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Teil 5 der WIRED-Deutschlandreise: Bonn, Berlin, Lathen, Köln, Hamburg, München, Saarbrücken

Max Biederbeck, Chris Köver, Karsten Lemm, Dirk Peitz, Jana Petersen, Anja Reiter, Nikolaus Röttger und Dominik Schönleben 03.03.2017

Die Zukunft ist digital, das haben die Deutschen nun auch endlich kapiert. Wo will Deutschland hin, wo steht es, woher kommt es? Das wollen wir herausfinden. Also haben wir es bereist in den vergangenen Monaten. Ein Mosaik aus Digitalisierungsgeschichten in 5 Etappen ist der Bericht dieser Reise. Der letzte Teil unserer Tour beginnt in Bonn und führt über Berlin, Lathen, Köln, Hamburg und München nach Saarbrücken.

Diese Reportage erschien zuerst in der gedruckten Ausgabe des WIRED Magazins im Dezember 2016. Wenn ihr die Ersten sein wollt, die einen WIRED-Artikel lesen, bevor er online geht: Hier könnt ihr das WIRED Magazin testen.

(Mit Teil 5 eingestiegen? Hier geht's zum Anfang der Serie)

Teil 5 der WIRED-Deutschlandreise // Bonn // Ende September 2016

(Für diejenigen, die mit Teil 5 einsteigen: Hier geht es zum Anfang der insgesamt fünfteiligen Geschichte)

Kinder sind nicht nur die Zukunft. Um sie sich vorstellen zu können, die Zukunft, hält man sich am besten einfach: an Kinder. Sie werden mal in der Zukunft leben, also sind sie Experten.

Glaubt der Innovationschef der Telekom, Christian von Reventlow, ein agiler Mann mit Valley-Vergangenheit. Er sitzt in der Telekom-Zentrale auf einem Barhocker in einem ehemaligen Besprechungsraum, der zur Lounge umgestaltet wurde. Die Deutsche Telekom macht sich locker, auch in der Person von Reventlows.

Der hat also Kinder die Zukunft basteln lassen, mit der Design-Thinking-Methode: Mädchen und Jungen, zwölf bis 14 Jahre alt. Einige leben auf dem Dorf, im rheinland-pfälzischen Edenkoben, andere in der Kleinstadt Xanten, wieder andere in Wiesbaden und Berlin. Sie alle betrachten Technologie als etwas Selbstverständliches, sie halten Online-Sein für ein Menschenrecht und so was Ähnliches wie die Luft zum Atmen. „Das klingt für einen carrier wie die Telekom zunächst etwas bedrohlich“, sagt von Reventlow, „denn ein Menschenrecht ist frei und kostenlos.“ Die Telekom verdient in diesem Sinne mit digitaler Luft ihr Geld – dem Durchleiten von Datenströmen durch ihre Netze.

Telefone gibt es in der Vorstellung der Kinder künftig nicht mehr, sie werden durch Brillen ersetzt, mit denen man ebenso reden wird wie mit vielen anderen rundum verbundenen Geräten: dem Roboter etwa, den jeder besitzen wird. Alles wird Kommunikation sein, und die Kinder sehen dieser Zeit zuversichtlich entgegen. Sie sorgen sich aber um ihre Privatsphäre und fürchten, Technologie könnte ihre Gefühle manipulieren wollen.

Was bedeutet das alles für die Zukunft der Telekom? Sie wird nicht nur viel größere Datenmengen viel schneller transportieren, glaubt von Reventlow, sondern auch viel mehr Rechenleistungen anbieten. Denn so irre smart werden all die Geräte gar nicht sein – Prozessoren sind schwer und nehmen Platz weg in AR-Brillen und Robotern. Die Netze werden für sie rechnen. Zumindest erhoffen sich das Provider wie die Telekom. Die wird den Menschen bloß weiter erklären müssen, warum Verbinden und Rechnen Dienstleistungen sind, für die man bezahlen muss – und keine reinen Menschenrechte.

Die Bahn kommt nun zumindest bei der Unterhaltung mit einem Ruck in der digitalisierten Welt an

Bevor Birgit Bohle den neuen ICE vorführen kann am Berliner Bahnhof Südkreuz, legt sie sich erst mal hin. Es macht ein dumpfes Batsch, als die Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr AG den neuen E-Roller der Bahn vor einen Poller setzt, draußen auf dem Parkplatz. Bohle nimmt es sportlich, sie lacht kurz auf und beruhigt die Umstehenden: nichts passiert. Scooter verbeult, Frau heil.

