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Twitters Millioneninvestment in SoundCloud war ein Flop

Christina Kyriasoglou / Gründerszene 26.02.2018 Lesezeit 2 Min

Der Jahresbericht offenbart: Nahezu das gesamte Investment in die Berliner Musikplattform SoundCloud musste von Twitter abgeschrieben werden.

Einst wurde in der Berliner Szene schon vom Megaexit an Twitter gesprochen – doch die Gespräche mit SoundCloud platzten 2014. Nach weiteren Verhandlungen, die über mehrere Jahre liefen, entschied sich der Kurznachrichtendienst aus San Francisco schließlich für ein Investment in die Musikplattform: 70 Millionen US-Dollar gingen im Sommer 2016 an SoundCloud.

Wie der Jahresbericht des US-Unternehmens jetzt offenbart, hat Twitter 66,4 Millionen Dollar davon abgeschrieben. Die Begründung: Es sei nicht zu erwarten, dass das Geld „innerhalb eines angemessenen Zeitraums wieder einzubringen“ sei, wie Variety berichtet.

Überraschend sind die Abschreibungen nicht. Zum Zeitpunkt des Twitter-Investments lag die Unternehmensbewertung von SoundCloud noch bei 700 Millionen US-Dollar. 2017 ging SoundCloud dann das Geld aus. In einem rettenden Investment vergangenen Sommer gingen schließlich 170 Millionen US-Dollar an die Berliner, unter anderem stieg die Singapurer Investmentgesellschaft Temasek ein. Die Plattform wurde allerdings massiv abgewertet: auf einen Unternehmenswert von nur 150 Millionen US-Dollar. Gründer und CEO Alex Ljung, der SoundCloud 2007 gemeinsam mit Eric Wahlforss gegründet hatte, musste gehen.

Die Wertminderung durch Twitter zeigt wieder, wie schwierig das Musikstreaming-Geschäft für unabhängige Player ist. Der neue SoundCloud-CEO Kerry Trainor teilte kürzlich auf einer Recode-Konferenz mit, das Abomodell wieder umstellen zu wollen. Ursprünglich hatte die Plattform versucht, wie Spotify oder Apple ein Abo für zehn US-Dollar monatlich zu vertreiben. Nun versucht es SoundCloud mit einem beschränkteren Angebot, das für fünf US-Dollar pro Monat zu haben ist.

Ob das Unternehmen damit sein selbst gesetztes Umsatzziel erreichen kann, bleibt noch offen. In den zwölf Monaten bis zum August dieses Jahres will die Plattform laut TechCrunch 100 Millionen US-Dollar erlösen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Gründerszene
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