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Nordkorea soll dem Süden Bitcoin geklaut haben

WIRED Staff 18.12.2017 Lesezeit 2 Min

Hacker haben von Südkoreas größter Handelsplattform für Kryptowährung Bitcoin und Ethereum erbeutet. Die Aktion soll von Nordkorea aus durchgeführt worden sein — das isolierte Regime könnte mit den anonymen Zahlungsmitteln internationale Sanktionen umgehen.

Der Angriff auf die Handelsplattform Bithump fand bereits im Februar statt, ist allerdings jetzt erst an die Öffentlichkeit gelangt. Wie die BBC berichtet, betrug die Beute damals mehrere Millionen Dollar — ist heute aufgrund der massiven Kursanstiege allerdings mehr als 82 Millionen US-Dollar wert. Vor allem der Wert von Bitcoin hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verzehnfacht — ein anhaltender Hype der Kryptowährung, der von vielen Analysten als gefährliche Blase betrachtet wird und einige Menschen sehr reich gemacht hat.

Das Geld stammt aus den Konten von 266 Nutzern und ist nicht die einzige Beute der Hacker: Im Austausch für die Löschung der persönlichen Daten von 30.000 Bithump-Händlern verlangten die Hacker weitere 5,5 Millionen US-Dollar. Das Versagen beim Schutz der persönlichen Daten von Kunden kostet die weltweit fünftgrößte Handelsplattform für Kryptowährung nicht nur Vertrauen: Der südkoreanische Staat hat dem Unternehmen bereits eine Geldstrafe in Höhe von rund 55.000 Dollar auferlegt.

In der Zwischenzeit hat es weitere Hackerangriffe auf Bitcoin-Tauschbörsen in Südkorea gegeben, die dem verfeindeten Norden zugeschrieben werden: Im September gab es einen erfolgreichen Angriff auf die Handelsplattform Coinis und einen Versuch im Oktober. Quellen innerhalb des südkoreanischen Geheimdienstes National Intelligence Service vermuten, dass Nordkorea hinter den Attacken steckt. Kryptowährungen erlauben es Nordkorea, einen Teil der finanziellen Sanktionen zu umgehen, die als Reaktion auf die Atomtests des Landes verhängt wurden.