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Der Samsung-Chef tritt zurück

WIRED Staff 13.10.2017

Der südkoreanische Elektronikhersteller Samsung muss ab nächstem Jahr auf einen seiner drei CEOs verzichten. Trotz der gerade veröffentlichten Rekordumsätze erklärte Oh-hyun seinen Rücktritt als Geschäftsführer bei Samsung.

Als Grund für seinen Rücktritt nennt Kwon Oh-hyun, dass es an der Zeit für einen neuen Geist und eine jüngere Führung sei. Der als Mr. Chip bekannte Vizepräsident tritt allerdings nicht direkt zurück, sondern wird seine bis zum März 2018 dauernde Amtsperiode zu Ende bringen.

Sein Rücktritt ist vor allem angesichts des gerade veröffentlichten Erfolgsausblicks verwunderlich. Laut der neuesten Prognose erwartet Samsung einen operativen Gewinn auf Rekordniveau. Die prognostizierten Zahlen gehen von einer Verdreifachung der Umsätze aus: Der Gewinn aus den Kerngeschäften dürfte im dritten Quartal 2017 auf etwa 10,8 Milliarden Euro steigen. Das Dreifache im Vergleich zum Vorjahr, wie heise online berichtet.

Grund dafür sind nicht nur die reinen Verkaufszahlen, sondern auch die steigenden Preise für Speicher: Beispielsweise ist der Preis von DRAM-Chips, der für Server und Arbeitsspeicher verwendet wird, im Vergleich zum zweiten Geschäftsquartal um zwölf Prozent gestiegen. Auch der bei Smartphones genutzte Nand-Speicher legte laut Yonhap um knapp 21 Prozent zu. Kwon Oh-hyun war maßgeblich für das Komponenten-Geschäft von Samsung verantwortlich, das sogar die Gewinne der Smartphone-Sparte übertrifft.

Um so überraschender ist der Rücktritt von Kwon, der seit 2012 seine Position innehatte. Dieser sieht jedoch eine schwere Zukunft bevor. „Derzeit haben wir Rekordumsätze, aber dies sind die Ergebnisse vergangener Entscheidungen und Investments. Wir sind nicht mal nahe dran, neue Wachstums-Faktoren zu finden“, sagt der CEO laut Reuters in einer Nachricht an seine Mitarbeiter.