Die Deutsche Bahn ist ja längst nicht mehr nur auf der Schiene unterwegs. Sie setzt auch auf Verkehrsträger, die einen zum und weg vom Bahnhof und durch die Stadt bringen, Leihautos, Leihräder und nun im Test in Berlin und Hamburg Leihroller. Lange bevor die Lufthansa über Door-to-door-Konzepte nachzudenken begann, hatte die Bahn schon eines.

Sie strebt damit letztlich in der analogen Welt die gleiche seamless user experience an, die Digitalkonzerne wie Apple in ihren Ökosystemen aus Hard- und Software bieten: ein so perfekt verzahntes System, dass man gar nicht mehr rauswill (oder rausfindet). Bloß wird es auf einem Bahnsteig im Winter immer saukalt bleiben, und mit einem eMio-Roller kann man auch mal aus der Kurve fliegen.

Die 43-jährige Birgit Bohle ist verantwortlich für das Aushängeschild der Bahn, den ICE. Der ist ja so was wie das fahrende kollektive Wohnzimmer der Deutschen, und alle paar Jahre gibt es ein neues. Am 11. Dezember, beim Wechsel auf den Winterfahrplan, beginnt die Einführungsphase des ICE 4. Viele Leute werden also bald in den neuen Zügen sitzen und feststellen: So anders sehen die innen gar nicht aus als die alten. Die meisten Änderungen sind Details, die Fenster sind größer, der Stauraum für Gepäck ist es auch.

Die wohl symbolischste Neuerung beschränkt sich nicht nur auf die neuen Züge: Alle ICEs, auch die alten, werden mit kostenfreiem WLAN aus-gestattet sein bis Ende des Jahres, auch in der zweiten Klasse. Und in allen wird dann Maxdome laufen, die Streamingplattform von ProSiebenSat1. Eine Auswahl an Filmen und Serien wird man gratis auf seinem Smartphone, Tablet oder Laptop abrufen können, Maxdome-Abonnenten können aus noch viel mehr Titeln wählen. Die Bahn kommt nun also zumindest bei der Unterhaltung mit einem Ruck in der digitalisierten Welt an. What took you so long?, könnte man als guter deutscher Bahnkunde fragen. Als solcher ist man ja Beschwerdeführer im Wartestand: Man hofft immer auf die nächste technische Störung.

Der ICE 4, den Siemens und Bombardier bauen, ist mit 250 Kilometern pro Stunde Spitze langsamer als sein Vorgänger, der ICE 3 kriegt 330 drauf. Die Bahn, so mag man das verstehen, hat eingesehen, dass Deutschland zu klein ist für großes Tempo, im Schnitt liegen nur 70 Kilometer zwischen zwei ICE-Bahnhöfen. Der neue Zug beschleunigt dafür schneller als der alte. Das ist fast eine Parabel auf die Gegenwart: Die Zeit (zwischen Bahnhöfen) ist weiter die gleiche. Es fühlt sich nur so an, als sei sie beschleunigt.

Lathen // Anfang November 2016

Stillstand ist das Schlimmste. Für ein Gefährt, das einmal 500 km/h schnell sein sollte und die Zukunft des Schienenverkehrs. Nun steht er da, der Transrapid mit der Nummer 09, bereit für seine Versteigerung. Die Auktionsausschreibung der Vebeg GmbH, einer bundeseigenen Treuhandgesellschaft, die ausrangierte Autos, Schiffe, Flugzeuge und manchmal eben auch Prototypen von Magnetschwebebahnen verkauft, die mal der öffentlichen Hand gehörten, richtet sich ausdrücklich an: Museen. Bieter dürfen sich den dreiteiligen, 75 Meter langen Zug auch von Nahem ansehen, im Stillstand.

Schweben wird dieser Transrapid, der im Fall des Prototypen mit der Nummer 09 den Münchner Hauptbahnhof mal mit dem Franz-Josef-Strauß-Flughafen im Erdinger Moos hätte verbinden sollen, nicht mehr. So wenig, wie sich an der Transrapid-Teststrecke im Emsland nahe der Kleinstadt Lathen jemals noch mal etwas bewegen wird. Außer Abrissbirnen vielleicht. Doch die Betreiberfirma IABG und der Bund streiten sich auch fünf Jahre nach der Stilllegung der Strecke noch um Details dessen, was man halt so Rückbau nennt.

