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Uber verliert auch noch seine PR-Chefin

WIRED Staff 12.04.2017

Die Unruhe, die den Personenlogistiker Uber seit Monaten begleitet, hat nun im Verlust der PR-Chefin Rachel Whetstone ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Britin hatte den Konzern durch mehrere Skandale begleitet. Neben Sexismusvorwürfen an Top-Managern und Klagen wegen angeblichen Technologie-Diebstahls ist wohl auch die persönliche Spannung zwischen CEO Kalanick und Whetstone zu groß geworden.

Wohin Whetstone wechselt, ist bislang nicht bekannt. Uber-Chef Travis Kalanick kommentierte den Ausstieg seiner PR-Chefin mit einem Lob an das „außergewöhnliche Talent einer fantastischen Führungspersönlichkeit“. Whetstone habe bei dem Aufbau einer erstklassigen Organisation mitgewirkt. Was wie ein versöhnlicher Abschied klingt, scheint in Realität aber auch auf persönlichen Differenzen zwischen Whetstone und Kalanick zu beruhen, berichtet die New York Times. In der Vergangenheit seien beide immer wieder über die öffentliche Darstellung des Unternehmen in Krisensituationen aneinandergeraten. 

Whetstones Ausstieg ist der bis dato empfindlichste Verlust auf personaler Ebene. Sie ist nicht die erste Führungspersönlichkeit, die Uber im Verlauf der letzten Monate verlässt. Bereits vier weitere Manager und leitende Ingenieure haben sind gegangen. Neben Vorwürfen zu sexueller Belästigung hatte auch Google wegen angeblichen Technologie-Klaus zu autonomen fahrenden Autos geklagt.

In einem Presse-Statement betonte Whetstone, wie stolz sie sei, das Team bei Uber mit aufgebaut zu haben und dass nun eine „starke und brilliante Frau“ ihre Geschäfte übernehmen werde. Diese Frau ist Jill Hazelbaker, die bereits seit Whetstones Zeiten bei Google zum engeren Vertrautenkreis der ehemaligen PR-Chefin gehört. Hazelbaker führte 2015 selbst kurzzeitig die Pressestelle von Snapchat. Beide Frauen verbindet neben Ihrer Leidenschaft für interne und externe Kommunikationsarbeit auch ihr politisches Engagement: Während Whetstone enge Kontakte zur Conservative Party in England unterhält und Anfang der 2000er Jahre für den damaligen Innenminister Michael Howard tätig war, unterstütze Hazelbaker den US-Senator John McCain bei seinen Präsidentschaftskandidaturen. Es bleibt abzwarten, ob die neue PR-Chefin Ruhe in den Konzern bringen wird.

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