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Die Riesenbatterien von Elon Musk haben jetzt Konkurrenz aus Deutschland

Benedikt Plass-Fleßenkämper 12.07.2017

Eigentlich wollte Elon Musk den Markt für Riesenbatterien für sich beanspruchen. Doch jetzt kriegt er Konkurrenz von Siemens und dem US-Energieexperten AES. Zusammen wollen die beiden Firmen einer der Weltmarktführer für Stromspeicher werden.

Windräder, Solaranlagen und Wasserkraftwerke: die Energiebranche wandelt sich. Erneuerbare Energien spielen bei dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Für Netzwerkbetreiber bedeutet das, sie müssen mit vielen unterschiedlichen Verfahren umgehen lernen und werden deutlich abhängiger von Wind- und Wetterverhältnissen. Sie müssen flexibler werden, vor allem wenn es darum geht, die gewonnene Elektrizität zu speichern. In diesen Markt drängt nun mit Macht die Siemens AG gemeinsam mit dem US-amerikanischen Unternehmen AES.

Die Firmen haben gemeinsam Fluence gegründet, ein Unternehmen, das Stromnetzbetreiber weltweit mit jeweils passenden Energiespeicherlösungen auf Basis von Lithium-Ionen-Technologie versorgen soll. Beide Konzerne haben schon eigene Systeme im Programm, die jetzt durch neue Technologien erweitert, miteinander kombiniert und als fertige Produkte vertrieben werden sollen.

So wirbt Fluence für seine Services

AES betreibt mit seiner hauseigenen Advancion-Technologie Energiespeicher in sieben Ländern und bringt es auf eine Gesamtspeicherkapazität von 200 Megawatt. Darunter befindet sich auch das mit 30 Megawatt zurzeit größte System seiner Art in Südkalifornien. Die Konkurrenz: Elon Musks Unternehmen Tesla kündigte diese Woche den Bau einer noch größeren Anlage in Australien an. Mit ihm will es Fluence aufnehmen.

Der Hauptsitz des neuen Unternehmens entsteht in Washington D.C., mit Zweigstellen unter anderem im fränkischen Erlangen. Beide Firmen halten jeweils 50 Prozent an dem Joint Venture. Warum sie kooperieren? Siemens hat eine enorme Präsenz in der Welt sowie ein modulares Speichersystem Siestorage, und AES kann mit der entsprechenden Expertise unterstützen.


Mit dem Einsatz der gigantischen Batterien soll der Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt werden. Die Systeme erlauben nicht nur die Speicherung des überschüssigen Stroms, sie unterstützen Stromnetze auch in Flautephasen und gleichen Schwankungen im Netz aus. Etwa wenn Wind oder Sonne einmal ausbleiben. Sollten die Behörden dem Zusammenschluss von Siemens und AES zustimmen, nimmt Fluence im Herbst 2017 den Betrieb auf. 

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