Jede Zeit war einmal Zukunft, bis sie zur Gegenwart wurde und schließlich als Vergangenheit endet: Daran sollte jeder denken, der sich heute vorstellt, was einmal kommen wird. Die Zukunft existiert immer nur in unserer Fantasie. Als Utopie, Dystopie oder was dazwischen. Und wenn es mal so weit ist, dass die Zukunft zur Vergangenheit geworden ist, dann landen manche der einstigen Fantasien eben im Museum. Dort werden sie aufbewahrt, uns und all den nach uns Kommenden zur Erinnerung, manchmal auch zur Mahnung.

Der Transrapid ist tatsächlich ein Zukunftstraum, der wahr geworden ist: Durch Schanghai rast weiter der einzige Transrapid, der es je in den Regelbetrieb geschafft hat. Die Ingenieure und Techniker bei Siemens und ThyssenKrupp haben ihn eben doch zum Schweben gebracht. Nur rentabel betreiben ließ er sich zumindest in Deutschland nicht. Wenn etwas scheitert, hält das andere nicht davon ab, weiter zu träumen. Auch nicht davon, Menschen rasend schnell transportieren zu wollen.

Köln // Ende September 2016

Das kleine Kistchen auf dem Schreibtisch von Carl Brockmeyer ist so etwas wie ein Souvenir einer möglichen Zukunft. Es ist ein Modell dessen, was in Groß bereits in einem Showroom in Los Angeles steht und einmal eine technische Voraussetzung dafür schaffen könnte, dass eine fixe Idee von Elon Musk funktioniert: der Hyperloop, durch den Menschen in Kapseln fast in Schallgeschwindigkeit durch eine Röhre befördert werden. Und in der Kiste aus Köln steckt: eine Vakuumpumpe.

Brockmeyer, junger, smarter Typ, ist Head of Business Development bei Leybold, einem Mittelständler mit Sitz im Kölner Süden. Die Firma gibt es seit 1850, sie ist ein gutes Beispiel dafür, was Forschergeist erreichen kann – ohne dass es eine größere Öffentlichkeit je mit-bekommt. Wer weiß schon was übers Evakuieren von Materie aus einem Volumen? Und dass die Geschichte der Vakuumpumpe wesentlich von Leybold-Erfindungen bestimmt wurde?

„Die Vakuumpumpe ist ein erklärungsbedürftiges Produkt“, sagt denn auch Brockmeyer. Leybold stellt verschiedenste her, sie werden bei der Beschichtung von Chipstüten wie Touchscreens eingesetzt, im Teilchenbeschleuniger des CERN wie bei der Uran-Anreicherung. Und womöglich schaffen Leybold-Pumpen bald das nötige Vakuum dafür, dass durch die Röhren von Hyperloop Transportation Technologies (HTT) Menschen mit 1200 Kilometern pro Stunde transportiert werden können. Der Transrapid brachte es nur auf 500, und der ICE 4 wäre mit 250 dagegen ein lahmer Esel.

Für Leybold ist das Mittun in dem HTT-Netzwerk eine überschaubare Wette auf einen möglichen Zukunftsmarkt. Und ein Einblick in eine neue Form von Zusammenarbeit, denn HTT funktioniert als Crowd-Sourcing, verschiedene Firmen aus aller Welt arbeiten an verschiedenen Orten an dem Projekt. Ein Konkurrenzprojekt namens Hyperloop One aber scheint derzeit die Nase vorn zu haben, es plant bereits eine Röhrentrasse in Dubai.

Zugleich ist Leybold dabei, voranzukommen bei der Digitalisierung der eigenen Produkte und der eigenen Firma. Die Vakuumpumpen brauchen Sensoren, die Störungen voraussehen und die Pumpen mit anderen Maschinen in den zukünftigen Fabriken der Industrie 4.0 kommunizieren lassen. Und einen eigenen Onlineshop als zusätzliche Vertriebsplattform hat Leybold erst seit Sommer 2015 und dabei gemerkt: Von 30 Prozent der Kunden dort hat die Firma noch nie zuvor gehört.

