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Snapchat-CEO: Facebook sollte besser noch mehr von uns kopieren

WIRED Staff 30.05.2018 Lesezeit 2 Min

Der Snapchat-CEO Evan Spiegel hat die Vorgehensweise von Facebook nach dem Cambridge Analytica Skandal heftig kritisiert. Sein Vorwurf: Facebook sollte nicht nur seine Features, sondern auch den Datenschutz von Snapchat abkupfern.

Facebook kopiert gerne: Wenn ein anderes soziales Medium ein erfolgreiches Feature einführt, dann dauert es nicht lange, bis Facebook nachzieht. So auch bei Snapchat-Stories, die es mittlerweile in ähnlicher Form auf Instagram gibt. Was Facebook aber nicht von Snapchat kopiert hat: den Datenschutz. Das zumindest warf dem Unternehmen Snapchat-CEO Evan Spiegel auf der Code Conference vor: „Wir hätten uns gefreut, wenn sie unsere Datenschutzpraxis übernommen hätten“, sagte er wie Recode berichtet.

Facebook habe laut Spiegel im Zuge des Datenskandals um Cambridge Analytica den Schutz seiner Nutzer nicht verbessert. Alles was getan wurde, sei nur „Augenwischerei“. Für echten Datenschutz hätten die Funktionen des sozialen Mediums verändert werden müssen. Der Datenschutz war nicht das einzige Thema, bei dem Spiegel seinem Konkurrenten Vorwürfe machte: „Im Gegensatz zu Facebook gab es auf Snapchat keine Manipulation durch Russland“, sagte er während des Live-Interviews.

Dass Spiegel sich über Facebook-CEO Mark Zuckerberg ärgert, ist verständlich: Das Stories-Format wurde ursprünglich von Snapchat erfunden und dann von der Facebook Tochter Instagram nahezu identisch übernommen. Dies wirkte sich vermutlich negativ auf das Wachstum von Snapchat aus, dessen Nutzerzuwachs sich in den Monaten vor dem Börsengang deutlich verlangsamte.

Alex Stamos, der Sicherheitschef von Facebook, reagierte auf den Angriff von Spiegel kurz darauf per Twitter: „Snapchats implizites Versprechen, dass alle Fotos wirklich verschwinden, hat zur massenhaften Verbreitung von Rachepornografie geführt“, schrieb Stamos. Er halte es also nicht für klug, Snapchat zu kopieren.

Mit dem Tweet bezieht sich Stamos allerdings auf keinen aktuellen Fall, sondern auf etwas, das vor vier Jahren passiert ist: Damals hatte ein Angreifer über die normale Programmierschnittstelle von Snapchat mehr als 100.000 private Bilder gespeichert und veröffentlicht. Damals ein Skandal für Snapchat, denn diese Bilder hätten eigentlich nach einmaligem Ansehen durch ihre eigenentlichen Empfänger längst gelöscht worden sein.