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Nach tödlichem Unfall: Tesla wird von der Untersuchung ausgeschlossen

WIRED Staff 13.04.2018 Lesezeit 2 Min

Die US-Straßenverkehrsbehörde NTSB hat Tesla von der Untersuchung des tödlichen Unfalls eines Model X im März ausgeschlossen. Das National Transportation Safety Board war mit der Offenheit des Unternehmens bezüglich Details der laufenden Ermittlungen unzufrieden. Tesla hatte öffentlich dem verunglückten Fahrer die Schuld an dem Crash mit laufender Autopilot-Funktion zugesprochen.

Das NTSB und Tesla hatten zuvor darüber gestritten, wie mit den Daten der Ermittlung umzugehen sei: Der Autohersteller hatte es als Pflicht für die öffentliche Sicherheit bezeichnet, Informationen zu seinem Autopiloten und dessen Funktionsweise publik zu machen. Die Behörde hat allerdings Schweigeklauseln für laufende Ermittlungen, an denen Partner wie der Konzern beteiligt sind.

Laut Bloomberg ist nicht ganz klar, wer zuerst für Teslas Ausstieg aus dem Ermittlungsprozess war: Insider sagen, das NTSB habe Tesla rausgeworfen, der Autobauer behauptet indes, selbst zurückgetreten zu sein. Allerdings soll der Autohersteller auch ohne offizielle Beteiligung an der Untersuchung des Unfalls als Berater tätig bleiben und die Regierungsbehörde so unterstützen, damit die genauen Umstände aufgeklärt werden können.

Bei dem Unfall Ende März hatte ein Tesla Model X eine Fahrbahnbegrenzung gerammt, kollidierte darauf mit nachfolgenden Autos und geriet dann in Brand. Zum Zeitpunkt des Unfalls war der Autopilot aktiv, welchen der Fahrer allerdings laut seinen Angehörigen vor dem Unfall mehrfach kritisiert hatte. Laut Tesla ist die einzige Erklärung für den Unfall, dass der Mann die Warnungen des Fahrzeugs, auf die Straße zu achten, ignoriert hatte. Dass der Konzern diese Aussagen öffentlich gemacht hatte, verstieß gegen Verträge mit der NTSB.

Tesla ist nicht der erste formelle Ermittlungspartner, den die NTSB aus einem laufenden Verfahren ausschließt: 2010 war American Airlines von einer Absturzermittlung ausgeschlossen worden, nachdem das Unternehmen Flugschreiber ausgelesen hatte, bevor diese an die Behörde weitergereicht wurden. 2014 wurden UPS und seine Pilotengewerkschaft ebenfalls von den Ermittlungen zur Ursache eines Flugzeugabsturzes ausgeschlossen, da die Gewerkschaft Statements und Analysen vor Schlussfolgerungen der NTSB öffentlich gemacht hatte.