Die Welt wird für Leybold auch nach 166 Jahren noch größer. Und sie braucht Vakuumpumpen. Die Menschen werden nicht aufhören, Chips zu essen. Oder fixe Ideen zu haben wie Elon Musk. Gute Aussichten.

Hamburg // Mitte Oktober 2016

Für Richard Nolan ist die Zukunft in Deutschland scheiße. Er lebt im Berlin des Jahres 2048, und die Welt ist kaputt. Überbevölkerung, Krieg, Überwachung. Als Nolan in die Virtualität flieht, spaltet sich sein Ich: Ein Teil landet in einer Art Matrix, ein anderer in der Realität, durch deren Straßen er nun rennt – gesteuert von Game-Producer Kai Fiebig, der in seinem Hamburger Büro die erste Version des neuen Spiels vorführt: Nolan ist der Held in State of Mind. Das Third-Person-Adventure von Daedalic fragt: Werden wir transhumane Wesen? Wohin treibt uns die Digitalisierung? Kann das funktionieren?

Anfang 2017 soll das Videospiel veröffentlicht werden, eineinhalb Jahre Entwicklungszeit stecken drin, und Fiebig weiß, dass das eine große Wette ist: „Früher konntest du anspruchsvolle Spiele machen, heute sind das die Ausnahmen.“ Free-to-Play-Games fürs Smartphone dominieren den Markt. Spiele also, die kostenlos sind, bei denen die Nutzer aber durchs Bezahlen von Centbeträgen schneller vorwärts kommen können. 94 Prozent des Umsatzes für Spiele-Apps wurde 2015 in Deutschland mit Free-to-Play gemacht, 562 Millionen Euro. Der Markt wächst, doch die Anbieter können nicht in gleichem Maße profitieren. Games, eines der digitalsten Produkte, werden durch die Digitalisierung immer wieder herausgefordert.

Hamburg ist Deutschlands Gaming-Hauptstadt, in der sich der Kreislauf der Digitalisierung bei einer Rundreise ablesen lässt

Sieben der zehn größten deutschen Spielestudios sind auf Free-to-Play spezialisiert. Vier davon sitzen an der Elbe: Hamburg ist Deutschlands Gaming-Hauptstadt, in der sich der Kreislauf der Digitalisierung bei einer Rundreise ablesen lässt.

In Hamburgs Westen geht es bergauf: Innogames hat gerade eine Finanzierung in Höhe von 91 Millionen Euro vom schwedischen Entertainment-Konzern MTG bekommen. In Hamburgs Zentrum hat man sich stabilisiert: Bigpoint war einst mit mehreren Hundert Millionen Dollar bewertet. Hat dann den Umstieg auf Mobile nur schleppend hinbekommen, Facebook-Spiele verschlafen. Im März ging das Unternehmen für 80 Millionen Euro an den chinesischen Anbieter Youzu Interactive. In Hamburgs Osten wird umstrukturiert: Goodgame musste sich im Sommer von Mitarbeitern trennen, statt 1300 sollen es noch 700 sein.

Und im Norden versucht State-of-Mind-Entwickler Daedalic, der mit 160 Mitarbeitern gerade so zu den zehn größten Game-Studios in Deutschland zählt, dem alles beherrschenden Free-to-Play-Genre etwas entgegenzusetzen. Eine der erfolgreichsten Serien des Studios ist Deponia, der vierte Teil aber – Deponia Doomsday – hat es noch nicht zum Break-Even geschafft.

Hinzu kommt, und das gilt auch für State of Mind: Jedes neue Spiel bleibt eine Wette darauf, dass die Spieler die Idee annehmen. Games-Entwicklung ist – wenn man so will – selbst ein großes Game: Mal verlierst du, mal gewinnst du. Was vermutlich für die gesamte Digitalisierung gilt. Darum ist eines so wichtig: der richtige State of Mind.

München // Ende September 2016

Das glaubt auch der Weihnachtsmann. Weißes Haar und Bart, rote Weste, Lederhose: So sieht Richard Branson aus, als er als Bayer verkleidet die Bühne der Bits & Pretzels-Konferenz auf dem Münchner Messegelände betritt. Hunderte Gründerinnen und Gründer haben im Saal so sehnsüchtig auf den Virgin-Boss gewartet wie Kinder auf den Nikolaus. Oder den reichen Onkel aus Amerika (der in dem Fall halt einen britischen Pass hat).

