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Wie die Post mit einem E-Transporter Maßstäbe setzt

WIRED Staff 17.08.2017

Der Work XL ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ford und Streetscooter, einem Tochterunternehmen der Deutschen Post. Die positioniert sich damit als führender Hersteller in dem Bereich.

Der E-Transporter Work XL basiert auf dem Gestell vom Ford Transit und wird von Streetscooter in Aachen gebaut. Interessant dabei: Nicht der etablierte Autohersteller ist hier also führend, sondern er dient als Zulieferer; eine Entwicklung, die sich insgesamt bei der Umwälzung der Automobilbranche weg vom Benzinmotor hin zu E-Mobilität beobachten lässt.

Er ist die dritte eigene E-Transporter-Reihe der Post. Der Work XL ist, wie der Name schon andeutet, jedoch der erste größere Transporter seiner Art. Noch in diesem Jahr sollen die ersten 150 Vorserienmodelle auf die Straßen kommen. Langfristig soll die Produktionsserie 2500 Fahrzeuge umfassen, sowohl für den Einsatz bei der DHL als auch für andere Nutzer.

Mit einer Motorleistung von 204 PS kann der Work XL seine Fracht aus bis zu 200 Paketen in 20 Kubikmetern Ladevolumen vermutlich gut bewegen. Die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings auf 85 Kilometer pro Stunde gedrosselt — der Transporter ist also vor allem für die Stadt und kurze Strecken auf Landstraßen gedacht. Die Reichweite soll dabei je nach verbautem Akku zwischen 80 und 200 Kilometer Reichweite liegen. An Schnellladestationen lässt sich das Fahrzeug dann innerhalb von drei Stunden aufladen, schreibt Golem.de.

Die beiden Vorgängermodelle Work und Work L sind noch deutlich kleiner: Die kleinste Variante des Elektrotransporters fasst vier Kubikmeter Ladevolumen, die nächstgrößere acht. Derzeit sind von den beiden kleineren Fahrzeugvarianten 3000 Stück bei der Post im Einsatz. Der Work XL bringt auch für den Fahrer einige angenehme Neuerungen mit: Wie in einem UPS-Lieferwagen gibt es eine direkte Verbindung vom Führerhaus in den Laderaum, wodurch der Fahrer nicht zur Straße hin aussteigen muss.

Das Modell zeigt, wie Elektromobilität die Automobilbranche umkrempeln kann: Der Traditionshersteller Ford dient hier nur noch als Zulieferer eines Gestells. Das Startup der Post ist hingegen zum führenden Hersteller von E-Transportern aufgestiegen.

Ohne Konkurrenz ist der Work XL indes nicht: VW will in diesem Herbst den E-Crafter an Testkunden ausliefern und Daimler plant gemeinsam mit Hermes den Einsatz elektrischer Vitos und Sprinter. DHL bringt dennoch einen Vorsprung und ein bestehendes Netzwerk an eigenen Ladestationen mit, das helfen könnte, die leise und emissionsfreie Technologie schnell und effektiv zu etablieren.