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Bitcoin-Fans warten auf Lightning

Cindy Michel 02.01.2018

Teure Transaktionen und lange Wartezeiten machen dem Bitcoin zu schaffen: Erstmals seit zwei Jahren startet die Kryptowährung mit einem Wertverlust in ein neues Jahr. Neuen Aufschwung könnte der Bitcoin durch das lang ersehnte Lightning Network erhalten.

Bitcoin fällt über das Silvesterwochenende um 4,8 Prozent auf einen Kurswert von 13,657 US-Dollar zum Jahreswechsel. Das ist laut Bloomberg das erste Mal, dass die Kryptowährung in ein neues Jahr fällt statt steigt. Neuen Aufschwung könnte ihr das Lightning Network geben.

Stark vereinfacht handelt es sich dabei um ein Netzwerk, das individuelle Bezahlkanäle zwischen zwei Nutzern bildet. Statt unzählige Kleintransaktionen in der Blockchain zu vermerken, können die beiden in ihrem Lightning Network so oft Bitcoin-Beträge austauschen, wie sie wollen. Nur der Endbetrag wird in der Blockchain verzeichnet. Das bedeutet weniger Buchungen und weniger Belastung für den Bitcoin, die hohen Zahlungsgebühren im Bitcoin-Netzwerk könnten so gesenkt und die Kryptowährung skalierbar gemacht werden.

Erste Transaktionen vom Lightning Network auf die Bitcoin Blockchain verliefen bereits erfolgreich, eine Beta-Version soll in Kürze erscheinen. Bis diese verfügbar ist, können User auf einer Plattform mit Test-Bitcoin die Technologie schon einmal vorab ausprobieren.

Zwar konnte sich der Bitcoin nach einem Kursrutsch Mitte Dezember auf etwa 11.000 US-Dollar wieder erholen, in die Nähe des Rekordhochs vor der Talfahrt von knapp 20.000 US-Dollar kam er bislang nicht mehr. Die Gründe sind vielfältig: Neben vermehrten Hackerangriffen sowie die Androhung einer staatlichen Kontrolle des aktuell weitgehend unregulierten Handels kommt es auf den virtuellen Handelsplätzen auch immer wieder zu technischen Problemen.

Je mehr Nutzer im Bitcoin-System Coins transferieren oder Miner Transaktionen bestätigen, desto mehr wird die Blockchain, auf der das System basiert, belastet. Die einzelnen Blöcke haben nur eine begrenzte Speicherkapazität, es kommt nicht nur zu langen Wartezeiten bei Transaktionen, sondern auch zu hohen Preisen.

Manche Altcoins hingegen, wie etwa IOTA oder Ripple, die aktuell zweitgrößte Kryptowährung hinter Bitcoin, haben diese Probleme nicht. IOTA etwa setzt auf die Tangle-Technologie. Statt wie in der Blockchain einen Block nach dem anderen chronologisch zu verbinden, webt das Tangle ein Netz. So sind Transaktionen miteinander verbunden und der IOTA-Token soll so zur schnellen und beliebig skalierbaren Kryptowährung werden.

Spekulanten haben diese Vorteile erkannt und investieren zunehmend in alternative Kryptowährungen. Das zeigt sich auch an deren Marktwert. Denn der Anteil von Bitcoin an der Marktkapitalisierung hat mit 36,3 Prozent ein neues Tief erreicht. Im vergangenen Januar lag dieser Wert noch über 87 Prozent.