Nach all dem Selbstgram braucht Deutschland jetzt einen motivational speaker. Also, Mister Branson, wie startet man so up, wie wird man so reich? Wo lang geht es ins All? Und wie geht’s hier unten weiter?

Branson humpelt ein bisschen, er ist neulich mit dem Fahrrad gestürzt – ach, und eigentlich ist diese Geschichte ein so gutes Symbol für alles, was Bransons Unternehmergeist verkörpert, dass sie kurz erzählt werden muss: Jedes Jahr stellen er und seine Familie sich einer Challenge (Unternehmer brauchen Herausforderungen!), diesmal ging es fahrradfahrend und schwimmend durch Italien (Anstrengend!), dabei stürzt er (Ja, man scheitert bei Unternehmungen! Wissen nicht nur Oliver Samwer und Frank Thelen!), aber jetzt geht es weiter (Aufstehen, Weitermachen!).

Branson hat Geschenke mit nach München gebracht: jede Menge Startup-Kalendersprüche. Ihr braucht nicht ins Silicon Valley, es geht auch hier, ist Branson überzeugt. Umgebt euch mit Leuten, die besser sind, als ihr es seid. Bleibt nicht länger als zwei Jahre in einem Startup. Und dann: Macht euch überflüssig, feuert euch selbst, lasst andere übernehmen.

Bei Branson hat genau das funktioniert. Er hat eine Insel, er hat eine Fluggesellschaft, er will Kreuzfahrten anbieten, und ins All will er sowieso. Für nur 200.000 Dollar können Touristen mit, Branson will auch hochfliegen. Und dann auf zum Mars.

Deutschland ist neben Indien vielleicht der einzige Ort, an dem die Regierung so auf das Thema Technologie fixiert ist

Sundar Pichai, CEO von Google

Insgesamt 5000 Leute sind dieses Jahr zur Bits & Pretzels gekommen, im Messebereich vor dem Saal stellen Startups aus, präsentieren ihre Idee und suchen Investoren. 18 Jahre nachdem der damalige Bundespräsident Roman Herzog die Neue Messe München eröffnete, ist sein damaliges Bonmot wahrgeworden: Laptop und Lederhose passen wirklich zusammen.

Und das lässt man sich halt von eigens Eingeflogenen wie Richard Branson bestätigen. Münchens Startup-Szene feiert sich selbst und begießt das am nächsten Morgen zum Frühstück im Schottenhamel auf dem Oktoberfest: ein ganzes Zelt nur für Gründer.

Der Weihnachtsmann ist nicht mehr dabei. Branson war tags zuvor auf der Wiesn, aber im Promizelt, beim Käfer. Um mit Branson beim nächsten Mal da anstoßen zu können, muss sich mancher Gründer wohl erst noch ein paar Mal selbst feuern.

Saarbrücken // Mitte November

„Das Internet ist für uns alle Neuland“, dieses Zitat ist Angela Merkel oft vorgehalten worden. Gesagt hat sie den Satz im Juni 2013 bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit US-Präsident Barack Obama in Berlin. An einem Novembertag dreieinhalb Jahre später ist Obama wieder in Berlin, zu seinem letzten Staatsbesuch. Merkel ist trotzdem zwischendurch nach Saarbrücken zum deutschen IT-Gipfel geflogen. Sie hält eine harsche Rede.

Deutschland habe „eine gute Ausgangssituation“, sei aber auch „weit weg davon, Weltspitze zu sein“. Die Politik müsse ihre Gesetze künftig schneller an den digitalen Fortschritt anpassen. Und: „Wenn man Deutschland auf einen disruptiven Prozess vorbereiten will, müssen ihn Bürger auch wahrnehmen.“ Vor ihrer Rede hat Google-Chef Sundar Pichai die Bundesregierung beim IT-Gipfel sehr gelobt: „Deutschland ist neben Indien vielleicht der einzige Ort, an dem die Regierung so auf das Thema Technologie fixiert ist.“

Vielleicht war das nur eine höfliche Geste. Vielleicht aber meinte es Pichai wirklich so. Wäre die Aussage mit der Technologie-Fixiertheit aufs Land selbst gemünzt, träfe sie in jedem Fall zu. Im Guten wie im Schlechten.

Damit endet unsere WIRED-Deutschlandtour. Die ganze Reise zum Nachlesen gibt es in der neuen Ausgabe des WIRED-Magazins oder hier:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

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