/Business

Escort-Startup: Pia Poppenreiter kauft Ohlala zurück

Christina Kyriasoglou, Gründerszene 09.06.2017

Monatelang gab es Streit unter den Ohlala-Investoren – jetzt verkündet die Gründerin des Startups für bezahlte Dates, dass sie die Anteile aller Gesellschafter zurückgekauft hat.

Ohlala war mit so viel Aufsehen gelauncht, wie es bei einer Sex-App zu erwarten ist. Mit dem neuen Unternehmen startete die Gründerin Pia Poppenreiter im August 2015 zum zweiten Mal den Versuch, Frauen zu vermitteln, die für Verabredungen von Männern bezahlt werden. Als Ohlala dann im darauffolgenden März den Schritt nach New York wagte und Investoren dafür 1,7 Millionen US-Dollar gaben, berichteten reichweitenstarke Medien wie The Verge oder Daily Mail über das Berliner Escort-Startup.

Doch danach wurde es schnell still um Ohlala, wenig Neues gelangte an die Öffentlichkeit. Wie Recherchen von Gründerszene zeigten, mussten die beiden Gründer Poppenreiter und Torsten Stüber im Sommer 2016 ihre Mitarbeiter entlassen, das Angebot in den USA wurde wenig später wieder offline genommen. Die genauen Gründe waren lange unklar – fest stand nur, dass Ohlala trotz Ankündigung keine Option zur Monetarisierung seiner Web-App eingebaut hatte.

Die fehlenden Umsätze scheinen allerdings nicht der ausschlaggebende Grund für die Schwierigkeiten gewesen zu sein. Nach Informationen von Gründerszene schwelte fast ein Jahr lang ein Streit unter den Angel-Investoren von Ohlala, der das Startup lahmlegte. Gesellschafter waren unter anderem Moviepilot-Gründer Ben Kubota, Oliver Samwers langjähriger Weggefährte Max Finger sowie Lovoo-Gründer Benjamin Bak

Zu den genauen Gründen für den Streit äußert sich Geschäftsführerin Pia Poppenreiter auf Nachfrage nicht. Im März dieses Jahres, als Gründerszene über ein Ohlala-Copycat berichtete, das ein enger Freund des Ohlala-Investors Benjamin Bak aufgezogen hatte, sagte die Gründerin allerdings bereits: „Wir glauben nicht an eine gemeinsame Zukunft mit Bak und arbeiten deshalb seit Langem aktiv daran, die Kooperation mit ihm völlig zu beenden.“

Jetzt ist das gelungen. Und nicht nur mit Bak beendet Poppenreiter die Zusammenarbeit: Sie bestätigt, dass sie bei einem Management-Buy-out (MBO) alle Anteile ihres Startups von den Angel-Investoren zurückgekauft hat. „Ich hoffe, nach langen Verhandlungen nun unterm Strich eine gute Lösung für alle Gesellschafter gefunden zu haben“, so Poppenreiter. Die Konditionen kommentiert sie nicht: „Wir haben uns darauf geeinigt, die Details dazu vertraulich zu behandeln.“

Auch Mitgründer Torsten Stüber verkaufte im Zuge des MBOs seine Anteile. Im Gespräch mit Gründerszene erklärt er: „Ich sehe weiter viel Potential in Ohlala und wünsche Pia viel Erfolg. Das Startup ist auch mein Baby.“ Jetzt sei es für ihn an der Zeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Derzeit arbeite er an verschiedenen Projekten.

Pia Poppenreiter sagt, sie fokussiere sich aktuell nicht darauf, neues Kapital von Investoren aufzunehmen. „Für 2017 gilt: weniger Fundraising, mehr Produkt.“ Sie wolle jetzt vor allem den Blick nach vorne richten, ein neues Team für Ohlala aufbauen und wieder das tun, was sie am liebsten mache: „Produkt. Darauf warte ich schon lange und freue mich riesig!“

Dieser Artikel erschien zuerst bei Gründerszene.
Das Original lest ihr hier.

Jetzt WIRED Member werden und mit uns in die Zukunft starten!

Mit im Paket: 4 Magazin-Ausgaben im Jahr und der Member-Zugang zu exklusiven Inhalten auf WIRED.de sowie weitere Vorteile nur für Member.

Member werden