Fahrrad mit elektrischen Hilfsmotoren zu buchen. Wie die New York Times berichtet, unterscheidet sich das Geschäftsmodell von Ubers bisherigen Expansionen etwa in die Essensauslieferung dadurch, dass der Konzern die entsprechenden Fahrzeuge tatsächlich selbst besitzt. Das bedeutet ein höheres Risiko und Wartungskosten.

Die E-Fahrräder von Jump Bikes können an beliebigen Orten abgestellt werden und kosten zwei Dollar für die erste halbe Stunde — danach wird ein Minutenpreis fällig. Weltweit versuchen sich derzeit immer mehr Anbieter für Bike-Sharing-Konzepte zu etablieren, mehr als der Markt vermutlich tragen kann.

Das führt in vielen Städten zu achtlos abgestellten Rädern, die Wege verstopfen, und in China zu Bergen von ausgemusterten Fahrrädern. Dennoch sieht Uber-CEO Dara Khosrowshahi Potenzial in der Akquise. Die soll Gerüchten zufolge mehr als 80 Millionen Euro gekostet haben — ein überraschend hoher Preis für ein Startup, das derzeit in Washington D.C. und San Francisco insgesamt gerade einmal 450 Fahrräder im Umlauf hat.

Die Übernahme kommt nicht überraschend: Bereits im Januar war Uber mit Jump Bikes eine Kooperation in San Francisco eingegangen, bei der Nutzer direkt über die Uber-App ein FAhrrad reservieren und bezahlen konnten. Das nutzte der Konzern auch zur Datenerhebung: Die Durchschnittfahrt mit einem E-Bike von Jump geht über 4 Kilometer und die Räder werden normalerweise sechs bis sieben Mal pro Tag gebucht. Auch die Daten von Ubers Taxifahrten sollen helfen, zu optimieren, wo die Räder zu welcher Zeit gebraucht werden.